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Schunter: Überschwemmungsgebiet

vorläufig gesichertes Überschwemmungsgebiet

Das Land Niedersachsen hat das Überschwemmungsgebiet der Schunter neu berechnet und die vorläufige Sicherung am 12.05.2021 im Niedersächsischen Ministerialblatt (Nds. MBl. Nr. 17/2021) bekannt gemacht.

Das vorläufig gesicherte Gebiet hat in wesentlichen Teilen eine größere Ausdehnung, als das bisher mit Verordnung vom 17.09.2009 festgesetzte Überschwemmungsgebiet. Insbesondere sind große Teile der Schuntersiedlung, ein kleinerer Siedlungsbereich am Flachsrottenweg sowie Grundstücksbereiche an der Lüderitzstraße neu betroffen. Seit dem 13.05.2021 gelten in dem vorläufig gesicherten Gebiet kraft Gesetzes wie schon in dem bereits festgesetzten Überschwemmungsgebiet die Verbote der §§ 78 und 78a Wasserhaushaltsgesetz. Insbesondere ist hier Folgendes untersagt:

  • die Ausweisung neuer Baugebiete, 
  • die Errichtung oder Erweiterung baulicher Anlagen, 
  • die Errichtung von Mauern, Wällen oder ähnlichen Anlagen, die den Wasserabfluss behindern können, 
  • das Aufbringen und Ablagern von wassergefährdenden Stoffen auf dem Boden, 
  • die Lagerung von wassergefährdenden Stoffen außerhalb von Anlagen, 
  • das Ablagern und das nicht nur kurzfristige Lagern von Gegenständen, die den Wasserabfluss behindern können oder die fortgeschwemmt werden können, 
  • das Erhöhen oder Vertiefen der Erdoberfläche, 
  • das Anlegen von Baum- und Strauchpflanzungen, 
  • die Umwandlung von Grünland in Ackerland und 
  • die Umwandlung von Auwald in eine andere Nutzungsart.

Alle vorhandenen Anlagen genießen Bestandsschutz. Das gilt auch für die vorhandene Nutzung und Bepflanzung.

Auf der Grundlage der veröffentlichten Arbeitskarten wird nach § 115 Abs. 2 Niedersächsisches Wassergesetz die Festsetzung des Überschwemmungsgebietes für die Schunter durch eine entsprechende Verordnung erfolgen.

Derzeit überprüft Verwaltung die Arbeitskarten des Landes.

Im Bereich Hondelage und Dibbesdorf wurden hierfür Vermessungsarbeiten durchgeführt. Die hydraulischen Berechnungen müssen noch überprüft werden. Für den Bereich der Schuntersiedlung plant die Stadt aktuell eine Hochwasserschutzmaßnahme, die das Ziel hat die Überschwemmungen aus dem Siedlungsraum zurückzuhalten. Aufgrund der laufenden Überprüfung und der aktuellen Planungen kann das Verordnungsverfahren für den Abschnitt von Hondelage bis zum Bienroder Weg noch nicht gestartet werden.

Anders sieht es im Bereich vom Bienroder Weg flussabwärts bis zur Grenze zwischen der Stadt und dem Landkreis Gifhorn aus. Für diesen Bereich wird das förmliche Verfahren für die Neufestsetzung des Überschwemmungsgebietes noch im Jahr 2022 mit dem vorgesehenen Anhörungsverfahren beginnen. Die Karten und der Entwurf der Verordnung werden nach öffentlicher Bekanntmachung einen Monat lang öffentlich ausgelegt, so dass alle, deren Belange durch das Vorhaben berührt werden, bis zwei Wochen nach Ablauf der Auslegungsfrist Einwendungen gegen den Plan erheben können. Gleichzeitig werden die Behörden, deren Aufgabenbereich berührt werden zur Stellungnahme aufgefordert. Nach Ablauf der Einwendungs- und Stellungnahmefristen wird ein Erörterungstermin durchgeführt.

Festgesetztes Überschwemmungsgebiet 2009

Hinweis: das Gebiet wird durch die vorläufige Sicherung vom 12.05.2021 überlagert!