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Privat anreisende Kriegsvertriebene sollen Verteilzentrum Laatzen ansteuern

Braunschweig, 25. März 2022 - Stadt Braunschweig, Referat Kommunikation

Die Stadt Braunschweig hat noch einmal auf die Notwendigkeit hingewiesen, dass die Unterbringung von Kriegsvertriebenen aus der Ukraine in einem geordneten Zuweisungsverfahren, gesteuert von Bund und Land, erfolgen muss. Andernfalls sei die Aufgabe für die Kommunen angesichts der hohen Zahl an Menschen, die erwartet werden, nicht zu leisten, sagte die Leiterin des Braunschweiger Krisenstabs Ukrainehilfe, Dr. Christine Arbogast. Dazu müsse auch darauf hingewirkt werden, dass die Vielzahl von privaten Transporten mit Kriegsvertriebenen oder Personen, die individuell anreisen, die zentralen Verteilzentren ansteuerten, damit von dort eine gleichmäßige Zuweisung in die Bundesländer und Kommunen erfolgen könne.

Derzeit kämen nach wie vor immer wieder privat organisierte Fahrten in Braunschweig an. "Das macht eine Planbarkeit und die ausreichende Versorgung mit Unterbringung und Verpflegung angesichts der knappen Ressourcen unmöglich, denn wir wissen von diesen privaten Ankünften vorher nichts", sagte Dr. Arbogast. Offenbar werde über Kontakt- und Meldeketten von ukrainischen Kriegsvertriebenen derzeit vielfach der Tipp gegeben, nach Braunschweig zu fahren. "Wir arbeiten unter Hochdruck daran, weitere Kapazitäten für die kommenden Wochen zu schaffen. Auch diese werden jedoch nur dann reichen, wenn eine geregelte Zuweisung erfolgt und wir wissen, wie viele Menschen jeweils wann kommen. Daher müssen alle Kriegsvertriebenen über die Verteilzentren zugewiesen werden."

Wer privat in Richtung Niedersachsen unterwegs sei auf der Suche nach einer Unterkunft, bzw. wer Kriegsvertriebene im Auto transportiere, werde gebeten, das Verteilzentrum Laatzen anzusteuern. Die Stadt Braunschweig werde privat Ankommende ab sofort ebenfalls dorthin verweisen. Dies sei auch mit dem Bahnhofsmanagement in Braunschweig besprochen, von wo die Weiterfahrt nach Laatzen möglich ist. Das Bahnhofspersonal vor Ort werde Ankommende dahingehend informieren. Gegebenenfalls würde anderer Transport organisiert, wenn nötig.

"Wir können im Moment nicht ausreichend Platz anbieten, deshalb helfen wir auch niemandem, wenn wir ihn dennoch annehmen. Selbstverständlich nehmen wir weiterhin Personen auf, denen eine Weiterreise wegen Krankheit oder aus anderen wichtigen Gründen nicht zugemutet werden kann." Dafür würden Plätze vorgehalten. Mit der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen sei dieses Verfahren abgesprochen, in Laatzen stehen ausreichend Aufnahmekapazitäten zur Verfügung. Die Stadt hat dieses Vorgehen auch mit dem Verein Freie Ukraine Braunschweig abgesprochen.

Nach heutigem Stand sind 1.641 ukrainische Kriegsvertriebene in Braunschweig registriert, 607 davon sind in städtischen Unterbringungen, davon 143 in der Erstaufnahme Stadthalle. Es wird weiterhin davon ausgegangen, dass noch eine Vielzahl weiterer Menschen in Braunschweig ist, von denen wir noch keine Kenntnis haben.