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Wasserverband Mittlere Oker hat Schunter bei Rühme renaturiert

Braunschweig, 5. Mai 2022 - Stadt Braunschweig, Referat Kommunikation

Von links: Michael Stephan, Claus Wilske, Andreas Hartmann, Dr. Thorsten Kornblum, Bernd Hoppe-Dominik, Angela Kleinhans© Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen

Für 4,1 Millionen Euro ist die Schunter bei Rühme renaturiert worden. Damit wurde die Biotop- und Auenvielfalt in dem Bereich wesentlich verbessert. Zwei Schunterbrücken wurden im Zuge der Arbeiten erneuert. Das Projekt wurde vom Wasserverband Mittlere Oker (WVMO), Gewässerausbauverband der Städte Braunschweig und Wolfenbüttel, umgesetzt. Gefördert wurde es mit 2,2 Millionen Euro von der N-Bank, weitere Mittel kamen von Volkswagen Financial Services, der Stadtentwässerung Braunschweig GmbH (SE|BS) und der Stadt Braunschweig.

Die Projektpartner haben am Donnerstag, 5. Mai, vor Ort die positiven Effekte des Vorhabens anlässlich der Fertigstellung der wesentlichen Arbeiten gewürdigt. Als eines der Hauptziele galt die Erreichung der ökologischen Durchgängigkeit für alle Wasserorganismen, sagt Dr. Bernd Hoppe-Dominik, Verbandsvorsteher des WVMO. Dazu wurde das Staubauwerk nördlich der Autobahn 2 entfernt und eine langestreckte Sohlgleite geschaffen. Die Schunter erhielt im Abschnitt zwischen Bienroder Werg und der Autobahn 2 zudem neue Gewässerläufe, wurde also bereichsweise "entgradigt" - Voraussetzung und Starthilfe dafür, dass sich das Gewässer wieder zu einem artenreichen Biotop entwickeln kann.

Weiterer Effekt: Der so genannte "hydraulische Stress", unter dem die Schunter leidet, wurde durch den Einbau von Strukturelementen beseitigt. Bei Hochwasser wurden zuletzt die bei Niedrigwasser abgelagerten Sedimente und damit jedes Mal auch sogenannte Mikrohabitate und mit ihnen die dort lebenden Organismen fortgespült. Dies wird dort nun nicht mehr der Fall sein. Zugleich wurde die Schunter auch stromaufwärts für Fische und andere Wasserlebewesen wieder durchgängiger. Neue Wege, Zugänge zum Gewässer und Aussichtspunkte führen an den renaturierten Bereich heran.

Mit der Renaturierung dieses Schunterabschnitts sei eine weitere wichtige Etappe geschafft, artgerechtere Lebensräume für Fauna und Flora in Braunschweiger Gewässern und damit mehr Biodiversität zu schaffen bzw. wiederherzustellen, sagt Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum, der auf die Vielzahl von Renaturierungen von Schunter und Wabe der vergangenen Jahre verweist. Zugleich sei der Bereich erlebbar gemacht worden: "Also ein Ort für alle Generationen, um Natur zu erleben, zu spüren, sich an Arten zu freuen und etwas zu lernen."

Dr. Christian Dahlheim, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Financial Services AG, sagt: "Die Unterstützung von Umwelt- und Klimaschutzprojekten spielt für uns als Volkswagen Financial Services schon seit Jahren eine wichtige Rolle. Wir freuen uns sehr, dass wir dazu beitragen konnten, die Schunter in direkter Nähe zu unserem Firmensitz zu renaturieren und damit die örtliche Artenvielfalt zu fördern. Ich danke allen Beteiligten, die dieses Projekt so erfolgreich umgesetzt haben."

Und SE|BS-Geschäftsführer Andreas Hartmann hebt hervor: "Wasser kennt keine Grenzen, lässt sich nicht künstlich herstellen und ist das wichtigste Lebensmittel! In den Ausbau zu investieren war eine Herzensangelegenheit, denn ein wichtiger Effekt der Renaturierung ist, dass auch die Selbstreinigungskraft der Schunter gestärkt wird".

Durch die Verlegung der Brücke "Butterberg" Richtung Ringelhorst und den Neubau der Brücke "Im Alten Dorfe" wurde zudem die Überquerung der Schunter barrierefrei. Die Brücke Butterberg konnten in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen kaum nutzen, da die Wege zur Brücke steil hinauf bzw. hinunterführten. Die Brücke Im Alten Dorfe war von beiden Seiten nur über eine Treppe erreichbar. Beide Brücken wurden etwas verlegt und durch flach geneigte Anrampungen an das Wegenetz angebunden, so dass die Neubauten barrierefrei nutzbar wurden und z. B. auch von Müttern oder Vätern mit Kinderwagen passiert werden können. Gleiches gilt für Radfahrer und Radfahrerinnen.

 

Die Schunter bei Rühme wurde renaturiert.© Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen