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Sommerfest der Stadt Braunschweig

Braunschweig, 7. Juli 2022 - Stadt Braunschweig, Referat Kommunikation

Impressionen des Abends

Bei hervorragendem Sommerwetter begrüßte Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum am Mittwoch Abend rund 300 Gäste aus der Stadtgesellschaft. Zum zweiten Mal war der jährliche Neujahrsempfang der Stadtgesellschaft coronabedingt in den Schul- und Bürgergarten am Dowesee verlegt worden. Zur stimmungsvollen Atmosphäre trugen unter anderem Sänger und Musiker des Staatstheaters bei. Viel Freude war unter den Gästen zu spüren, sich endlich wieder einmal persönlich austauschen zu können. Gleichwohl sollten ernste Töne nicht fehlen, nicht nur in Bezug auf die weiter vorherrschende Infektionslage. Es war dem Oberbürgermeister wichtig, der Stadtgesellschaft zu danken für die gute Aufnahme ukrainischer Kriegsverfolgter und dem großen ehrenamtlichen Engagement der Braunschweiger. Er hob auch hervor, dass Braunschweiger Schulen unzählige Kraniche als Symbole des Friedens gefaltet haben. Der Verkaufserlös kommt weiter der Ukraine-Hilfe zugute. Die Sorge um die Opfer des Krieges und die Sehnsucht nach Frieden bestimme weiter den Alltag. Zugleich gelte es sich vorzubereiten auf Engpässe bei der Energieversorgung. Die Gasspeicher müssten im Herbst und Winter voll sei, deshalb sei es wichtig, jetzt zu sparen wo möglich. Als weitere wichtige große Projekte, die trotz der Krisenthemen weitergeführt würden, nannte der Oberbürgermeister den auch von Materialengpässen betroffenen Wohnungsbau, der die Voraussetzung bleibe, dass alle sich eine Wohnung leisten können, den Schulneu- und -umbau, auch mit Blick auf den Ganztagsanspruch ab 2026, das Onlinezugangsgesetz und das Klimaschutzkonzept 2.0.

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffs auf die Ukraine hatte auch die Rede von Stefan Raue, Intendant des Deutschlandradios - mit dem die Stadt Braunschweig jährlich den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis vergibt - zusätzliche Brisanz. Er sprach über die sozialen Medien, die vor einigen Jahren eine Revolution des Kommunikations- und Informationsraums ausgelöst haben und mit denen sich große Träume eines neuen Freiraums von freier Meinungsäußerung, Partizipation und eines neuen demokratischen Raums verbunden haben und noch verbinden. In jüngster Zeit dominierten hier jedoch leider negative Tendenzen wie Desinformation und Fake News vor dem Hintergrund einer Auseinandersetzung ökonomischer Interessen von Großkonzernen mit einer Tendenz zur Monopolisierung von Information, Daten und Werbung. Klassische Medien mit ihrem Qualitätsjournalismus, der auf Überprüfung von Nachrichten und fakten setze, setze dies in einem ökonomischen Umfeld massiv unter Druck, und der Zug zu einer eigenen großen Plattform als möglichem Gegenentwurf zu den Großkonzernen sei lange abgefahren. Raue zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass die klassischen Medien ihre Nischen finden würden, um die Internet- und Social-Media-Nutzer abholen zu können mit den Formaten, die dort gefragt sind. Als Beispiel nannte er den Podcast, der eigentlich gar kein neues, sondern ein klassisches Radioformat sei.