Knut Hartmann

Knut Hartmann

Geboren 1954 in Lüneburg. Als Kind soll ich gerne und viel gesungen haben. In der Grundschule habe ich Schlager vorgesungen, woraufhin ich von den Klassenkameraden gehänselt wurde, was mich auch wieder eingeschüchtert hat. Blockflöte habe ich auch ein wenig gespielt, doch alles ohne jegliche Unterweisung oder Förderung.

Erst mit 12 habe ich zur Geige gegriffen, nachdem ich das Orchester meines Gymnasiums gesehen hatte. Aber mit meiner ersten Geigenlehrerin war ich zutiefst unglücklich. Mich davon restlos befreit zu haben, ist heute mein größtes Kapital als Lehrer und Begleiter junger Menschen in Sachen Geigespielen und Musik.

Als ich das erste Mal in meinem Leben die 5. Sinfonie von Ludwig van Beethoven hörte, mit 14, kam ich zur Musik, in die ich seitdem eintauche und der ich seitdem erlaube, in mich einzutauchen.

Mit 17 gründete ich zusammen mit einem Freund das Lüneburger Jugendorchester und spielte gleichzeitig im Lüneburger Bach-Orchester. Als ich das erste „Weihnachts-Oratorium“ meines Lebens mitspielte, bin ich durchflutet worden von Glücks- und Liebes-Gefühlen, dass ich es gar nicht fassen konnte, aber dass für mich fest stand „ich möchte mein Leben mit dieser Musik verbringen und damit etwas für Menschen tun“. Heute, mit 50, weiß ich, dass es eigentlich darum geht, mit Hilfe der Musik und ihrer Vermittlung diese überpersönliche Energie von Liebe zu den Menschen weiterfliessen zu lassen.

Mein nächster Geigenlehrer war ein sehr guter Geiger, dessen schönen Ton ich noch heute in mir hören kann. Leider hielt er mich für unbegabt, konnte aber trotzdem mein Geigenspiel sanieren und mir die wichtigsten Grundlagen mitgeben.

Ich selbst habe es inzwischen völlig aufgegeben, in Kategorien wie „begabt“ und „unbegabt“ zu denken, weil dies den unverzerrten Blick auf den Schüler nur verstellt. Ich empfinde es als sehr lohnend, die Schüler immer wieder neu wahrzunehmen.

Nach dem Abitur machte ich Armeedienst beim Heeresmusikkorps und studierte danach Pädagogik und Psychologie an der Pädagogischen Hochschule in Lüneburg. Danach kam das Musikstudium an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Violine studierte ich bei Prof. Barbara Koerppen, die sich meiner annahm und mein Geigenspiel weiter aufbaute, was damals mit mir gar nicht so einfach war. Ohne ihren Einsatz würde ich meinen geliebten Beruf heute so nicht ausüben können. Von unschätzbarem Wert war für mich im Studium die Unterstützung, die ich von der Atem-, Stimm- und Sprecherzieherin Roswitha von Lingelsheim erfuhr. Später machte ich Weiterbildung in Feldenkrais-Methodik und lerne seit 1988 TaiChiChuan, eine chinesische Bewegungs-Meditation, die entspannt und innere Ruhe bringt.

Chor-und Orchester-Leitung studierte ich zunächst bei Prof. Träder, dann bei Prof. Jöris und Prof. Wehnert.

Zwischendurch habe ich von 1976 bis 1982 in Hamburg das Wandsbeker Kammerorchester geleitet.
Nach meinem Examen 1983 machte ich mit dem Lernen weiter.
Als Geigenlehrer Weiterbildung bei Prof. Marianne Petersen und Prof Conrad von der Goltz sowie auf zahlreichen EstA-Kongressen, und ich nahm Klavierunterricht bei Christiane Kroeker (Klavier begann ich erst als 24jähriger zu erlernen).

1984 bekam ich an der Städt. Musikschule Braunschweig die Stelle als Fachgruppenleiter für die Streichinstrumente und als Leiter des Jugend-Sinfonie-Orchesters wie des Jugend-Kammer-Orchesters.

Als Dirigent absolvierte ich in den nächsten Jahren eine Reihe von Meisterkursen, bei Aldo Ceccato bei der Radio Philharmonie Hannover und dem Bergen Philharmonic Orchestra/Norwegen, bei Helmut Rilling in Stuttgart, bei Bruno Weil in Wien, bei Walter Hügler in Biel.

Von 1987 bis 1991 leitete ich in Braunschweig das Orchester der „Braunschweigischen Musikgesellschaft“, mit dem ich zuletzt im Lessing-Theater Wolfenbüttel die Oper „Romeo und Julie“ von Johann Gottfried Schwanberger realisierte. Von 1991 bis 1998 leitete ich das Braunschweiger Streicher-Ensemble, mit dem ich zahlreiche Werke für Kammerorchester einstudierte (Sinfonien von Haydn, Mozart; u.a. auch die Kammersinfonie op.110 von D. Schostakowitsch) und mit dem ich auch zahlreiche hochkarätige Nachwuchs-Solisten begleitete (Wiebke Husemann, Ulf Schneider, Simone Wolff, Clemens Trautmann, Hans-Martin Zill, Michael Kujawa, Marc Noetzel u.a.).

1993 gewann ich einen Internationalen Dirigenten-Wettbewerb in Biel/Schweiz, was mir einige Gast-Dirigate bei der Südböhmischen Kammerphilharmonie Budweis/Tschechien einbrachte.

Von 2001 bis 2003 studierte ich nochmals vier Semester Dirigieren an der Leipziger Musikhochschule bei Prof. Gerd Bahner und habe dort meinen Abschluß mit Dvoraks 8. Sinfonie , Beethovens 3. Leonoren-Ouvertüre sowie André Jolivets Flötenkonzert gemacht.

Meine Arbeit basiert auf Prinzipien der Humanistischen Psychologie („Personenbezogener Ansatz“ von Carl R. Rogers), den Geigenlehrwerken von Ivan Galamian und Carl Flesch, den vielen verschiedenen Partituren sowie den Analyse-Methoden der Musikwissenschaft und der Musiktheorie (z.B. Hans Swarowsky „Wahrung der Gestalt“, Volker Scherliess, Constantin Floros, Carl Dahlhaus, N. Harnoncourt u.a.).

Wie soll sich ein junger Mensch öffnen, wenn er sich nicht angenommen fühlt und so sich im Unterricht oder in der Probe nicht wohlfühlen kann? Aber spielen kann man nur im Offen-Sein, vor allem wenn das Emotionale hinzukommen soll. Wohlbefinden ist der Weg und das Ziel; behält man dies im Blick, stellt sich die Frage, ob gutes Spiel die positive Nebenwirkung von Wohlbefinden oder ob Wohlbefinden die positive Nebenwirkung von gutem Spiel ist. Für das richtige Klima im Unterricht und in der Orchesterprobe zu sorgen und im richtigen Moment die richtigen didaktischen und methodischen Entscheidungen zu treffen, ist mein Verantwortungsbereich. Ich verlange von meinen SchülerInnen nur das, was ich ihnen auch tatsächlich beigebracht habe; das bezieht sich auch auf die Kunst des Übens. Der Part des Schülers derweil ist die Kontinuität und die Liebe, mit der er immer wieder an das Instrument geht, und wobei er die positive Unterstützung seiner Eltern braucht. Es liegt auf der Hand und ist leicht erfahrbar: je mehr sich jemand mit dem Instrument und der Musik beschäftigt, desto eher und mehr wird es auch seins. Hier kann ich nur unterstützen und Appetit machen, nicht aber Druck ausüben, egal ob verbal oder non-verbal.

Es ist ein Gesetz des Lebens: wirkliches Lernen findet jenseits des Mechanismus von Belohnung und Bestrafung statt.

Meine Diplom-Arbeit an der Musikhochschule habe ich bei Prof. Klaus-Ernst Behne geschrieben, Thema und Titel: „Zur Psychologie des Lampenfiebers“. Sie soll die meistgelesene Arbeit im Hause sein (sagte mir die Bibliothekarin). Meine SchülerInnen profitieren natürlich von meinen wissenschaftlichen Forschungen auf diesem Gebiet, und außerdem habe ich selbst vor Auftritten immer wieder Angst und Lampenfieber. Doch die Angst davor habe ich verloren.
Zu diesem Thema kann ich auch Wochenend-Workshops anbieten.

Unterrichts-Schwerpunkte

Orchesterproben, Instrumentaler Einzelunterricht, Kammermusikproben

Knut Hartmann

Anschrift

Bertramstraße 52
38102 Braunschweig

Kontakt


Weitere Informationen

Tel (privat): 0531/38901367