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Bahnhof Gliesmarode wird zum Mobilitätsverknüpfungspunkt

Braunschweig, 12. August 2020 - Referat Kommunikation

© Stadt Braunschweig / Michaela Heyse

Hier entsteht das "Tor zum Norden" - Oberbürgermeister erläutert den Stand in einem Video

Der Bahnhof Gliesmarode wird zu einem modernen Mobilitätsverknüpfungspunkt entwickelt. Mit einem umfangreichen Bauprogramm, gefördert vom Land Niedersachsen, gehen die Stadt Braunschweig und die Braunschweiger Verkehrs-GmbH in Vorleistung. Sie gestalten den Vorplatz neu, bauen Haltestellen um und erneuern die Gleise. Oberbürgermeister Ulrich Markurth machte sich am Mittwoch, 12. August, ein Bild von den Bauarbeiten.

"Wir bauen im Osten der Stadt Braunschweigs künftiges Tor zum Norden", sagte der OB. "Ab Ende des Jahres werden die Züge im Stundentakt aus und in Richtung Gifhorn fahren, langfristig ist ein Halbstundentakt geplant. Entsprechend passen wir die innerstädtischen Verbindungen an, vom Bahnhof Gliesmarode per Stadtbahn ins Zentrum, aber auch mit dem Bus an den Ring, zum Beispiel zur TU. Verbesserte Verknüpfung des regionalen mit dem städtischem ÖPNV sowie erweiterte Mobilitätsangebote werden den Umstieg vom Zug in Bus und Stadtbahn sowie aufs Fahrrad leichter machen, und städtebaulich entsteht am Bahnhof Gliesmarode ein ganz neues, attraktives Quartier."  

Im Einzelnen werden derzeit die Fahrbahnquerungen für Fußgänger und Radfahrer über Hans-Sommer-Straße und Gliesmaroder Straße barrierefrei erneuert. Geh- und Radwege sowie Fahrbahnränder werden entsprechend angepasst. Nicht mehr benötigte Busbuchten auf beiden Seiten der Hans-Sommer-Straße werden in Haltebereiche für Autos umgewandelt, um Bahnreisende abzuholen oder zum Zug zu bringen.

Die Stadtbahnhaltestelle liegt künftig nicht mehr unter der Eisenbahnbrücke, sondern prominent im Platzbereich. Sie wird zudem in eine kombinierte Verknüpfungshaltestelle umgewandelt, die auch von Bussen angefahren werden kann. Die Abtstraße wird von Grund auf saniert. In Höhe der Tankstelle werden eine neue Bushaltestelle und Taxihaltestände eingerichtet.

Fahrradbügel mit und ohne Überdachung sowie abschließbare Fahrradkäfige machen es künftig möglich, das Fahrrad sicher und geschützt abzustellen. Seit dem vorläufigen Ringschluss ist der Bahnhof Gliesmarode bereits an das Ringgleis, den beliebten Rad- und Fußweg auf oder nahe der alten Industriegleistrasse rund um die Stadt, angebunden.

Im Rahmen der Neugestaltung des Bahnhofs Gliesmarode erneuert die BSVG die zugehörigen Gleisanlagen bis in die Berliner Straße hinein. Die Haltestelle am Bahnhof Gliesmarode wird dabei zur Kombihaltestelle für Bus und Tram mit 24 Zentimeter hohen Haltestellenborden ausgebaut. "Wir investieren weiter in einen modernen, komfortablen ÖPNV in Braunschweig und besonders in die Barrierefreiheit im Netz," erläutert BSVG-Geschäftsführer Jörg Reincke, "denn die angehobenen Borde, die mittlerweile Standard für Neubauten der BSVG sind, ermöglichen einen ebenerdigen Ein- und Ausstieg in Busse und Bahnen". Aber das Bauvorhaben bringt noch eine weitere Neuerung mit sich: Die vier neuen Wartehallen der Kombinationshaltestelle erhalten Gründächer. "Neben der allgemein positiven Klimabilanz des ÖPNV wollen wir auch mit kleinteiligen Maßnahmen einen positiven Beitrag für das Klima in Braunschweig leisten", begründet Reincke die Entscheidung für die Gründächer.

Um die Beeinträchtigung des Verkehrs auf der Berliner Straße so kurz wie möglich zu halten, wurde das städtische Bauprojekt mit Gleiserneuerungsarbeiten der Verkehrs-GmbH gekoppelt. Wegen der Corona-Pandemie hatten die Arbeiten für rund vier Wochen gemäß einer städtischen Allgemeinverfügung unterbrochen werden müssen, um die Notwendigkeit von Evakuierungen wegen möglicher Funde von Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg auszuschließen. Die Gesamtmaßnahme soll im November dieses Jahres fertiggestellt werden.

© Stadt BSOberbürgermeister Markurth erläutert den Stand der Dinge am Bahnhof Gliesmarode