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Innenarbeiten für neues Führungs- und Lagezentrum laufen

Der Neubau des Führungs- und Lagezentrum (FLZ) der Feuerwehr Braunschweig schreitet voran. Neben der Integrierte Regionalleitstelle (IRLS) für Braunschweig und die Landkreise Peine und Wolfenbüttel, insgesamt zuständig für eine halbe Million Menschen, wird es auch sämtliche Büroarbeitsplätze der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr beheimaten.

Für diesen Neubau hat die Stadt – gemeinsam mit den Landkreisen – 22,7 Millionen Euro als Gesamtinvestition in den Haushalt eingestellt. Oberbürgermeister Ullrich Markurth, Feuerwehrdezernent Christian Geiger, Hochbaudezernent Holger Herlitschke und der Leiter der Berufsfeuerwehr Torge Malchau stellten heute vor Medienvertretern den Sachstand der Arbeiten vor.

Nachdem die Gebäudehülle fertiggestellt ist, konzentrieren sich die Arbeiten nun auf die Innenarbeiten. Die umfangreiche Haustechnik sowie der Innenausbau der einzelnen Funktions- und Büroräume werden derzeit vorangetrieben.

© Stadt Braunschweig / Michaela HeyseDas neue Führungs- und Lagezentrum mit Blick auf die Hauptfeuerwache.

„Das neue Führungs- und Lagezentrum wird mit hochwertiger, zeitgemäßer Technik ausgestattet sein und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter modernste Arbeitsplätze bieten“, sagt Oberbürgermeister Ulrich Markurth. „Im neuen FLZ wird auch der dringend benötigte Stabsraum für Großschadenslagen und Katastrophen integriert sein. Die Notwendigkeit, eine speziell auf die Erfordernisse zur Abwehr dieser Gefahren ausgerichtete Räumlichkeit auszustatten, wird nicht zuletzt vor dem Hintergrund der aktuellen Corona Pandemie deutlich. Das FLZ versammelt die technischen und personellen Ressourcen der Führungsebenen der Feuerwehr an einem Ort und ermöglicht die Bewältigung größerer Einsatz- und Schadenslagen. Damit trägt diese Großinvestition zu einer deutlichen Erhöhung der Sicherheit der Braunschweigerinnen und Braunschweiger sowie den beteiligten Landkreisen bei.“ An den Kosten für die Integrierte Regionalleitstelle, die im Gesamtprojekt laut Kostenberechnung mit rund 9,8 Millionen Euro zu Buche schlagen, beteiligen sich die Landkreise jeweils zu 20 Prozent.

Bereits im Jahre 2012 wurde festgestellt, dass bei der längst notwendigen Sanierung der Hauptwache und durch die erforderliche Erweiterung des Standortes der größte Handlungsbedarf im Bereich der Leitstelle vorherrscht. „Die bereits in die Jahre gekommene Technik stehe einer ausfallsicheren und stabilen Funktion der Leitstelle entgegen“, erläuterte Feuerwehrdezernent Christian Geiger. Die räumliche Enge fordere von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern insgesamt zudem eine hohe Toleranz. Eine sinnvolle Erweiterung am Standort der Hauptfeuerwache sei nicht möglich. Dem hat der Rat der Stadt Braunschweig Rechnung getragen und bewilligte im Sommer 2017 die nötigen finanziellen Mittel zum Bau des FLZ. Damit wird die Verlagerung von etwa 80 Büroarbeitsplätze zusätzlich zur Leitstelle möglich und die Raumsituation deutlich entzerrt. 

Nach der Fertigstellung und Umzug in das neue Gebäude soll die Sanierung der Hauptwache geplant werden. Sie wird auch weiterhin als Funktionsgebäude zur Unterbringung der Feuerwehrfahrzeuge, der Werkstattarbeitsplätze sowie für der Sozial- und Aufenthaltsräume für die Einsatzbeamte benötigt. Einen genauen Zeitplan dafür gibt es derzeit noch nicht.

„Um die Handlungsfähigkeit der Leitstelle – auch bei Ausfall von Medien- und Datennetzen– jederzeit zu gewährleisten, sind Systeme der Strom- und Datenversorgung redundant vorhanden“, erläuterte Hochbaudezernent Holger Herlitschke. Diese komplexe Technik habe wiederholt Anpassungen und Nachjustierungen in Planung und Ausführung gefordert. Dank der engmaschigen Überwachung der Arbeiten – durch den Fachbereich Hochbau und Gebäudemanagement – konnten Fehler eines Fachplaners frühzeitig erkannt werden. „Um weiteren Verzögerungen vorzubeugen stehen wir in engem Austausch mit den Fachplanern und Firmen und wirken auf die Einhaltung ihrer Vertragsverhältnisse hin. Wir haben ein hoch komplexes Bauvorhaben vor uns, das aufgrund der Spezialtechnik weit anspruchsvoller ist als andere städtische Neubauten“, so der Dezernent. Aufgrund der angesprochenen Verzögerungen sei ein Fertigstellungstermin derzeit nicht belastbar zu benennen. Angestrebt wird weiterhin das ehrgeizige Ziel einer abnahmereifen Fertigstellung des Gebäudes, mit Ausnahme der Leitstellenbereiche, zum Ende des Jahres 2020. Die Leitstellenräume sollen dann Ende Frühjahr 2021 zum Einbau der Leitstellentechnik bereitstehen. Danach sei noch ein halbes Jahr zu kalkulieren, in dem die Technik eingerichtet und das neue Gebäude für den Vollbetrieb vorbereitet wird.

Die Trockenbauwände sind in allen Geschossen erstellt und können nach Freigabe geschlossen werden. Unterdecken zum größten Teil bereits eingebaut. Die Malerarbeiten wurden aufgenommen und die Verlegung des Estrichs und die Außenanlagen sind annähernd zu 90 Prozent fertig gestellt.

„Bereits in dieser Woche konnten wir mit der Ausbildung des Leitstellenpersonals in der Handhabung der noch einzubauenden Technik beginnen. Dies wurde möglich, da die abgesetzte Redundanz-Leitstelle bereits mit der neuen Technik bestückt wurde“, fügt der Leiter der Berufsfeuerwehr Torge Malchau an.

Bis zur Baufertigstellung sind u. a. noch folgende wichtige Schritte durchzuführen:

  • Beendigung der Installationsarbeiten
  • Einbau der Heiz- /Kühldecke in der Leitstelle
  • Montage des Blitzschutzes
  • Installation der kompletten Leitstellentechnik; aufgrund der hochempfindlichen Geräte kann dies erst erfolgen, wenn das Gebäude als „staubfrei“ gilt.