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Seltenes Birkenrindenkanu soll restauriert werden

Braunschweig, 5. September - Stadt Braunschweig, Referat Kommunikation

© Foto: Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen / Weiterverbreitung nicht gestattetDas Birkenrindenkanu weist viele Schäden auf und soll restauriert werden.

Das Städtische Museum Braunschweig besitzt ein seltenes Birkenrindenkanu aus Labrador, Kanada, aus dem 19. Jahrhundert. Die Restaurierung dieses seltenen Boots – es ist das älteste erhaltene Boot seiner Art – steht in den Startlöchern. An dem Projekt sind die Freunde des Städtischen Museums Braunschweig e.V. als Förderer maßgeblich beteiligt. Der Verein Freunde des Städtischen Museums Braunschweig e.V. unterstützt das Städtische Museum, indem er Restaurierungskosten übernimmt, Ausstellungen und Vorträge fördert, und durch Schenkungen die Sammlungen des Museums ergänzt.

Das Rinden-Kanu ist ein wichtiges kulturgeschichtliches Zeugnis in vielerlei Hinsicht: Es wurde bereits 1875 als Geschenk Theodor Steinwegs dem Museum überlassen. So gehört es zum frühen Sammlungsbestand des 1861 gegründeten Städtischen Museums.

Theodor Steinweg war der Sohn des Braunschweiger Fabrikanten Heinrich Steinweg, der die bekannte Klavierfabrik Steinway & Sons in New York gegründet hatte. Das Kanu ist somit ein hochinteressantes Zeugnis zur Sammeltätigkeit an der Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert und repräsentiert beispielhaft die Ideen und Ziele der damaligen musealen Arbeit in Braunschweig.

Das Rindenkanu ist kulturhistorisch von überregionaler Bedeutung. Das Rindenkanu zeigt Techniken der Bootsbaukunst der Kanadischen Ureinwohner aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, die nur noch durch wenige Objekte weltweit dokumentiert sind.

In den letzten Jahrzehnten lagerte das Kanu unter schlechten Bedingungen in einem schwer zugänglichen Dachbereich des Museums, erst im Zuge von Sanierungs- und Umbauarbeiten wurde es geborgen. Sein Zustand erwies sich als katastrophal. Umgehend wurden dringend notwendige Sicherungsmaßnahmen durchgeführt, und so konnte das Kanu 2017 in der Sonderausstellung „Weitblick – Städtisches Museum Braunschweig und Kulturen der Welt“ erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden. Noch während der Schau untersuchten Restauratoren das Kanu, um die komplexen Schäden in einem Konservierungs- und Restaurierungskonzept zu erfassen.

Der Bedeutung des Objektes angemessen, soll es zukünftig in der Dauerausstellung des Museums präsentiert werden, verbunden mit einer begleitenden Dokumentation zur Restaurierung und zur originalen Herstellungstechnik. Ebenso sollen Erläuterungen zum ethnografischen Kontext die Präsentation des Kanus begleiten. Eine Aufstellung ist jedoch erst nach einer umfangreichen restauratorischen Aufarbeitung möglich, die aufgrund der massiven Beschädigungen – Formveränderungen, zahlreiche losgelöste Holzteile, brüchige Verbindungsnähte und Kittmassen – zwingend notwendig ist.

Um den finanziellen und arbeitstechnischen Aufwand des komplexen Projektes besser einschätzen zu können, wurden die Arbeiten im Restaurierungskonzept in verschiedene Phasen eingeteilt. Abgeschlossen sind Bergung und Notsicherung, Bestands- und Zustandserfassung sowie Erstellung eines variablen Restaurierungs- und Konservierungskonzeptes. Es stehen noch die Festlegung der konkreten restauratorischen und konservatorischen Maßnahmen aus sowie ihre Umsetzung und schließlich die Präsentation in der ständigen Ausstellung mit dokumentarischer Begleitung. Die bisherigen Arbeiten wurden durch Finanzmittel des Freundeskreises des Museums in Höhe von etwa 6.000 Euro ermöglicht.

Für die anstehende Durchführung der Maßnahmen zur Restaurierung und Konservierung sind rund 25.000 Euro veranschlagt. Hinzu kommen für die Präsentation in der Ausstellung und die damit verbundene mediale Aufarbeitung der dokumentarischen Begleitung 3.000 Euro. Insgesamt liegt ein Finanzbedarf von etwa 28.000 Euro vor. Das Städtische Museum Braunschweig und die Freunde des Städtischen Museums Braunschweig e.V. rufen daher zu Spenden auf:

Bankverbindung:

Freunde des Städtischen Museums Braunschweig e.V.
IBAN: DE49 2505 0000 0001 4948 55
BIC: NOLADE2HXXX (Norddeutsche Landesbank)
Verwendungszweck: Restaurierung Rindenkanu

Städtisches Museum Braunschweig
Haus am Löwenwall
Steintorwall 14
38100 Braunschweig
Tel.: (0531) 470 4521
E-Mail: staedtisches.museumbraunschweigde
www.braunschweig.de/museum
Öffnungszeiten: Di-So 10-17 Uhr

Eintritt: Erwachsene 5,00 €; Ermäßigung (für Schüler, Studierende, Auszubildende, Menschen mit Behinderung, Rentner sowie Inhaber des „Braunschweig Passes“) 2,50 €; Kinder von 6 bis 16 Jahre 2,00 €; Schulklassen und Kinder bis 6 Jahre freier Eintritt. Das Städtische Museum ist uneingeschränkt barrierefrei.

Das Städtische Museum nimmt teil an der MuseumsCard der Braunschweiger Museen. Sie ermöglich einmalig freien Eintritt sowie dauerhaft ermäßigten Eintritt bei Folgebesuchen für ein Jahr in den sieben größten Museen Braunschweigs. Die Museumscard kostet 22 Euro und ist auch im Städtischen Museum erhältlich. Alle Infos unter www.braunschweig.de/museumscard.