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Ass 31 Timpe

Ass.31 neu Timpe (Plan 1866 Wolfenbuetteler Staatsarchiv)

Brinksitzerstelle No. 31.
Diese Stelle hat Seite 69 schon Erwähnung gefunden. Stübig war ohne männliche Erben; die älteste der beiden Töchter wurde die Frau von Fritz Timpe aus Liedingen, geb. 1848, der später Wegewärter in Braunschweig (in stät. Diensten) war. Das machte er für seine Ackerstücke nutzbar, indem er jahrelang den Strassen - (fege) - dreck fuderweise auf sein Land bringen liess und dieses damit in eine Kultur brachte, dass es und seine Früchte gegenüber den Nachbaren stark, aber vorteilhaft abstach.

Auch Timpe hatte keinen männlichen Nachwuchs.
2 Töchter waren da, von denen eine, die älteste den Sohn Fritz von Conrad Behrens heiratete und bald starb.
Die Tochter Martha aus dieser Ehe hat nach Oberg Kreis Peine einen Schneidermeister Grote geheiratet, der ein gutes Geschäft hat, wohlhabend ist und weil er seine Beine nicht recht gebrauchen kann, ein Auto hat.

Die jüngste Timpe ist die Frau eines Polizeibeamten Fricke, der aus Kl. Gleidingen gebürtig ist.
Nach dem Tode beider Eltern erwarb die Stelle der Milchfuhrmann Albert Neddermeyer, genannt Pape, der keine gute Jugend hatte, weil er schon früh auf den Milchwagen seines Onkels Neddermeyer kam und dann auch wohl zu früh selbstständig wurde. Häusliche und wirtschaftliche Sorgen verwirrten den Mann, dessen Geist der Alkohol zuletzt fast täglich in Wirbel brachte und liessen ihn schliesslich den Freitod suchen – auf den Bahngleisen bei Gr. Gleidingen.
Eine Tragödie furchtbarer Art war es, dass sein Sohn, man kann wohl behaupten erblich belastet, an der gleichen Stelle ein Jahr später sein Leben gewaltsam beschloss.
Die Witwe betreibt das Milchgeschäft weiter mit Unterstützung des bei ihr wohnenden Schwiegersohnes Karl Fernkorn, einen Stiefbruder der Frau des Bäckermeisters Strube. Ihre älteste Tochter ist die Frau des Eisenbahners König in Braunschweig, die jüngste dient in unserem Hause.

 

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