Rokoko-Pavillon in Stöckheim nach Sanierung in neuem Glanz
Braunschweig, 19. August 2026 - Referat Kommunikation
Die Sanierungsarbeiten am Rokoko-Pavillon in Stöckheim, südlich des Großen Weghauses an der Leipziger Straße, sind abgeschlossen. Das historische Gebäude aus dem 18. Jahrhundert steht den Bürgerinnen und Bürgern seit Anfang August wieder zur Nutzung zur Verfügung.
Geplant war, an der Straßenfassade und an der südlichen Gartenseite des Pavillons die Farbfassung zu erneuern, zeitlich parallel zur vorübergehenden Stadtbahnstilllegung. Die anderen Fassaden waren bereits zuvor restauriert worden. Untersuchungen der Bausubstanz des Pavillons brachten jedoch ans Licht, dass es mit einem neuen Anstrich nicht getan war. Es wurden Holzreparaturen und Auswechslungen notwendig, um den Pavillon dauerhaft standsicher und nutzbar zu machen. Zimmerleute ertüchtigten Deckenbalken, Schwellhölzer und andere Holzbauteile. Einige mussten ganz ausgetauscht werden. Darüber hinaus wurde die schöne Stuckdecke des Innenraums retuschiert. Die Sanierung des Pavillons wurde von der Richard-Borek-Stiftung gefördert.
Im Rokoko-Pavillon finden Veranstaltungen des StöckWerk e.V. statt, ebenso des Vereins Kultur vor Ort Stöckheim/Leiferde e. V. und des Fachbereichs Kultur, Abt. Literatur und Musik der Stadt Braunschweig im Rahmen der Reihe KULTUR vor ORT. Er kann für öffentliche Veranstaltungen angemietet werden, nicht jedoch für private Feiern.
Zur Geschichte des Rokoko-Pavillons
(Von Rudolf Zehfuß) (Öffnet in einem neuen Tab)
Der Rokokopavillon in Stöckheim liegt südlich des Großen Weghauses dicht an der Leipziger Straße auf dem Gelände des ehemaligen Schriftsassenhofes. Er muss in der Zeit von 1763 bis 1767 entstanden sein.
Der Bauherr wird deshalb Commissionsrat Johann Heinrich Lutterloh gewesen sein, der damals Besitzer des Schriftsassenhofes war. Man vermutet, dass er den Landbaumeister Martin Peltier de Belfond mit seinem Stuckateur Guiseppe Buzzi mit dem Bau beauftragte.
Der Pavillon zeigt sich als schlichter Außenbau mit einem niedrigen steinernen Erdgeschoss, dem Fachwerkoberbau und dem geschweiften Dach. Das Obergeschoss bildet einen einzigen Raum, den der Besucher durch ein schrankähnliches Möbelstück betritt.
Die Decke dieses Raumes wird durch eine reiche Stuckdekoration geziert. Um eine große und mit Pflanzenornamenten geschmückte Mittelrosette gruppieren sich in den vier Ecken der Decke allegorische Darstellungen der vier Jahreszeiten. Auf dem mit Ornamenten verzierten Kamin in einer Ecke des Raumes befindet sich ein Medaillon mit einem Frauenkopf. Wahrscheinlich ist dies das Bildnis der damaligen Besitzerin Catharina Dorothea Metzner.
Martin Peltier de Belfond wird auch den ausgedehnten Barockgarten gestaltet haben, von dem heute nur noch Reste vorhanden sind. Das Gebäude ist einmalig im Stadtgebiet Braunschweigs und unter Denkmalschutz gestellt.