Berufsbildende Schulen- Informationen zur Schulform und Anmeldung
Die Berufsbildenden Schulen der Stadt Braunschweig bieten viele unterschiedliche Bildungsgänge an. Neben dem Besuch der Berufsbildenden Schule im Rahmen einer betrieblichen oder schulischen Ausbildung, können auch alle Schulabschlüsse in Vollzeitschulformen erreicht werden.
In Braunschweig gibt es aktuell 7 städtische Berufsbildende Schulen und 6 Berufsbildende Schulen in freier Trägerschaft.
Beschreibung
Auch die berufsbildenden Schulen bieten weiterführende Bildungsgänge an. Das bedeutet, man kann dort verschiedene Schulabschlüsse machen, auch wenn man vorher keinen Beruf gelernt oder keine Ausbildung gemacht hat. Neben allgemeiner Bildung fördern die berufsbildenden Schulen auch die berufliche Ausbildung. Jede berufsbildende Schule bietet unterschiedliche Fachrichtungen an, zum Beispiel Wirtschaft oder Technik.
Die Bildungsgänge sind so aufgebaut, dass man leicht zwischen ihnen wechseln kann. Zum Beispiel kann man in der Berufseinstiegsschule den Hauptschulabschluss machen. Danach kann man in der zweijährigen Berufsfachschule den erweiterten Sekundarabschluss I erwerben. Mit diesem Abschluss darf man dann auf das berufliche Gymnasium gehen, um dort die gymnasiale Oberstufe zu besuchen.
Im Folgenden werden nur die Bildungsgänge vorgestellt, bei denen man keinen vorherigen Berufsabschluss braucht und, die einen höheren Schulabschluss ermöglichen.
Berufseinstiegsschule (BES)
Bei der Aufnahme in die Berufseinstiegsschule (BES) wird jede/r Schüler/in individuell beraten.
In die Klasse 1 der BES kommen nur Schülerinnen und Schüler, die noch schulpflichtig sind und bei der Beratung besondere Förderbedarfe aufweisen.
Es gibt auch eine Sprach- und Integrationsklasse. Diese ist für Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren, die neu nach Deutschland gekommen sind, und für Schüler, die viel Unterstützung beim Spracherwerb brauchen.
In die Klasse 2 können Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden, wenn sie:
die Klasse 1 oder die Sprach- und Integrationsklasse erfolgreich besucht haben, oder eine Abschlussklasse in der Sekundarstufe I einer allgemeinbildenden Schule ohne Abschluss verlassen haben, oder den Hauptschulabschluss gemacht haben, oder bei der Beratung festgestellt wurde, dass ihre Kenntnisse noch verbessert werden müssen, um eine Ausbildung zu machen. Schülerinnen und Schüler, die an berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen teilnehmen, können die Klasse 2 auch in Teilzeit besuchen. In der Klasse 2 kann man den Hauptschulabschluss machen oder einen bestehenden verbessern.
Berufsfachschule (BFS) – ein- und zweijährig
Um die einjährige Berufsfachschule (BFS) besuchen zu können, muss man die Hauptschule oder Realschule mit einem Abschluss verlassen. In der BFS lernt man Grundlagen in einem Beruf, die zum ersten Jahr einer Ausbildung passen. Nach der BFS kann man in das zweite Jahr einer passenden Berufsausbildung in einem Betrieb starten.
Einjährige BFS mit Eingangsvoraussetzung Hauptschulabschluss:
Wenn man die BFS erfolgreich abschließt, kann man den Sekundarabschluss I – Hauptschulabschluss bekommen. Wenn die Noten gut sind (Durchschnitt 3,0 oder besser), kann man anschließend in die zweite Klasse der Berufsfachschule gehen.
Einjährige BFS mit Eingangsvoraussetzung Realschulabschluss:
Wenn man die BFS erfolgreich abschließt, kann man den Erweiterten Sekundarabschluss I bekommen.
Zweijährige BFS:
Im ersten Jahr lernt man berufsbezogene Grundlagen. Im zweiten Jahr kann man einen höheren Schulabschluss machen, zum Beispiel den Sekundarabschluss I – Realschulabschluss oder den Erweiterten Sekundarabschluss I, wenn man die zweite Klasse erfolgreich besucht.
Berufsfachschule dual (BFS dual)
Die einjährige BFS dual ist für Schülerinnen und Schüler, die keinen Ausbildungsplatz haben, aber eine praktische und vertiefte Grundbildung in einem Beruf lernen möchten. Sie hilft bei der Berufswahl durch Beratung und Coachings. Es gibt verschiedene Schwerpunkte, zum Beispiel Wirtschaft und Verwaltung, Technik oder Gesundheit und Soziales.
Um die BFS dual zu starten, braucht man einen Hauptschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss. Außerdem muss man an einem Beratungsgespräch und einem Gespräch mit der Schule teilnehmen. Wenn man die BFS dual erfolgreich abschließt, kann man den Sekundarabschluss I – Hauptschulabschluss, den Sekundarabschluss I – Realschulabschluss oder den Erweiterten Sekundarabschluss I bekommen.
Das Ziel der BFS dual ist, die Schülerinnen und Schüler innerhalb eines Jahres gut auf eine Berufsausbildung vorzubereiten (BFS dual B) oder auf die 12. Klasse der Fachoberschule, um später die Fachhochschulreife zu machen (BFS dual F).
Der Ablauf der BFS dual ist in zwei Schulhalbjahre aufgeteilt:
Erstes Halbjahr (Orientierungsphase):
- Alle Schülerinnen und Schüler lernen gemeinsam
- Sie orientieren sich beruflich und können den Schwerpunkt wechseln
- Es gibt eine zweiwöchige praktische Ausbildung in einem Betrieb
Zweites Halbjahr (Entscheidung für Strang B oder F):
Strang B (für eine Berufsausbildung): Es gibt praktischen Unterricht und eine vierwöchige praktische Ausbildung im Betrieb
Strang F (für die Fachoberschule Klasse 12): Es gibt ein betreutes Praktikum an drei Tagen pro Woche und eventuell weitere praktische Zeiten außerhalb der Schule
Ab dem Schuljahr 2025/26 wird die BFS dual nach und nach die einjährige Berufsfachschule, die Klasse 2 der Berufsfachschule und die Klasse 11 der Fachoberschule ersetzen.
Fachoberschule (FOS)
Die Fachoberschule (FOS) besteht aus den Klassen 11 und 12. Sie wird in Braunschweig in verschiedenen Bereichen angeboten, zum Beispiel in Wirtschaft und Verwaltung, Technik, Gesundheit und Soziales oder Gestaltung. Mit einem Sekundarabschluss I – Realschulabschluss kann man in die Klasse 11 einer FOS aufgenommen werden. Daneben wird ein Praktikumsvertrag im Umfang von mindestens 960 Stunden für die Dauer der Klasse 11 benötigt. In der FOS erhält man eine vertiefte Allgemeinbildung und praktische sowie theoretische Bildung zum gewählten Schwerpunkt. Nach der Klasse 11 kann man in die Klasse 12 wechseln. Wer die Klasse 12 erfolgreich abschließt und alle Voraussetzungen erfüllt, bekommt die Fachhochschulreife. Damit kann an einer Hochschule studiert oder eine Ausbildung gemacht werden.
Berufliches Gymnasium
Das Berufliche Gymnasium umfasst die Schuljahre 11 bis 13. Es führt zum Abitur, also zur allgemeinen Hochschulreife, und auch zum schulischen Teil der Fachhochschulreife. Schülerinnen und Schüler, die einen Erweiterten Sekundarabschluss I haben oder die Berechtigung, die gymnasiale Oberstufe zu besuchen, können in die 11. Klasse des Beruflichen Gymnasiums kommen. Es gibt keine Altersbegrenzung für die Aufnahme.
Am Beruflichen Gymnasium lernen die Schülerinnen und Schüler viel Allgemeinwissen, ähnlich wie in der Oberstufe an einem allgemeinbildenden Gymnasium oder einer Gesamtschule. Sie werden auch auf ein Studium oder eine gute Berufsausbildung vorbereitet. Im Unterschied zum allgemeinbildenden Gymnasium gibt es beim Beruflichen Gymnasium auch eine erste berufliche Orientierung. Das bedeutet, dass ein Drittel des Unterrichts auf einen bestimmten Beruf oder Bereich ausgerichtet ist.
In Braunschweig gibt es Berufliche Gymnasien in den Bereichen Wirtschaft, Technik, Gesundheit und Soziales sowie Gestaltungs- und Medientechnik.
Mögliche Schulabschlüsse an einer Berufsbildenden Schule sind:
- Hauptschulabschluss
- Sekundarabschluss I – Hauptschulabschluss
- Sekundarabschluss I – Realschulabschluss
- Erweiterter Sekundarabschluss I
- Fachhochschulreife – schulischer Teil
- Fachhochschulreife
- Allgemeine Hochschulreife/Abitur
Die Anmeldung erfolgt direkt bei der Berufsbildenden Schule.
Bitte informieren Sie sich auf der Homepage der jeweiligen BBS, wie Sie ihr Kind oder sich selbst anmelden können.