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Klimaschutzkonzept 2.0

Treibhausgasneutral bis möglichst 2030

Im Richtungsbeschluss vom 5. Oktober 2021 legte der Rat der Stadt Braunschweig als Ziel die schnellstmögliche Treibhausgasneutralität - wenn möglich bereits ab 2030 - fest. Er ist damit deutlich ambitionierter als der Bund, der dieses nach novellierter Gesetzeslage und dem Willen des Bundesverfassungsgerichtes erst ab 2045 erreichen muss. Braunschweig nimmt somit als Stadt der Forschung und Wissenschaft eine Vorreiterrolle an. 

Prioritäre Maßnahmen

Der Richtungsbeschluss enthält eine Liste prioritärer Klimaschutzmaßnahmen, mit denen die Treibhausgasemissionen deutlich reduziert werden sollen. 

Der Richtungsbeschluss sehe vor, das Thema Klimaschutz organisatorisch, finanziell und personell zu stärken. Die Stadtverwaltung werde eine noch stärkere Steuerungsrolle einnehmen. 

Die Vorgabe der Treibhausgasneutralität möglichst bis 2030 bedeutet, dass der Endenergiebedarf (Wärme, Strom, Treibstoffe) bis zu diesem Zeitpunkt um rund die Hälfte sinken muss. Dieses soll maßgeblich durch die kommunale Energiewende im Bereich Wärme und Strom auf Basis erneuerbarer Energien erreicht werden. Neben einem massiven Ausbau von Photovoltaik soll ergänzend zum Kohleausstieg 2022 auch der Ausstieg aus dem Erdgas beginnen. Dafür müssen die dezentralen Feuerstätten (Gas- und Ölheizungen) sowie die Fernwärmeerzeugung schnellstmöglich auf erneuerbare Energieträger umgestellt werden, wie etwa auf Wärmepumpen, andere Umweltwärme oder Power-to-Gas-Techniken wie Biomethan oder grünen Wasserstoff. 

Vorgesehen sind ebenfalls die Gründung einer Energieerzeugungsgesellschaft und die Prüfung der Ausgabe einer kommunalen Klimaschutzanleihe, für die es bereits politische Beschlüsse gibt. 

Weitere Maßnahmen betreffen das Thema Wohnen. So sollen Anreize für die energetische Sanierung im Bestand geschaffen werden. Dies soll durch energetische Quartierskonzepte im Verbund mit passenden Beratungsformaten und einem leistungsfähigen Handwerk geschehen. Im Neubau sollen Grundsätze zur treibhausgasneutralen Energieversorgung und Gebäudeenergiestandards einen Rahmen schaffen, der auch im engen Dialog zu den ansässigen Firmen auf die Wirtschaftssektoren übertragen werden soll. Auch die klimagerechte Baulandentwicklung ist eine Maßnahme. 

Im Verkehrssektor soll der Bedarf an fossilen Treibstoffen im Stadtgebiet um mindestens drei Viertel gesenkt werden. Dafür muss der motorisierte Individualverkehr insgesamt reduziert, auf den Umweltverbund und den Zweiradverkehr verlagert sowie elektrifiziert werden. 

Weitere Maßnahmen wie die Einrichtung eines Nachhaltigkeitszentrums betreffen die Reduzierung konsumbedingter Emissionen, die – zwar hier induziert – aber andernorts entstehen. Weiterhin wird die Entwicklung von klimafreundlichen Gewerbegebieten vorgesehen sowie die Begründung einer Allianz „Jobmotor Energiewende“.

Tabelle: Übersicht der vom Rat der Stadt beschlossenen prioritären Klimaschutzmaßnahmen.© Stadt Braunschweig

Nächste Schritte

Die Verwaltung hat einen realisierbaren Konzeptentwurf auf Basis eines Klimaschutzszenarios erarbeitet und zur Beschlussfassung vorgelegt. Anhand detaillierter Maßnahmenblätter zeigt dieser, wie das politische Ziel der schnellstmöglichen Treibhausgasneutralität umgesetzt werden kann und welche Maßnahmen in welcher Umsetzungsintensität dafür notwendig sind. Der Umwelt- und Grünflächenausschuss wird sich am 08. September 2022 mit dem Konzept befassen.

CO2-Bilanz (Stand 2018)

Das im Pariser Klimaschutzabkommen formulierte 1,5°-Grad-Ziel ist die Rahmenbedingung für die künftigen Ziele im Klimaschutz. Von Staaten, Ländern, Kommunen, Gruppen und einzelnen Personen verlangt diese Zielsetzung große Anstrengungen. Was bedeutet dieses Ziel in Zahlen? Was bedeutet es übersetzt in Maßnahmen ganz konkret für Braunschweig?

Gemeinsam mit Bürger/-innen und Expert/-innen erarbeitet die Stadt Braunschweig derzeit ein neues integriertes Klimaschutzkonzept, um den Klimaschutz fit für die Zukunft zu machen. Hierzu wurde das bestehende Konzept aus dem Jahr 2010 ausgewertet, die CO2-Emissionen berechnet und ein mögliches Szenario bis 2050 entwickelt.

© Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen

Beteiligungsprozess

Am 03. und 04. September 2020 fanden die Auftaktveranstaltungen für die Stadtöffentlichkeit in der Stadthalle statt. Diese bilden den Auftakt für einen Beteiligungsprozess, in dessen Rahmen 6 thematische Fachworkshops für Expert/-innen stattfinden sollen.

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