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Jakob-Kemenate

Grafik: Districtkarte der Stadt Braunschweig, 1766
1 Kemenate
2 Vorderhaus (zerstört)
3 Bebauung Jakobstraße 3 (zerstört)
4 Jakobkirche

Die Kemenate (1) (lat. caminata = beheizbarer Wohnraum) wurde Mitte des 13. Jh. errichtet. Der zweigeschossige Steinbau bildete mit dem Vordergebäude (2) ein Doppelhaus, das zur Bebauung des Patriziergrundstücks Jakobstraße 3 (3) gehörte. Hier wurde 1765 die Herzogliche Leihhausanstalt eingerichtet.

Die Bebauung wurde im zweiten Weltkrieg schwer beschädigt; erhalten blieb nur die Ruine der Kemenate, mit einem Notdach gesichert. Zunächst diente die Kemenate als Wohnung, später als Abstellraum. 1965 wurden der östliche Grundstücksteil und die Jakobstraße bebaut. In die zu dieser Zeit errichtete Natursteinwand auf der nördlichen und östlichen Grundstücksgrenze (letztere im Foyer) wurden Versatzstücke aus der Ruine des Vorderhauses eingebaut.

An der Kemenate sind besonders bemerkenswert das Drillingsfenster mit Dreipassbogenstürzen und Teilungssäulchen im Obergeschoss der Südwand, eine Nischenöffnung westlich der Erdgeschosstür, die um 1250 datierte Holzbalkendecke, einige Farbfassungsbefunde und der Keller, dessen Gewölbe ins 16. Jh. datiert wird.

Die Kemenate wurde 2006 in das Kulturprojekt ‚jakob-kemenate‘ einbezogen. Sein Name verweist auf die benachbarte Jakobkirche (4). Zur Darstellung der ursprünglichen Doppelhaussituation und der gemeinsamen Nutzung beziehen sich Alt- und Neubau nach Lage, Kubatur und Materialwahl eng aufeinander. Neue Bauteile wurden ablesbar gestaltet, Altes gesichert, soweit nötig repariert.

Eiermarkt 3

(Bestandteil des Ensembles Eiermarkt)

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