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Förderung für Zukunftstechnologien in Braunschweig

Braunschweig, 15.06.2021 | Referat Kommunikation

© Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH

Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann hat am Montag in Braunschweig einen Förderbescheid in Höhe von fünf Millionen Euro übergeben. Als ein zentrales Projekt des Masterplans Digitalisierung soll durch diese Förderung am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg in Partnerschaft mit dem Flugplatz Emden ein „Remote Tower Center (RTC) " entstehen. Remote Tower ist ein modernes Konzept, bei dem der Flugverkehrsdienst an einem Flughafen an einem anderen Ort als im lokalen Kontrollturm durchgeführt wird. In Zukunft kann so die Flugsicherung für den Flughafen Braunschweig-Wolfsburg selbst sowie für den Flugplatz Emden direkt aus Braunschweig erfolgen. Damit würden sich auch die Betriebskosten reduzieren, da der Verkehr mehrerer Airports vom zentralen Punkt des RTC überwacht wird. Aktuell wird in Deutschland der Flugverkehr nur an den Flugplätzen Saarbrücken, Erfurt und Dresden vom RTC am Flughafen Leipzig/Halle überwacht. Das RTC am Flughafen Braunschweig wäre damit das erste in Norddeutschland. 

Wirtschaftsminister Althusmann: „Indem wir unsere Digitalstrategie, den Masterplan Digitalisierung, zügig und konsequent umsetzen, wird Niedersachsen nicht nur digital, sondern vor allem zukunftsfähig aufgestellt. Das Kooperationsprojekt zwischen dem Flughafen Braunschweig-Wolfsburg und dem Flugplatz Emden passt ideal in diese Digitalstrategie. Remote-Tower-Lösungen sind aktuell weltweit eines der zentralen Themen der Flugsicherungsbranche. Durch unsere Förderung des ersten norddeutschen RTC unterstreichen wir noch einmal die Bedeutung des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg als wichtigen Luftfahrt- und Forschungsstandort und stärken den Flugplatz Emden als führenden Flugplatz für die Off-Shore Windindustrie an der Nordseeküste."

Hochtechnologische Kameras an den An- und Abflugzonen sowie den Verkehrsflächen des Flughafens filmen diese und geben die Bilder an das Kontrollzentrum, das RTC, weiter. Dort werden sie auf Großmonitoren so dargestellt, dass der Fluglotse das Geschehen so sieht, als würde er es vor Ort aus dem Fenster betrachten. 

© Flughafen Braunschweig-WolfsburgOberbürgermeister Ulrich Markurth, Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann und Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg.

Markurth: Wasserstoff als Energieträger ist eine Zukunftstechnologie

Minister Althusmann und Oberbürgermeister Markurth  besuchten am Montag auch die Wasserstofftankstelle an der Shell Station Hamburger Straße. Die Tankstellentechnik stammt vom Gase- und Technologieunternehmen Air Liquide. Für den Bau der Wasserstofftankstelle in Braunschweig erhielt H2 MOBILITY Fördermittel aus dem Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI).

Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth unterstrich: „Als Mobilitätsregion und als eine der forschungsintensivsten Regionen Europas verfügen wir hier über zahlreiche interessante Forschungsansätze und Projekte rund um das Thema Wasserstoff und Mobilität. Mit regionalen Aktivitäten und Netzwerken sind wir bemüht, die vorhandenen Aktivitäten und Akteure noch besser miteinander zu verbinden, um Synergien für Forschung und Entwicklung zu schaffen. Dafür ist die Wasserstofftankstelle als zentrale Infrastruktur ein wichtiger Baustein. Wasserstoff als Energieträger ist eine Zukunftstechnologie, auch im Blick auf Mobilität. Er ermöglicht die Speicherung elektrischer Energie, in großen Mengen und über lange Zeiträume. Der Einsatz macht vor allem da Sinn, wo eine Elektrifizierung nicht sinnvoll möglich ist. Das betrifft den Schwerlast-, den Schiffs- und den Flugverkehr sowie spezielle Industrieprozesse wie die Stahlerzeugung.“

Minister Althusmann sagte: „Niedersachsen bietet das richtige Umfeld für den Aufbau einer umfassenden Wasserstoffwirtschaft. Wir müssen die herausragenden Potenziale dieses Moleküls noch viel ausgiebiger nutzen und nach und nach erschließen. Unser Land kann Vorbild und Technologieführer auf dem Weg hin zu einer klimaneutralen Mobilität und Wirtschaft werden, ohne dabei den Industriestandort Niedersachsen aus den Augen zu verlieren. Hierzu gehören auch unbedingt die Möglichkeiten, die der Wasserstoff im Verkehrssektor eröffnet. Für die straßengebundene Wasserstoffmobilität ist ein gutes Netz an Tankstellen ein wichtiger Meilenstein.“

Elektro-Fahrzeuge mit Brennstoffzelle werden mit Wasserstoff betrieben. Sie lassen sich genauso nutzen und erreichen vergleichbare Geschwindigkeit und Reichweiten wie Fahrzeuge mit Otto- oder Dieselmotor.  Wasserstoff bietet die Möglichkeit, das Kraftstoffangebot im Verkehrssektor klimafreundlich zu erweitern. Denn mithilfe von Wasserstoff, gerade wenn er mit erneuerbarer Energie erzeugt wird, lassen sich klimaschädliche CO₂-Emissionen deutlich senken.