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Ludwig Winter

geboren am 22.01.1843 • gestorben 06.05.1930

Auf dem Grundstück Abt-Jerusalem-Straße 9 stand das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Wohnhaus des Architekten und Stadtbaurates Ludwig Winter, in dem er bis zu seinem Tode im Jahr 1930 lebte.

Nach dem Architekturstudium am Collegium Carolinum, dem Vorläufer der heutigen TU Braunschweig, machte Winter erste Berufserfahrungen in verschiedenen Bereichen des Herzoglichen Bauwesens. 1868 betrieb er bei dem Wiener Dombaumeister, Friedrich Schmidt, Studien zur Gotik, die für seine weitere Tätigkeit stilbildend wurden. 1870 nach Braunschweig zurückgekehrt, begann Winter in städtischen Diensten als Baukondukteur tätig zu werden. 1877 erhielt er den Titel Stadtbaumeister und wurde 1881 zum Stadtbaurat ernannt. 72-jährig ging Ludwig Winter im Jahre 1915 als Geheimer Baurat in Pension.

In den 45 Jahren seiner Tätigkeit für die Stadt entwickelte sich Braunschweig zur Großstadt. Der von Winter in den 80er Jahren des 19. Jh. vorgestellte spätklassizistische Ortsbauplan prägte mit dem Ring, dem schachbrettartigen Straßensystem sowie den Platzanlagen die vorgenommenen Erweiterungen des Stadtraumes bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein.

Bekannt wurde Winter vor allem für die in neoromanischem Stil rekonstruierte Burg Dankwarderode (1887–1889) und das neogotisch gestaltete Rathaus am heutigen Platz der Deutschen Einheit (1894 - 1900).