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Stand der Umsetzung städtischer Energiesparmaßnahmen

Braunschweig, 06. Oktober 2022 - Stadt Braunschweig, Referat Kommunikation

Die Stadtverwaltung arbeitet an einer Reihe von Energieeinsparmaßnahmen. Diese hatte der Oberbürgermeister am 15. August öffentlich vorgestellt. Einige dieser Maßnahmen sind zwischenzeitlich durch die Energieeinsparverordnung des Bundes ergänzt worden bzw. finden sich auch dort. Die Stadtverwaltung gibt einen Überblick über den Stand der Umsetzung: 

Mit Beginn der Heizperiode werden seit dem 1. September die Temperaturen in öffentlichen Nichtwohngebäuden gemäß Bundesvorgabe auf 19 Grad abgesenkt. Zwar wird bei der Stadt Braunschweig aufgrund der zuletzt schon niedrigen Temperaturen bereits geheizt, die Bundesvorgabe wird dennoch Schritt für Schritt umgesetzt, indem die Thermostatventile entsprechend arretiert werden. Die Bundesverordnung wiegt diesbezüglich übrigens schwerer als die Arbeitsstättenverordnung, die ein Absenken auf 19 Grad nicht vorsieht.  Schulen und Kindertagesstätten sind von dieser Absenkung nicht betroffen, da diese nach der Energiesicherungsverordnung davon ausgenommen sind. Entsprechend wird dort die Temperatur wie bisher eingestellt. 

Grundsätzlich möglich ist eine größere Flexibilität auch bei Schulen und Kindertagesstätten im Umgang mit dem Beginn des regulären Heizbetriebs im Herbst. Dieser beginnt üblicherweise am 1. Oktober, in diesem Jahr erst am 1. November, was allerdings nicht heißt, dass bei kühleren Temperaturen nicht geheizt wird. Tatsächlich hat die Stadtverwaltung auch bereits vor etwa zwei Wochen mit dem Heizen auch in Schulen und Kitas begonnen. Dennoch führt dieses Vorgehen zu Energieeinsparungen, da die Heizung anders als beim regulären Winterbetrieb nur dann (manuell) eingeschaltet wird, wenn es nötig ist. Bei wärmeren Temperaturen bliebe die Heizung ganz ausgeschaltet, und ein Verbrauch im Grundbetrieb würde eingespart. Diese Maßnahme ist grundsätzlich auch im Frühjahr möglich, indem der Winterbetrieb früher beendet werden könnte, und bei Heizbedarf dann wieder die Heizung manuell eingeschaltet würde. Die Maßnahme ist Teil des städtischen Maßnahmenpakets und gilt auch für Verwaltungsgebäude. 

Eine weitere Maßnahme, die ebenfalls Teil der Bundesverordnung ist, ist die Absenkung der Temperatur auf Fluren, Treppenhäusern u. ä. in öffentlichen Gebäuden 6 Grad (Frostschutz). Zuletzt waren 12 Grad die Regeltemperatur. Diese Veränderung wird jetzt mit schon laufenden Beginn der Heizperiode Schritt für Schritt umgesetzt. Allerdings beobachtet die Stadtverwaltung, wie sich die Absenkung auf benachbarte, genutzte Räume auswirkt. Auch hier sind Kindertagesstätten, Schulen und Pflegeeinrichtungen nach Bundesverordnung ausgenommen. 

Zudem wird in Sporthallen weniger stark geheizt, die Temperaturen werden dort auf 15 Grad abgesenkt. Zuletzt waren es 17 Grad. Dies ist ein Vorhaben aus dem Maßnahmenpaket der Stadt Braunschweig. 

Offen geblieben war zunächst die Frage, ob der Corona-Verlauf im Herbst eine Rücknahme der Vorgaben des Lüftens in Klassenräumen erlaubt und so Wärmeaufwand verringert werden kann. Dies bleibt weiter abzuwarten, allerdings ist die Stadtverwaltung für die Lüftungsvorgaben auch nicht verantwortlich, sondern das Land. Sie geht aber davon aus, dass zumindest derzeit weniger gelüftet wird und daher auch weniger Wärme entweicht. 

Dort, wo es dies gibt, soll in Verwaltungsgebäuden zudem die Warmwasserbereitung für Handwaschbecken ausgeschaltet werden. Kitas sind davon ausgenommen. Zudem ist in Verwaltungsgebäuden auf die Nutzung individueller Heizgeräte zu verzichten. Mittelfristig wird zudem der hydraulische Abgleich in ausgewählten Gebäuden mit bisher hohem Energieverbrauch für eine Reduzierung der Verbräuche sorgen. Auch diese Maßnahme läuft bereits. Dazu zählen Ermittlung der Heizlast, technische Überprüfung, Optimierung der Ventileinstellungen und die Justierung des Gesamtsystems mit dem Ziel, überall gleiche Druck- und Temperaturverhältnisse herzustellen. Bezüglich der Information der Mitarbeiterschaft ist eine Informationskampagne in Vorbereitung.

So nicht die Verkehrssicherheit beeinträchtigt wird, strahlt die Stadt zudem öffentliche Gebäude und Baudenkmäler seit Anfang September nicht mehr an, um Energie zu sparen und um ein deutliches Zeichen für das Energiesparen zu setzen. Dieses Vorgehen entspricht auch den Vorgaben der Bundesenergiesparverordnung. Das gilt u. a. für Gebäude in städtischem Eigentum wie Altstadtrathaus, Rathausaltbau, Schloss Richmond, Salve Hospes, Gewandhaus, Brunnen Kohlmarkt, die Quadriga und die Reiterstandbilder, die Torhäuser und die Christentumssäule. Ausgeschaltet wird die Außenbeleuchtung auch bei nicht-städtischen Gebäuden wie Burg, Dom, Katharinenkirche und Alte Waage/Andreaskirche. 

Die Innenbeleuchtung in städtischen Gebäuden wird auf das notwendige Maß, also im Regelfall während der Nutzungsdauer bei Bedarf, reduziert. In einigen Gebäuden gibt es allerdings eine Notbeleuchtung. Die Stadt hat zudem in den vergangenen Wochen bei den öffentlichen Brunnen, solange diese in Betrieb waren, die Beleuchtung ausgeschaltet. Die Brunnen, die noch mit reduzierten Betriebszeiten liefen, wurden mittlerweile außer Betrieb genommen. 

Eine Abschaltung öffentlicher Straßenbeleuchtung ist mit Blick auf die Verkehrssicherheit nicht vorgesehen. Viele Straßenlaternen sind bereits auf LED umgerüstet. Die Umrüstung auf LED wurde noch weiter intensiviert. Alle Ampeln in Braunschweig werden seit Jahren mit sparsamen LED betrieben. Einige Anlagen werden, wenn es die Verkehrssicherheit zulässt, bereits jetzt zum Beispiel am Wochenende abgeschaltet. Weitere Reduzierungen der Betriebszeit sind aus Sicherheitsgründen nicht vorgesehen. 

Aus hygienischen Gründen wird weiterhin warmes Wasser zum Duschen und Waschen in Sporthallen insbesondere für Schülerinnen und Schüler vorgehalten werden. Deshalb bleiben die Warmwasserbereiter dort und in den Funktionsgebäuden der Vereine eingeschaltet. Durch entsprechende Hinweise werden die Nutzerinnen und Nutzer aber gebeten, möglichst kurz zu duschen. 

Zu den Maßnahmen der Stadtbad GmbH verweisen wir auf stadtbad-bs.de (Öffnet in einem neuen Tab).