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i3systems – Gemeinsam stärker

Das ist geballte IT-Kompetenz der Region Braunschweig-Wolfsburg: i3systems – Die drei „i“ stehen für Informationstechnologie, Innovation und Integration. Das Konsortium bündelt die IT-Dienstleistungen von 22 inhabergeführten, mittelständischen Unternehmen. So können ihre insgesamt mehr als 1.500 Experten komplexe Großprojekte stemmen und gemeinsam Leistungen aus einer Hand anbieten, die sonst nur globale Unternehmen für Konzerne wie Volkswagen erbringen könnten.

© i3systemsDie drei "i" von i3systems.

Es war im Jahr 2015 – auf dem Höhepunkt des sogenannten Diesel-Skandals bei Volkswagen: „Da beschäftigte uns das große Thema, wie sich der Mittelstand in der Region gegenüber diesem wichtigen Auftraggeber verhalten soll. Es gab für uns zwei Möglichkeiten: Entweder wie das Kaninchen vor der Schlange verunsichert abwarten, was passiert. Oder aber offensiv auf den Konzern zugehen und unsere Zukunft aktiv mitbestimmen“, erzählt mir Sören-Sven Goerke. „Wir haben uns dann für die zweite Option entschieden und im Sommer 2016 zusammen mit dem Arbeitgeberverband und 17 mittelständischen Unternehmen die i3systems Fördergemeinschaft e.V. ins Leben gerufen.“ Im darauffolgenden Jahr folgte die Gründung der i3systems GmbH, die seitdem das operative Geschäft abwickelt und deren Geschäftsführer Goerke seit Januar 2019 ist.

Ganzheitlicher Wandel

Inzwischen ist der Zusammenschluss auf 22 Unternehmen angewachsen, betreibt 96 Projekte bei Volkswagen und hat über 35 Mio. € mit dem Konzern abgerechnet. Kürzlich konnte man einen Rahmenvertrag über 41,8 Mio. € hinzugewinnen. „Mit unserem Konsortium können wir Aufträge in der Region halten und Leistungen vor Ort erbringen, die sonst an internationale Großunternehmen gehen“, erklärt mir der gebürtige Braunschweiger, der zuvor als Vertriebsleiter der ckc group tätig war. „Zudem können wir in Qualität und Quantität skalieren.“ Denn Near- und Offshore-Möglichkeiten ergänzen das Portfolio und machen es noch flexibler: „Wir agieren für den Kunden praktisch wie ein großes, internationales Unternehmen.“

© i3systemsSören-Sven Goerke, Geschäftsführer der i3systems GmbH.

Die Partnerunternehmen profitieren also davon, dass sie bei großen Ausschreibungen dabei sind, die sie als einzelnes Unternehmen nicht abbilden könnten: „Digitalisierung, autonomes Fahren, Elektromobilität; also überall dort, wo die zukünftige Wertschöpfung in der Region liegt – das sind große Themen, bei denen sie allein absagen müssten, mit uns hingegen aber partizipieren können“, erklärt mir Goerke. Liefertreue, Lieferfähigkeit und Qualität sind dabei unser gemeinsamer Anspruch.

Das Portfolio der i3systems beschränkt sich dabei nicht nur auf Anwendungsentwicklung und den anschließenden Betrieb, sondern beginnt bereits mit der Entwicklung von Prozess-Strategien und -Architekturen, also grundlegendem Business- und IT-Consulting. Ganzheitliches Denken und Handeln lautet also die Devise. „Es geht häufig eben auch darum, bestehende Prozesse intelligent zu modernisieren“, erzählt Goerke und nennt das Stichwort „Change Management“: „Es ist wichtig, dass alle Beteiligten mitgenommen werden und wissen, was das große Ganze hinter dem aktuellen IT-Projekt ist.“

Transparenz und Vertrauen

Ein Verbund von 22 inhabergeführten Unternehmen bedeutet auf einem freien Markt aber auch 22 Konkurrenten und Alpha-Tiere. Sind Interessenkonflikte da nicht vorprogrammiert? „Zielkonflikte hatten wir bisher überhaupt nicht“, versichert Goerke. Natürlich sehe jeder am Ende immer noch sein eigenes Geschäftsmodell im Vordergrund. „Dennoch sind alle bereit, die i3systems zu unterstützen und ihre jeweiligen Leistungen unter dieser GmbH im operativen Geschäft zu bündeln.“ Der Geschäftsführer ist hingegen sogar froh, wenn sich schnell ein Partnerunternehmen findet, das bei einem Projekt das Zugpferd sein und Verantwortung übernehmen möchte. Das Resümee sei nach drei Jahren durchweg positiv. Wichtigste Grundlage für die Erfolgsgeschichte: „Unser Modell basiert auf Transparenz und Vertrauen.“

© i3systemsi3systems bündelt die IT-Dienstleistungen von 22 inhabergeführten, mittelständischen Unternehmen.

Die i3systems ist dabei nicht nur unternehmerischer Selbstzweck, sondern sieht sich auch als Möglichkeit, durch ihre Strahlkraft die Wahrnehmung des Innovationsstandortes Braunschweig-Wolfsburg positiv zu beeinflussen. „Der größte IT-Verband bitkom betrachtet Südostniedersachen immer noch als wenig relevant. Obwohl wir die forschungsstärkste Region Europas sind sowie eine der größten Wertschöpfungsketten für die Themen IT und Mobilität in Deutschland“, erzählt Goerke.

Derlei mache sich dann auch bei der Gewinnung von Fach- und Führungskräften bemerkbar, denn es habe sich noch nicht ausreichend herumgesprochen, wie hoch die Arbeits- und Lebensqualität in unserer Region ist: „Der Fachkräftemangel ist wachstumshemmend und daher ein großes Thema für uns“, so Goerke. „Wir könnten noch viel mehr leisten, wenn wir mehr Fachkräfte hätten. Fast jedes unserer Partnerunternehmen sucht händeringend gute Mitarbeiter.“ So fehle es letztlich einfach nur noch an Selbst- und Sendungsbewusstsein, denn die Infrastruktur sei schließlich längst vorhanden: „Wir haben das Potential, ein deutsches Silicon Valley zu sein!“

Text: Stephen Dietl

i3systems

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