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Schunter

© Stadt Braunschweigdie Schunter als naturferner Kanal

Durch groß angelegte Ausbaumaßnahmen zu Beginn des 19. Jahrhunderts sowie in den Fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde drastisch in die Morphologie dieses Gewässers eingegriffen. Seit rund 10 Jahren wird die Schunter in Abschnitten wieder renaturiert und beginnt sich langsam von dem Zustand eines naturfernen Kanals zu regenerieren. Während Uferböschungen in einigen Bereichen wieder einer natürlichen Dynamik ausgesetzt sind, besteht weiterhin das nahezu unlösbare Problem eines zu tief eingeschnittenen Gewässerprofils. Durch den Verzicht auf Unterhaltungsmaßnahmen, wie maschinelle Entkrautung, Sohlräumung und Ausbau und Pflege von Uferbefestigungen, hat der Strukturreichtum der Schunter wieder zugenommen. Zahlreiche Makroinvertebraten, darunter die Grüne Flussjungfer Ophiogomphus cecilia - einer Art der FFH-Richtlinie mit herausragendem europäischen Schutzstatus - besiedeln heute wieder diesen Fluss.

© Stadt Braunschweigdie Schunter 2000 bei Bienrode nach der Renaturierung

Bei einer Renaturierung der Schunter wird von großräumigen Maßnahmen Abstand genommen, damit Sedimente nicht in Bewegung geraten und zu einer Verschüttung von Muscheln und anderer Bodentiere führen. Zudem wäre in neu gestalteten Bereichen das sich gerade natürlich entwickelnde Habitatmosaik gefährdet und vielfältige Verhältnisse könnten sich erst nach Jahren wieder ausbilden. Besonders junge Muscheln reagieren empfindlich auf überhöhte Sedimentfracht. Aus diesem Grunde werden nur kleinräumige Eingriffe - gestaffelt über einen längeren Zeitraum – befürwortet, wie z.B.:

  • die Anlage einzelner Störstellen
  • die punktuelle Sohlen- und Querschnittsverbreiterung
  • der Wiederanschluss von Altarmen (Kralenriede) und
  • die Neuanlage von angeschlossenen Totarmen, zum Beispiel zwischen Hondelage und Querum.

Maßnahmen an der Schunter (Sachstand 2005)

  • Der Schunterabschnitt in Bienrode ist durch die Umgestaltungsmaßnahmen für Fische wieder durchgängig.
  • Der Düker am Mittellandkanal stellt seit dem Umbau kein Hindernis mehr für wandernde Fischarten dar.
  • Die Umgestaltungsmaßnahmen am Wendenwehr beginnen im Jahr 2006.
  • Die Umgestaltung des Frickenwehres ist in der Planungsphase und soll bis spätestens 2010 abgeschlossen werden.
  • Im Gewässerabschnitt zwischen Hondelage und Dibbesdorf wird die Schunter 2006 renaturiert.
  • Der Umbau des Wehrs Wendhausen–Lehre ist 2006 vorgesehen.