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Prof. Dr. phil. Walter Dexel

geb. 07.02.1890 • gest. 08.06.1973

Zwischen 1942 und 1955 legte der Kunstwissenschaftler Walter Dexel im Auftrage der Stadt Braunschweig die historische „Formsammlung der Stadt Braun-schweig – Institut für handwerkliche und industrielle Formgebung“ an. Sie war zwischen 1982 und 2002 in der „Gerloffschen Villa“ am Löwenwall 16 beheimatet. Die international renommierte Sammlung wurde nach 1955 unter Leitung seines Sohnes, Thomas Dexel, fortgeführt und erweitert. Sie umfasst heute ca. 5 500 Objekte aus Metall, Holz, Keramik, Glas und Stein und befindet sich im Bestand des Städtischen Museums am Löwenwall.

Walter Dexel, 1890 in München geboren, entwickelte sich in den frühen 20er Jahren des 20. Jahrhunderts künstlerisch zu einem herausragenden Vertreter des Konstruktivismus in Deutschland. Durch seine Tätigkeit als Ausstellungsleiter und Geschäftsführer des Kunstvereins Jena stand der promovierte Kunstwissenschaftler in Kontakt mit den Vertretern der modernen europäischen Kunst, u. a. mit den Künstlern des Weimarer Bauhauses. Er arbeitete auch als Typograf und Werbegestalter, sowie als Innenarchitekt und Bühnenbildner.

Von den Nationalsozialisten als „entarteter Künstler“ diffamiert und zeitweise aus seiner Lehrtätigkeit an der Magdeburger Kunstgewerbeschule entlassen, folgte er 1942 dem Ruf der Stadt Braunschweig, wo er 1973 auch starb. Bereits seit 1935 hatte Walter Dexel mit Veröffentlichungen zum Gebrauchsgerät auf sich aufmerksam gemacht. In ihnen vertrat er die Überzeugung von der Kontinuität einer aufgrund ihrer Sach- und Werkgerechtheit schön zu nennenden Form des Gebrauchsgerätes. Walter Dexels Bemühungen um die Formforschung gipfelten 1962 in seinem wichtigsten Buch „Das Hausgerät Mitteleuropas“.

Für die Förderung der Tafelrealisierung im Stadtraum danken die Projektpartner der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz.

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