EN

Bushaltestellen am Altstadtmarkt: Verwaltung unterbreitet zwei Beschlussvorschläge

Braunschweig, 18.01.2021 | Referat Kommunikation

© Braunschweig Stadtmarketing GmbH/ Gerald Grote

Die Stadtverwaltung hat dem Planungs- und Umweltausschuss (PlUA) am heutigen Montag, 18. Januar, zwei alternative Beschlussvorschläge für die Gestaltung von barrierefreien und wettergeschützten Bushaltestellen am Altstadtmarkt unterbreitet. Vorschlag A sieht Überdachungen aus Cortenstahl vor, entsprechend einem Entwurf, der aus einem kleinen, beschränkten Gestaltungswettbewerb als Sieger hervorgegangen war. Folgt der PlUA Vorschlag B, werden Überdachungen gemäß dem Braunschweiger Standard (Typ Rathaus-Bohlweg) bestehend aus einer Stahl-Glaskonstruktion aufgestellt.

Wie berichtet, hatte die Stadtverwaltung sechs Architekturbüros zu einem Wettbewerb eingeladen. Im Ergebnis stellte sich ein Beitrag des Architekturbüros K17 aus Uslar als die Lösung heraus, die den Gestaltungsbeirat, der als Wettbewerbsjury fungierte, am meisten überzeugte und dem eine reale Entwicklungs- und Umsetzungsperspektive zugesprochen wurde. Im November 2020 stellte die Verwaltung diesen Entwurf in einer Mitteilung zur Diskussion.

"Aus Sicht der Verwaltung stellt der Entwurf des Büros K 17 auch nach Würdigung der öffentlichen Kritik eine wertige und auf den Altstadtmarkt zugeschnittene gestalterische Lösung dar", resümiert Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer. "Sie ist zudem geeignet, die unterschiedlichen Anforderungen an einen Wetterschutz bzw. an Haltestellenfunktionen auf dem Altstadtmarkt zu erfüllen. Dieser skulpturale Entwurf würde den Altstadtmarkt nicht beeinträchtigen, sondern mit einem wertvollen gestalterischen Element bereichern. Die dargestellten Mehrkosten – 610.000 Euro gegenüber 330.000 Euro für Vorschlag B - sind angemessen und entsprechen einer hochwertigen individuellen Gestaltung." Cortenstahl sei kein minderwertiger Baustoff, wie die Kritik dies unterstellt habe. "Im Gegenteil, es gibt viele Beispiele für Cortenstahl z.B. als Material für Kunst im Stadtraum."

Mit dem Beschlussvorschlag B stelle die Verwaltung als Alternative eine Lösung vor, die aufgrund der transparenten Ausführung deutlich weniger Aufmerksamkeit auf sich ziehen werde. Allerdings bleibe dieser Wetterschutz in der Qualität hinter seinem wertvollen historischen Umfeld zurück. Stadtbaurat Leuer: "Um aber im Planungs- und Umsetzungsprozess nun möglichst zügig weiterzukommen, hat die Verwaltung den alternativen Beschlussvorschlag B bereits ausformuliert."

© Architekturbüro K17

Rückblick: Die Diskussion

Kritik an dem Entwurf von K 17

Die öffentliche Kritik an dem Entwurf entzündete sich in erster Linie an dem gewählten Material. Cortenstahl sei nicht grafittibeständig und könne z. B. auf die Kleidung wartender ÖPNV-Nutzerinnen und-Nutzerm abfärben. Häufig gab es auch den Vorwurf der Entwurf "nehme sich selbst zu wichtig" und störe das historische Ambiente auf dem Altstadtmarkt. Weiter gab es den Vorwurf mangelnder Transparenz der Überdachungen von K 17, gerade auch im Vergleich mit der Standardlösung. Außerdem wurden die hohen Kosten kritisiert.

© Stadt Braunschweig

Kritik an der Standardlösung

Die Kritik an der Standardlösung entzündete sich in erster Linie daran, dass diese Standardüberdachungen nicht - wie die Dächer im Entwurf von K 17 - in ein übergeordnetes Gestaltungskonzept auf dem Altstadtmarkt eingebunden seien. Diese Überdachungen stünden dann zufällig dort, ohne Einbindung in ein weiterführendes Gestaltungskonzept, wie überall im Stadtgebiet. Auf dem Altstadtmarkt und insbesondere auf der Südseite, dem Marktbereich, werde dies aber als störend empfunden.