EN

Raumluft in Schulen: Maßgeschneidertes Vorgehen im Einzelfall

Braunschweig, 10.11.2021 | Referat Kommunikation

© Stadt Braunschweig/ Foto: Daniela Nielsen

Im Zusammenhang mit dem Infektionsschutz an Schulen gibt es seit dem Auftreten der Pandemie eine intensive Debatte über Raumlufthygiene an Schulen. Die Stadt Braunschweig hat als Antwort ein Konzept entwickelt, das in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Instituten auf Sicherstellung der Frischluftzufuhr in Klassenräumen setzt. Dort, wo keine ausreichende Fensterbelüftung möglich ist, wird durch die Nachrüstung von Fensterventilatoren ein notwendiger Luftaustausch sichergestellt. Dieses sogenannte Göttinger Modell wurde bisher in rund 50 Klassenräumen eingebaut. Bei weiteren 150 Ventilatoren geschieht dies aufgrund von Lieferengpässen zeitversetzt. Die aktuellen Lieferzusagen ermöglichen einen Einbau bis Weihnachten. 

In Ausnahmefällen lässt sich das Konzept nicht umsetzen, weil örtliche Gegebenheiten einen Einbau von Fensterventilatoren nicht oder nur unter erheblichem Aufwand zulassen - beispielhaft bei Fenstern, die einen Ausbau aufgrund von innenliegenden Jalousien nicht möglich machen. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Verwaltung den Braunschweiger Schulen 210 einfache CO2-Ampeln zur Verfügung gestellt, um dank der Erkenntnisse über die Luftqualität steuernd eingreifen zu können und so raum- wie nutzungsspezifische Lüftungsszenarien auszuarbeiten. Um diese Vorgehensweise sicherer zu machen, wurden jetzt zusätzlich 228 sogenannte Raumluftgüteampeln angeschafft. Sie sollen Handlungssicherheit in Räumen geben, in denen sich die Luftqualität schnell verschlechtern kann. 

Dafür verfügen sie über ein deutlich differenzierteres Leistungsbild und werden je nach Inzidenzwert über WLAN kalibriert. So können Lüftungsintervalle intelligent gesteuert werden. Zurzeit läuft die Einjustierung und Abstimmung der Daten.

Auch wenn die Stadtverwaltung der vom Umweltbundesamt empfohlenen Fensterlüftung als Standard folgt, reagiert sie somit weiterhin situativ auf weitere Anforderungen und Erkenntnisse. Dazu gehören etwa auch die Fördermöglichkeiten, deren Struktur derzeit noch einer steten Veränderung unterworfen sind. Ziel ist es, die Sicherheit in den Schulen einzelfallbezogen zu gewährleisten, ohne durch umfangreiche "Gießkannen"-Aktionen und damit verbundenen noch größeren Liefer- und Umsetzungsengpässen eine zügige technische Unterstützung dort zu behindern, wo sie dringend erforderlich ist. 

Dieser Prozess geht weiter. Bisher wurden nach diesem Grundsatz zehn Luftreiniger angeschafft, die Unterrichtsräume wieder nutzbar machen, die aufgrund nicht ausreichender Fenster- oder Ventilatorlüftung nicht zur Verfügung stünden. Die Entscheidung, ob ein Luftfilter zum Einsatz kommt, wurde aus der Berechnung der Raumbelüftung über Fensterflächen abgeleitet. 

Aufgrund aktueller Messdaten wird dieses Projekt jetzt ausgeweitet und es werden 30 weitere Luftfilter nach den Richtlinien des Umweltbundesamtes gekauft. So soll durch einen raum- und situationsbezogenen Luftfiltereinsatz in Einzelfällen die Raumnutzung sichergestellt werden, um der pandemischen Entwicklung entgegenzuwirken. Dies mit dem Ziel, die Pandemie einzudämmen sowie Unterrichtsunterbrechungen zu minimieren.