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Malermuschel (Unio pictorum)

© Karsten GrabowMalermuschel

Vorkommen in Braunschweig

Exemplare der Malermuschel konnten im Rahmen der Untersuchung in der Oker erst unterhalb des Zusammenschlusses der Umflutgräben nachgewiesen werden, wobei sich die Funde auf sandige Bereiche konzentrierten. In Bereichen, wie in der nördlichen Okeraue mit Sohle aus festem Auenlehm, konnten keine Exemplare nachgewiesen werden. In der Schunter konnte die Art unterhalb von Wenden nachgewiesen werden.

Bei der Malermuschel gab es keine Häufung von Leerschalen an Stellen ohne Lebendnachweise, die auf ein streckenweises Aussterben dieser Art hinweisen könnten. Es überwogen ebenfalls - wie bei der Flachen Teichmuschel - die Lebendfunde. In der Oker wurden 15 lebende Tiere und 1 Schale und in der Schunter 47 lebende Tiere und 8 Schalen nachgewiesen.

Bestandstrend

In der Oker trat die Art nur in geringer Dichte auf. Die besiedelten Strecken waren allesamt so tief, dass der Nachweis nur durch Dredgen möglich war. Die Untersuchungen ergaben, dass sich die Art hier fortpflanzte und auch größere Exemplare mit über 60 mm vorkamen.

In der Schunter erreichte die Malermuschel bei Thune und bei Frickenmühle eine mittlere Dichte. Die Population zeichnete sich hier durch sehr viele Jungtiere aus, die bestimmend für den Altersaufbau der Schunter-Population in diesen Bereichen war. Größere Tiere waren jedoch selten.

Verbreitung

Die Malermuschel besiedelt ähnliche Gewässer wie die flache Teichmuschel. Sie bevorzugt jedoch in diesen Bereichen sandige Stellen und wird mit drei bis vier Jahren geschlechtsreif. Die Malermuschel kann ein Gesamtalter von neun bis vierzehn Jahren erreichen. Die Wirtsfische für die Larven sind hier hauptsächlich Plötze, Döbel, Rotfeder, Gründling und der Flussbarsch.

Die heutigen Bestände sind auf Rückbesiedlungen aus dem Einzugsbereich der nördlichen Okeraue zurückzuführen und sind sicherlich noch nicht abgeschlossen. Ein Ausbreitungshindernis stellen die Umflutgräben mit ihrer äußerst geringen Strömung und dem schlammigen Untergrund dar. Besonders gravierend wirken sich die Innenstadtwehre Neustadtwehr, Wendenwehr und Eisenbütteler Straße aus, welche bisher für Fische und damit für die Ausbreitung der Muscheln flussaufwärts unüberwindlich sind.