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Ricarda Huch

geb. 18.07.1864 • gest. 17.11.1947

In diesem Haus lebte von 1907 bis 1910 die in Braunschweig geborene Historikerin und Dichterin Ricarda Huch. Nach dem Abitur begann sie in Zürich ihr Studium der Geschichte, Philosophie und Philologie. 1892 erhielt sie als eine der ersten Frauen im deutschsprachigen Raum die Promotionsurkunde. 1887 veröffentlichte sie ihre ersten Gedichte unter dem Pseudonym R.I.Carda, 1893 folgte der erste Roman „Erinnerungen von Ludolf Ursleu dem Jüngeren“, in dem sie die tragische Liebesbeziehung zu ihrem Vetter Richard Huch verarbeitete. 1902 erschien der in Triest entstandene Roman „Aus der Triumphgasse“. Danach folgten „Vita somnium breve“ (späterer Titel „Michael Unger“), in dem sich ihre großartige Sprachbeherrschung zeigte.

Der Durchbruch gelang ihr mit der literaturgeschichtlichen Studie „Die Romantik“ (1899-1902). In dieser Epoche sah Ricarda Huch die Grundlage der kulturell-geistigen Entwicklung ihrer Zeit. Es folgten zahlreiche Werke wie: „Der große Krieg in Deutschland“ (1912-1914), „Luthers Glaube“ (1916), „Der Sinn der Heiligen Schrift“ (1919) und „Entpersönlichung“ (1921). Immer wieder setzte sich Ricarda Huch mit der Geistes- und Kulturgeschichte der von ihr behandelten Zeitepochen auseinander, insbesondere in exemplarischen Personengeschichten („Michael Bakunin und die Anarchie“, 1923).

Ihre Prinzipien von Humanität und Freiheit vertrat sie konsequent in ihrer „Deutschen Geschichte“ und trat damit in Widerspruch zur offiziellen Geschichtsauffassung der nationalsozialistischen Diktatur, was sie mit dem Austritt aus der Preußischen Akademie der Künste demonstrativ verdeutlichte. Ihr hervorragender Ruf als Schriftstellerin schützte sie vor weiterer Verfolgung.

1944 erhielt Ricarda Huch den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis der Stadt Braunschweig.
Sie starb 1947 in Schönberg/Taunus.

Für die Förderung der Tafelrealisierung im Stadtraum danken die Projektpartner Herrn Walter Franziskus Steinmüller.

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