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Doppelausstellung im Städtischen Museum über Roosje Glaser und den Staatsanwalt Fritz Bauer

Braunschweig, 28.10.2021 | Referat Kommunikation

© Bianca Strauß/ Städtisches Museum

Das Städtische Museum Braunschweig zeigt vom 31. Oktober 2021 bis 2. Januar 2022 im Haus am Löwenwall zwei Ausstellungen, die aus gänzlich verschiedenen Perspektiven sichtbar machen, wie von einzelnen Personen dem Nazi-Terror kreativ und widerständig begegnet wurde.

In der Ausstellung „Die Tänzerin von Auschwitz. Die Geschichte einer unbeugsamen Frau“ erfahren die Besucher, unter welchen Umständen die jüdische Niederländerin Roosje Glaser in mehreren Konzentrationslagern, darunter Auschwitz, gefangen war und schließlich überlebte. Grundlage für die Ausstellung ist die 2015 auf Deutsch erschienene Biografie „Die Tänzerin von Auschwitz“, die ihr Neffe Paul Glaser aus Roosjes Tagebüchern, Briefen und anderen Schriftstücken zusammenstellte. Sie zeichnet das Leben von Roosje Glaser anhand von unterschiedlichen Dokumenten, Fotografien, persönlichen Gegenständen und Filmsequenzen nach.

Die Ausstellung „Fritz Bauer. Der Staatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht“ zeigt, wie der Jurist und Sozialdemokrat Fritz Bauer, der auch in Braunschweig als Generalstaatsanwalt tätig war, in der Nachkriegszeit mit dem Nazi-Terror umging. Bauer trug maßgeblich zur strafrechtlichen Aufarbeitung der NS-Verbrechen in der jungen Bundesrepublik bei und war Initiator der Frankfurter Auschwitz-Prozesse.

Seit 2012 heißt der Platz vor dem Eingang der Braunschweiger Generalstaatsanwaltschaft, südlich an den Domplatz angrenzend, Fritz-Bauer-Platz. Die Ausstellung dokumentiert mit vielen Originalobjekten sowie Ton- und Filmaufnahmen Fritz Bauers Lebensgeschichte im Spiegel der historischen Ereignisse.

„Beide Ausstellungen fördern die Auseinandersetzung mit Antisemitismus und den nationalsozialistischen Verbrechen“, sagt Museumsdirektor Dr. Peter Joch. „Sie erinnern nachdrücklich an die durch den Nationalsozialismus Verfolgten, Unterdrückten und Ermordeten – und sie berichten eindringlich von der Sehnsucht nach Gerechtigkeit.“

Kooperationspartner des Museums sind Paul Glaser, die Roosje Glaser Stiftung, das Fritz Bauer Institut und das Jüdische Museum Frankfurt am Main sowie die Jüdische Gemeinde Braunschweig und der Fachbereich Kultur und Wissenschaft der Stadt Braunschweig. 

Eröffnung:

Die Ausstellungseröffnung findet am Sonntag, 31. Oktober um 17 Uhr im Haus am Löwenwall statt. Es sprechen Museumsdirektor Dr. Peter Joch, Renate Wagner-Redding, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Braunschweig, und Paul Glaser, Autor des Buches „Die Tänzerin von Auschwitz“, Roosje Glasers Neffe.

Begleitprogramm

Ein umfangreiches Begleitprogramm ergänzt die Ausstellung. Zur Beachtung: Alle nachfolgenden Angaben zu Veranstaltungen erfolgen unter Vorbehalt. Aufgrund der Vorgaben des Landes Niedersachsen zum Schutz vor dem Corona-Virus kann es zu Programmänderungen kommen. In Zweifelsfällen gibt das Museum gern Auskunft.

Führungen

Öffentliche Führungen durch beide Ausstellungen: So., 14.11., 15 Uhr; So., 28.11., 15 Uhr; So., 05.12., 15 Uhr; So., 12.12., 15 Uhr (im Eintrittspreis enthalten).

Führungen durch die Fritz Bauer-Ausstellung mit anschließendem Spaziergang zum Fritz-Bauer-Platz in Begleitung von Udo Dittmann, Fritz-Bauer-Freundeskreis Braunschweig: So., 07.11., 15 Uhr; So., 21.11., 15 Uhr (im Eintrittspreis enthalten).

Führung durch beide Ausstellungen mit Museumsdirektor Dr. Peter Joch / Lieder
von Roosje Glaser u.a. mit Hans.-W. Fechtel: Mi., 01.12., 19 Uhr (Eintritt frei).

Vorträge

Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel „Rehabilitierung der Märtyrer – Fritz Bauer, der Remer-Prozess in Braunschweig 1952 und der 20. Juli 1944“: Mi., 10.11., 19 Uhr (Eintritt frei).

Paul Glaser „Die Tänzerin von Auschwitz“: Mi., 17.11., 19 Uhr (Eintritt frei).

Dr. Anja Hesse, Kulturdezernentin der Stadt Braunschweig „Erinnerungskultur in
Braunschweig“: Mi., 24.11., 19 Uhr (Eintritt frei)

Film

„Der Staat gegen Fritz Bauer“, 2015, 105 Minuten: Mi. 08.12., 19 Uhr (Eintritt frei) 

Lesung

Annette Hess liest aus ihrem Roman „Deutsches Haus“, 2018: So. 05.12., 11 Uhr (im Eintrittspreis enthalten) 

Exkursion

Martina Staats, Leiterin der Gedenkstätte JVA Wolfenbüttel „Kontinuitäten und Brüche in der frühen Bundesrepublik“, Führung durch die Dauerausstellung der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel: Sa. 20.11., 15 Uhr (Eintritt frei), Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel, Am Herzogtore 13, 38300 Wolfenbüttel. Um Anmeldung wird gebeten unter der Telefonnummer 05331-935501-0

Für Schulklassen wird ein spezielles Rahmenprogramm angeboten. Kontakt und Anmeldung: Martin Baumgart, Telefon: (0531) 470 4504, E-Mail: martin.baumgartbraunschweigde

In der Ausstellung geht es um Fritz Bauer.© Bianca Strauß/ Städtisches Museum

Infos zum Städtischen Museum Braunschweig:

Öffnungszeiten: Di.- So., Feiertage: 11–17 Uhr, Städtisches Museum Braunschweig, Haus am Löwenwall, Steintorwall 14, 38100 Braunschweig, Tel.: (0531) 470 4521, E-Mail: staedtisches.museumbraunschweigde, www.braunschweig.de/museum 

Eintritt: Erwachsene 5,00 €; Ermäßigung (für Schüler, Studierende, Auszubildende, Menschen mit Behinderung, Rentner sowie Inhaber des „Braunschweig Passes“) 2,50 €; Kinder von 6 – 16 Jahre 2,00 €; Schulklassen und Kinder bis 6 Jahre freier Eintritt. Mitglieder der Freunde des Städtischen Museums Braunschweig e.V. sowie Ehrenamtliche des Städtischen Museums Braunschweig haben freien Eintritt. Das Städtische Museum, Haus am Löwenwall ist uneingeschränkt barrierefrei. 

Das Städtische Museum nimmt teil an der MuseumsCard der Braunschweiger Museen. Sie ermöglich einmalig freien Eintritt sowie dauerhaft ermäßigten Eintritt bei Folgebesuchen für ein Jahr in den sieben größten Museen Braunschweigs. Die Museumscard kostet 22 Euro und ist auch im Städtischen Museum erhältlich. Alle Infos unter www.braunschweig.de/museumscard.