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Mit neuer 25-Meter-Halle, Kinderbad und Saunalandschaft: Heidbergbad in neuem Glanz

Braunschweig, 16. April 2021 - Stadtbad Braunschweig GmbH

© Stadtbad Braunschweig GmbH

Rund eineinhalb Jahre ist es her, dass die 25-Meter-Halle des Sportbades Heidberg samt Sauna- und Massagebereich geschlossen wurde und zahlreiche Schwimm- und Aquakurse in die übrigen Bäder verlegt werden mussten. Das Ziel: ein Teilneubau der in die Jahre gekommenen Einrichtung.

Anfang März – und damit fast perfekt dem ursprünglichen Zeitplan folgend – war es nun soweit: der neue Hallenbadteil im Süden Braunschweigs wurde fertiggestellt, ein erster Probebetrieb vorgenommen und das Bad offiziell an die Stadtbad GmbH übergeben. „Ich freue mich sehr über die Fertigstellung dieses Bauprojektes, da es eine deutliche Aufwertung der Braunschweiger Bäderlandschaft darstellt“ erklärt Oberbürgermeister Ulrich Markurth bei der kleinen Zeremonie am Freitag, den 16. April. „Abgesehen von Schwimmwettkämpfen und dem täglichen Betrieb halte ich insbesondere die Wiederaufnahme der Schwimmausbildung für enorm wichtig, um die Quote der schwimmbefähigten Kinder in der Region wieder deutlich zu erhöhen“.

„Natürlich tut es uns in der Seele weh, diesen tollen neuen Hallenbadteil aufgrund der Pandemie unseren Besuchern noch nicht zur Verfügung stellen zu können“, berichtet Tobias Groß, Geschäftsführer der Stadtbad GmbH. „Das hätte man sich zu Baubeginn sicherlich anders gewünscht. Nun nehmen wir die Situation aber an wie sie ist und warten gespannt auf die Entwicklungen der kommenden Wochen“.

 

Zahlreiche Neuerungen

Im Bäderbetrieb hat sich viel getan in den letzten Jahrzehnten, sowohl in Sachen Schwimmbadtechnik als auch in Bezug auf die Ausstattung und mögliche Gesamtkonzepte.

Das wird auch im neuen Hallenbad teilweise sichtbar. Zahlreiche Veränderungen werden das Bild des neuen Bades prägen: Das 25m-Becken, ausgestattet mit Edelstahlbecken und 4 Schwimmbahnen, kann bei Bedarf in 5 Bahnen unterteilt werden. Das Variobecken ist ähnlich wie das Aktivbecken im Freizeitbad Wasserwelt mit einem modernen Hubboden versehen, um durch variable Wassertiefen verschiedensten Kursarten gerecht zu werden. Auch ein Kinderbecken mit Wickelbereich und Eltern-Kind-Bereich mit beheizten Sitzbänken ist entstanden. Der neue Saunabereich erhält zwei Saunen, ein Dampfbad, zwei Ruheräume sowie eine Terrasse. Rampen, Wegekonzept, Beckenlifter und weitere Ausstattungsmerkmale sorgen dafür, dass auch Menschen mit Beeinträchtigungen das Bad so problemlos wie nur möglich nutzen können. Wichtig waren in der Planung und Ausführung auch die vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten der Einrichtungen. So ist der Lehrschwimmbereich zukünftig räumlich vom Schwimmbereich getrennt und kann somit flexibler genutzt werden. Da das Bad auch für Schwimmwettkämpfe genutzt wird, wurde u. a. auf die Interessen der Sportvereine eingegangen.

Gestalterisch öffnet sich das mit großzügig verglaster Front versehene Gebäude nun deutlich mehr zum Sachsendamm und bietet ein einladendes Entree mit direktem Blick in die Badehalle. Bei der Fassadengestaltung wurde Wert darauf gelegt, den Neubau mit dem Bestand zu verbinden. Erreicht wurde dies neben der Wahl der Materialien durch das Aufgreifen der Höhe des Foyers des Sportbades. 

 

Rückblick

Man muss einige Jahrzehnte zurückschauen, um die Anfänge des Heidbergbades zu finden, in das Jahr 1973, um genau zu sein. In jenem Jahr wurde der nun neu gebaute Teil erbaut. 1993 folgte der Anbau der großen Halle inklusive einer der wenigen 50-Meter-Wettkampfbecken in Niedersachsen, in dem in den darauffolgenden Jahren zahlreiche hochkarätige Schwimmwettkämpfe stattfanden, bis hin zu europäischen Meisterschaften. Von den Bäderschwerpunkten Freizeit, Gesundheit und Sport nahm das Sportbad Heidberg seither letzteren Schwerpunkt für sich in Anspruch.

Im Jahr 2017 legte die Stadtbad GmbH dann verschiedene Varianten für den „alten“ Hallenbadteil vor, die im Aufsichtsrat der Gesellschaft diskutiert wurden: von der Sanierung bis hin zum Neubau, mit oder ohne Saunabereich. Die betriebswirtschaftlich ungünstigere Variante der Sanierung wurde verworfen und man entschied sich im Juni 2018 für einen Teilneubau, dessen Kostenrahmen sich im Laufe der weiteren Planungen auf 10,3 Mio. Euro verdichtete. Zur Erinnerung: die angrenzende 50-Meter-Halle blieb erhalten und wurde während der Bauphase weiter betrieben. Ein schwieriges Unterfangen, bedenkt man, dass diese Halle in weiten Teilen verglast ist.

In der anschließenden Phase der Entwurfsplanung wurde verschiedenen Interessensgruppen die Möglichkeiten gegeben, sich mit eigenen Vorschlägen in die konkrete Ausgestaltung einzelner Ausstattungsmerkmale einzubringen, was ausgiebig genutzt wurde. So wurde beispielsweise dem Wunsch verschiedener Vereine Rechnung getragen, dass das 25m-Becken variabel mit 4 beziehungsweise 5 Bahnen betrieben werden kann, auch wurden unter der Hallendecke Orientierungslinien für die Rückenschwimmer gewünscht, eine Alternative zu den klassischen Spannleinen über dem Wasser.

Und so wurde der Teilneubau anschließend europaweit ausgeschrieben, um einen Gesamtunternehmer für die Umsetzung zu finden.

Die im Bäderbau erfahrene Firma Industriebau Wernigerode begann im Juni 2019 mit dem Abriss des Gebäudeteils. Bereits im September folgte die Grundsteinlegung. Die seinerzeit symbolisch eingemauerte Zeitkapsel wurde in Erinnerung an diese Aufwertung der Bäderlandschaft mittlerweile sichtbar im Untergeschoss platziert, geschützt hinter Glas. Ein weiteres dreiviertel Jahr später, im Juni 2020, fand die Richtkranzlegung statt. Auch danach ging es straff voran, wie die damals eingerichtete Baustellenkamera verriet. Und so konnte der ursprünglich gesteckte Zeitplan trotz Corona und anderen Unwägbarkeiten nahezu vollständig eingehalten werden.

 

Kunstwerk von Peter Voigt

Im alten Bad hing seit seiner Eröffnung im Jahr 1973 ein Kunstwerk des mittlerweile verstorbenen Braunschweiger Künstlers und Kunsthochschulprofessors Peter Voigt, welches im Zuge des Abrisses leider nicht erhalten werden konnte.

In Rücksprache mit der Tochter Peter Voigts, Dr. Jessica Reintjes, wurde beschlossen, eine Rekonstruktion des Kunstwerkes im Umfeld des Kinderbeckens im neuen Hallenbad zu installieren. Die Rekonstruktion zeigt maritime Motive aus einer kindgemäßen Vorstellungswelt und wurde aus dem nur 12x100 Zentimeter großen, originalen Entwurf digitalisiert, vergrößert und gedruckt.