EN

Stadtverwaltung stellt Standort für Impfzentrum vor. Oberbürgermeister: „Stadthalle bietet bestmögliche Voraussetzungen für diese große Aufgabe“

Braunschweig, 30.11.2020 - Referat Kommunikation

Die Stadthalle Braunschweig soll Impfzentrum in Braunschweig werden. Dies teilte Oberbürgermeister Ulrich Markurth in einem Pressegespräch gemeinsam mit Organisationsdezernent Dr. Thorsten Kornblum als Leiter der Task Force "Impfzentrum" sowie Sozialdezernentin Dr. Christine Arbogast als Leiterin des Krisenstabs mit. 

Das Land Niedersachen hat die Landkreise und kreisfreien Städte am 17. November aufgefordert, bis zum 15. Dezember sogenannte Impfzentren anhand der aktuellen Konzeptionierung des Landes einzurichten. Die hierfür gebildete dezernatsübergreifende Task Force "Impfzentrum" hat anhand des derzeitigen Landeskonzepts nach Vor-Ort- Besichtigungen und Prüfungen hinsichtlich Lage, Flächenangebot, Sicherheitsaspekten sowie Gewährleistung der Hygienemaßnahmen eine Standortentscheidung für die Räumlichkeiten in der Stadthalle Braunschweig getroffen. Für die technische Umsetzung und Ausstattung wird die Stadthalle Braunschweig Betriebs GmbH zuständig sein. 

„Wir haben unter großem Zeitdruck die Bitte des Landes umgesetzt, einen geeigneten Standort für unser Impfzentrum zu prüfen und zu benennen. Mit der Stadthalle Braunschweig werden wir den Braunschweigerinnen und Braunschweigern zusammen mit dem Land die bestmögliche Infrastruktur zur Verfügung stellen, um unter optimalen Bedingungen mit dem Impfen beginnen zu können“, sagt Oberbürgermeister Ulrich Markurth. Markurth betonte, dies werde eine große und organisatorisch anspruchsvolle Aufgabe. Wir wollen das gut machen, um den Gesundheitsschutz der Braunschweigerinnen und Braunschweiger zu gewährleisten.“

Ziel ist es, mit den Impfzentrum Braunschweig die „erste Bugwelle“ ab Mitte Dezember 2020 impfen zu können. Eine zweite Impfung nach einem bestimmten zeitlichen Abstand zur Erstimpfung ist dabei notwendig. Die Bereitstellung der benötigten Impfstoffe für das Impfzentrum und die mobilen Impfteams erfolgt über das Land Niedersachsen. Die Impfungen sollen nach den bisherigen Planungen von Bund- und Ländern schnellstmöglich in das ambulante hausärztliche Versorgungssystem überführt werden.

„Bisher konnten wir in der Pandemie immer nur reagieren. Wir freuen uns, dass wir jetzt mit dem angekündigten Impfstoff agieren können. Mit den Impfzentren kommen wir aus der Deckung und können große Schritte in Richtung unserer schmerzlich vermissten Normalität gehen“, bekräftigt Organisations- und Ordnungsdezernent Dr. Thorsten Kornblum. „Wir glauben, dass wir mit der Stadthalle diese große Aufgabe gut schaffen können. Sollten wir einen zweiten Standort brauchen, würde das die Volkswagenhalle sein.“

Das Konzept umfasst dabei auch den Aufbau mobiler Impfteams bestehend aus mehreren Fachkräften, die bei Lieferung des Impfstoffes zunächst besonders gefährdete Personen zu Hause und in Pflege- und Altenheimen impfen sollen.

Sozialdezernentin Dr. Christine Arbogast sieht darin einen besonderen Schwerpunkt der Impfstrategie: „Gerade ältere Menschen und Risikopatienten, die durch besonders schwere Infektionsverläufe gefährdet sind, müssen schnell geimpft werden. Um einen effektiven Schutz der Menschen im Pflege- und Gesundheitsbereich zu gewährleisten, gilt gleiches für Ärztinnen und Ärzte, Pflege- und weiteres Fachpersonal in Krankenhäuser, Heimen und der ambulanten Versorgung.“

Das Impfzentrum Braunschweig wird dabei durch sogenannte „Impfstraßen“ im Einbahnsystem gekennzeichnet sein, das die zu Impfenden durch einen Anmeldebereich, Registrierung, einem Raum für das ärztliche Beratungsgespräch sowie an den Ort der eigentlichen Impfstation führt. Im Anschluss an die Impfung sieht das Konzept einen Wartebereich für eine viertelstündige Ruhephase unter Beobachtung der geimpften Personen vor. 

Um den Betrieb im Impfzentrum Braunschweig in der geplanten Form zu gewährleisten, ist der Einsatz von qualifiziertem Personal für einen langfristigen Zeitraum erforderlich. Unter Berücksichtigung der Notwendigkeit einer Zweifachimpfung, der ärztlichen Beratungsdauer sowie ein Zweischichtsystem, das voraussichtlich von Montag bis Freitag (8:00 – 18:00 Uhr) betrieben wird, ergibt sich für das Impfzentrum Braunschweig ein Personalbedarf von acht Ärztinnen und Ärzten, 32 impfbefähigten Personal und 30 Verwaltungskräften pro Tag. Hinzu kommen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes sowie Notfallsanitäterinnen und -sanitäter.

Die Rekrutierung des ärztlichen Personals übernimmt das Land Niedersachsen in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung und wird dabei durch die Stadt Braunschweig mit einem Freiwilligenaufruf an pensionierte Ärztinnen und Ärzte unterstützt.

Für die Bereitstellung der Verwaltungsmitarbeiterinnen und –mitarbeiter und impfbefähigten Personal ist die Stadt Braunschweig zuständig. „Die Personalgewinnung stellt eine Herausforderung dar, für die wir nur ein sehr kurzes Zeitfenster zur Verfügung haben“, sagt Dr. Thorsten Kornblum „Wir stehen hierfür im intensiven Austausch mit Hilfsorganisationen, Bundeswehr und weiteren wichtigen Partnern der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung.“ 

Die Überführung der Impfungen in das hausärztliche Regelsystem soll nach derzeitigen Äußerungen des Bundes etwa im Herbst 2021 geschehen. Bis dahin steht die Stadthalle zur Verfügung. Sollten die Impfzentren darüber hinaus benötigt werden, ist als Back-Up-Standort die Volkswagen-Halle vorgesehen.

 

 

Oberbürgermeister Ulrich Markurth stellt die Pläne für die kurzfristige Errichtung eines Impfzentrums vor. Es soll in der Stadthalle aufgebaut werden. Außerdem äußert er sich zur aktuellen Lage in Braunschweig.