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St. Annen-Konvent

Im Hause Papenstieg 2 hatte von 1783 bis 1982 der St. Annen-Konvent seinen Sitz, der am 19. November 1326 durch den Ministerialen Ludolf von Veltheim auf dem Lehnshof der von Veltheimschen Familie im Burgbereich gegründet worden war. Im Jahr 1783 erfolgte die Verlegung von seinem ursprünglichen Standort in den Papenstieg 2.

Der St. Annen oder Veltheimsche Konvent in der Burg ist seit Mitte des 14. Jahrhunderts in schriftlichen Quellen fassbar. Entsprechend der Bestimmung der Mechthild von Veltheim, Witwe Ludolfs von Veltheim, unterstand das Haus der Verwaltung des Dekans des Stiftes St. Blasii und unterschied sich damit von allen anderen mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Fürsorgeeinrichtungen Braunschweigs, die entweder in privater Familienträgerschaft organisiert waren oder zu der weitaus größeren Gruppe der von Provisoren aus den Weichbildräten verwalteten Institutionen gehörten.

Der Konvent beherbergte ausschließlich Frauen. Diese wurden seit 1471 in den Quellen als Konventualinnen oder Beginen namentlich fassbar. Der St. Annen-Konvent beherbergte Anfang des 17. Jh. bis maximal 13 Bewohnerinnen. Die interne Verwaltung oblag einer Oberin aus dem Kreis der Konventualinnen. Die hier untergebrachten Frauen erhielten wöchentlich Geld für ihren Unterhalt.

Der St. Annen-Konvent existiert heute als kirchliche Stiftung des privaten Rechts innerhalb der Stiftung Johanniterhaus Braunschweig, Madamenweg 9. Zweck ist die stationäre und ambulante Altenhilfe im Geist christlicher Nächstenliebe gemäß den Regeln des Johanniterordens. Noch heute gehören dem Stiftungsrat neben anderen Mitgliedern gemäß gültiger Satzung ein Familienmitglied der Familie von Veltheim und der Domprediger an.

(Bestandteil des Ensembles Kulturdenkmale)