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Timmerlah

Altes Stadtranddorf vor der Landwehr

Karte des Ensembles
1 Alter Ortskern
2 Kirche Timmerlah

Timmerlah wird 830 erstmalig urkundlich im Codex Eberhardi als Schenkung an das Kloster Fulda erwähnt: „Ich, Graf Irminwart, übergebe dem heiligen Bonifacius im Liergewe-Gau im Dorf, das Dinbarloha genannt wird, den ganzen Besitz mit drei Herrenhufen sowie Hörigen und Nachkommen.“

Der germanische Name „Dinbarloha“ der westlich der Oker gelegenen Siedlung kennzeichnet die Umgebung: „Ein Gehölz, wo es Bauholz gibt“. Dies verweist auf die ältere Rodungs- und Siedlungsperiode im 7./8. Jahrhundert: „Unfreie“ wurden zur Landkultivierung angesiedelt mit der Perspektive auf ein eigenes Stück Land. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich eine haufenförmige Ansiedlung, die sich zum „Einwegedorf“ entwickelte. 1158 ist die Siedlung als „Timberlo“, 1302 als „Tymmerla“ verzeichnet.

Auf Grund seiner Lage außerhalb der Braunschweiger Landwehr war Timmerlah mehrfach kriegerischen Zerstörungen ausgesetzt. Im 17. und 18. Jahrhundert verlor der Ort durch häufige Brände den größten Teil seiner älteren Bausubstanz.

Das älteste Gebäude ist die Kirche (2), deren Turm teilweise aus dem 14. Jahrhundert stammt. 1799 erhielt der Turm seine für unsere Region einmalige zwiebelförmige Haube.

Im März 1944 erlitt der Ort erhebliche Bombenschäden. Zerstört bzw. stark beschädigt wurden u. a. Kirche, Pfarrhaus und -scheune, Gaststätte Trümper, Gebäude rund um den Brink und die Mühle.

Seit den 1950er Jahren veränderte sich das Dorfbild. Die zum alten Dorfteil (1) gehörenden mitteldeutschen Dreiseithöfe an der heutigen Kirchstraße wurden stark modernisiert und z. T. anderen Nutzungen zugeführt. 1974 erfolgte die Eingemeindung in die Stadt Braunschweig.

Stadtplan