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St. Aegidien

Das Liebfrauenmünster St. Aegidien, heute katholische Pfarrkirche, war das Gotteshaus des Benediktinerklosters. Sie entstand 1115 als Gründung der brunonischen Markgräfin Gertrud. Die ursprüngliche romanische Benediktinerkirche und die Klostergebäude wurden beim großen Stadtbrand 1278 zerstört und es entstand ein Neubau im gotischen Kathedralstil. Die Kirche ist das einzige Beispiel der frühen Kathedral-Gotik in Braunschweig.

Nach der Einführung der Reformation in Braunschweig 1528 löste sich der Konvent auf. St. Aegidien wurde 1542 Kirche der lutherischen Pfarrgemeinde des Klosterbezirks. 1811 wurde die Kirche profanisiert und als Lagerhaus, Konzert- und Versammlungssaal, Theatermagazin sowie als Ausstellungs- und Museumsraum genutzt. Seit 1945 ist das Liebfrauenmünster Pfarrkirche der katholischen Propsteigemeinde St. Aegidien.

Der Chor des gotischen Neubaus ist das einzige Beispiel der Kathedral-Gotik in Braunschweig, während das Kirchenschiff als riesige Halle 1478 geweiht wurde. Im romanischen Ostflügel (12. Jh.) befinden sich Sakristei, Kapitelsaal, Parlatorium (Sprechsaal) und Refektorium (Speisesaal) sowie der erhaltene Teil des Kreuzganges (Landesmuseum).

Die Klosterräume wurden nach 1542 zunächst von den Zisterzienserinnen, dann von einem Frauenkonvent genutzt, ab 1832 als Kreisgerichtsgefängnis. Nach 1883 erfolgte wieder einen kulturelle Nutzung.

Zweigmuseum Hinter Aegidien

Seit 1902 dienten Aegidienkirche und -kloster als Unterkunft des Vaterländischen Museums (heute Braunschweigisches Landesmuseum), erweitert um den Chor des Pauliner-Klosters, der vom Bohlweg nach "Hinter Ägidien" umgesetzt wurde. Seit dem Wechsel des Braunschweigischen Landesmuseums ins Vieweghaus am Burgplatz dienten die verbliebenen Klosterräume und der Pauliner-Chor der Präsentation von Judaica (Jüdisches Museum) sowie unterschiedlichsten Sonderausstellungen. Durch die Sanierung des Vieweghauses wird Hinter Aegidien in den kommenden Jahren zu einem wichtigen Ausstellungsort für das Braunschweigische Landesmuseum. Die Klosterräume und der sog. Schlafsaal (Dormitorium) im Obergeschoss sind bei einem Museumsbesuch zugänglich und auch ein Blick in den Paulinerchor ist wieder möglich. 

Die Judaica-Sammlung geht in Teilen auf die Sammlung des jüdischen Kammeragenten Alexander David (1687 - 1765) zurück, die bereits 1746 öffentlich zugänglich war. Aus diesem Grund wird das Jüdische Museum in Braunschweig als das älteste der Welt bezeichnet. Die neu konzipierte Dauerausstellung mit dem Titel „Ein Teil von uns. Deutsch-jüdische Geschichten aus Niedersachsen“ stellt die Beziehung der jüdischen Minderheit zur christlichen Mehrheitsgesellschaft in den Vordergrund. Viele Objekte der Judaica-Sammlung werden hier erstmals gezeigt. 

Öffnungszeiten:
Di - So von 11 bis 18 Uhr
Mo geschlossen

Kontaktinformationen

St. Aegidien

Anschrift

Hinter Ägidien
38100 Braunschweig

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Bildnachweise

  • Braunschweig Stadtmarketing GmbH/okerlandarchiv
  • Braunschweig Stadtmarketing GmbH/Markus Hörster
  • Braunschweig Stadtmarketing GmbH/Gerald Grote