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Dr. Arbogast: „Die LSBTI*-Community soll in Braunschweig sichtbar, offen und ohne Ängste leben können“

Braunschweig, 23.08.2021 | Referat Kommunikation

© Stadt Braunschweig/Anna KringsMareike Walther leitet die Koordinationsstelle LSBTI*.

Die Stadt Braunschweig hisst jedes Jahr die Regenbogenflagge vor dem Rathaus und präsentiert damit nach außen sichtbar, dass sie für die Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans*- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI*) einsteht. Doch sie tut dies nicht nur symbolisch. Seit Herbst 2019 gibt es im Sozialreferat die Koordinationsstelle LSBTI*. Ziel ist es, Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*- und intergeschlechtliche Menschen in Braunschweig zu unterstützen, selbstverständlicher Teil der Gesellschaft zu werden.

"Menschen der LSBTI*-Community sollen in Braunschweig, sichtbar, offen und ohne Ängste leben können", sagt Sozialdezernentin Christine Arbogast. "Mit Hindernissen, die dem entgegenstehen, setzt sich die Koordinationsstelle konstruktiv auseinander." Um das zu erreichen, begleitet die Koordinationsstelle LSBTI* Maßnahmen und Projekte in und außerhalb der Verwaltung, berät, macht aufklärende Öffentlichkeitsarbeit zu dem Thema und fungiert als städtische Ansprechperson für die LSBTI*-Community.

"Um einen Überblick über die Braunschweiger Community zu bekommen, gibt es seit Neuem einen Online-Wegweiser zu einem großen Teil der ortsansässigen Gruppen und Projekte im Bereich LSBTI* auf der Internetseite der Stadt", erläutert die Leiterin der Koordinationsstelle, Mareike Walther. "Bereits 30 verschiedene Akteur*innen sind dort aufgeführt, wovon die meisten in der Dachorganisation, dem Verein für sexuelle Emanzipation e.V. angedockt sind, welcher auch stetiger Partner der Zusammenarbeit ist."

Halbjährlich findet ein Runder Tisch LSBTI* unter der Moderation der Stadtverwaltung statt.  Politik, Verwaltung und Community diskutieren über aktuelle Bedarfe, verschiedene Anliegen und Herausforderungen. Schwerpunktthemen sind dabei derzeit insbesondere Bildung, Gesundheit, Corona und Sprache.

Ein Ergebnis des Runden Tisches ist die Einrichtung einer Arbeitsgruppe zum Thema Bildung. Sie hat das Ziel, weitere Bildungsmaßnahmen in verschiedensten Altersstufen zu initiieren und umzusetzen. Aktuell zählt wird der Fachtag "Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in Schulen" am 10. September im KufA-Veranstaltungszentrum am Westbahnhof organisiert.  Pädagogische Multiplikatoren werden darin geschult, wie sie mit transgeschlechtlichen Schüler*innen umgehen können oder welche Handlungsmöglichkeiten es gibt, wenn junge Menschen auf dem Schulhof aufgrund ihrer sexuellen Prägung beleidigt werden.

Dem Aspekt "Sichtbarmachung" dient das Projekt "Medienkoffer": Der Medienkoffer für Kinder- und Jugendgruppen mit Büchern, die das Thema Homo- und Bisexualität, Trans*- oder Intergeschlechtlichkeit kind-/ oder jugendgerecht und selbstverständlich in ihren Handlungen aufgreifen, soll ab Oktober über das Medienzentrum des Fachbereichs Schule ausleihbar sein.

Im Bereich Gesundheit plant die Stadt in Zusammenarbeit mit landesweiten Akteur*innen einen Fachtag für medizinisches Fachpersonal, um der Situation entgegenzuwirken, dass trans*- und intergeschlechtliche Personen häufig von psychischen Krankheiten betroffen sind und im Gesundheitsbereich diskriminiert werden. Er soll im nächsten Jahr stattfinden.

Die Koordinationsstelle ist darüber hinaus in verschiedenen Netzwerken, wie zum Beispiel dem Antidiskriminierungsnetzwerk aktiv tätig und ist an der Konzeption der Antidiskriminierungsberatungsstelle beteiligt. Für die Stadtverwaltung hat Mareike Walther die AG Diversity ins Leben gerufen. Sie setzt verwaltungsintern mit allen für Chancengleichheit zuständigen Kolleg*innen der Stadt gemeinsame Aktivitäten im Bereich Vielfalt und Toleranz um.

Die Koordinationsstelle ist schließlich Ansprechzentrale für Externe: Verschiedene Akteur*innen auf Landesebene wenden sich an sie, um gemeinsam mit der Stadtverwaltung Projekte umzusetzen. Beispielhaft sei erwähnt: Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD), der die "Säule der Vielfalt" am 18. September auf dem Kohlmarkt aufstellen will. Forderungen an die Landesregierung können dabei in den Briefkasten einer mobilen Litfaßsäule eingeworfen werden.