Menü und Suche

Weihnachtsmarktchronik

Der Braunschweiger Weihnachtsmarkt blickt auf eine über 500-jährige Tradition zurück. In dieser Zeit änderte sich sein Standort häufig: Während er anfangs auf dem Altstadtmarkt stattfand, wechselten die Händler zu Beginn des 20. Jahrhunderts für viele Jahre auf den Kohlmarkt. Nach dem Krieg war er sogar einmal in den Ruinen der Markthalle zu finden, als es nach der Zerstörung im Inneren noch keine Läden gab. Seit 1956 findet der Weihnachtsmarkt auf dem Burgplatz statt.

Chronik Braunschweiger Weihnachtsmarkt

Privileg von Kaiser Maximilian I. vom 29. Juli 1505, in dem der Stadt Braunschweig das Recht zur Abhaltung eines Neujahrsmarktes zugesprochen wird  (Stadtarchiv Braunschweig, A I 1: 1226)

1505
Maximilian I., späterer deutscher Kaiser, verleiht der Stadt das Recht, einen Jahrmarkt zur veranstalten. Den Beginn dieses Marktes schreibt die königliche Urkunde auf den 9. Dezember fest, einen Tag nach Mariä Empfängnis – damit hat Braunschweig schon sehr früh einen Markt in der Vorweihnachtszeit. Der erste Markt wird 1505 auf dem Altstadtmarkt abgehalten, wo Kaufleute mit Waren aller Art Handel trieben. Dort gab es Seide und Tuche aus Italien und England sowie exotische Waren aus Übersee wie Pfeffer, Ingwer, Nelken und Muskat.

Frühes 20. Jahrhundert
Der Weihnachtsmarkt findet viele Jahre auf dem Kohlmarkt statt. Die Braunschweiger Dichterin Ricarda Huch (1864–1947) schreibt in ihren Kindheitserinnerungen: „Reizvoll wie die Braunschweiger Messe war, erreichte sie doch nicht den unvergleichlichen Zauber des „Christmarktes“. Die Zwetschgenkerle, die Lämmchen mit den steifen Holzbeinen, die durch die Abenddämmerung und über den bleichen Schnee hin schimmernden kleinen Lichter, die alten verhüllten Riesentürme an Sankt Martini, das vereinigte sich zu einem märchenhaften Bilde. Von den vielen Tannen, die an die Kirchenmauern angelehnt waren, ging ein würziger ahnungsvoller Geruch aus.“

1930
Der Markt wird einmal auf dem Schlosshof abgehalten, „da infolge des steigenden Verkehrs der Kohlmarkt von der Polizeibehörde nicht mehr freigegeben wurde.“ (Braunschweigische Landeszeitung, 1930)

1946
Der Weihnachtsmarkt nach dem 2. Weltkrieg findet auf dem Hagenmarkt statt.

1950
Der Weihnachtsmarkt findet auf dem Burgplatz und dem Hagenmarkt zugleich statt. 120 Beschicker nehmen teil.

Der Braunschweiger Weihnachtsmarkt (Braunschweig Stadtmarketing GmbH)

1956
Der Weihnachtsmarkt wird zum Burgplatz verlegt.

1973
Die Marktfläche wird um den Bereich vor den Torbögen zwischen Burg Dankwarderode und Dom St. Blasii erweitert.

1977
Erstmals sind die Gassen auf dem Weihnachtsmarkt mit Lichterketten geschmückt.

1983
Stadtdirektor Dr. Udo Kuhlmann veranlasst die Fensterilluminierung der umliegenden Gebäude mit elektrischen Kerzen. Außerdem werden die Gebäude von außen angestrahlt.

1987
Der Schaustellerverband fertigt Tore für die Eingangsbereiche.

1991
Die Dauer des Marktes wird durch Oberstadtdirektor Dr. Jürgen Bräcklein auf vier Wochen festgelegt.

1995
Erweiterung der Weihnachtsmarktfläche um den Domplatz.

1996
Der Burgplatz wird so umgestaltet, dass der Burglöwe als Braunschweiger Wahrzeichen sichtbar und erreichbar bleibt.

2001
Erstmals findet die Weihnachtswerkstatt für Kinder statt

 (Foto: Braunschweig Stadtmarketing GmbH / Marek Kruszewski)

2003
Einer der größten massiven Holznussknacker Deutschlands wird nach Braunschweig geholt. Heute ist „Bruno“ ein idealer Treffpunkt oder ein origineller Fotohintergrund für die Besucher.

2006
Die Stadt überträgt die Durchführung des beliebten Marktes der Braunschweig Stadtmarketing GmbH, einer 100%igen Tochter der Stadt. Der Platz der Deutschen Einheit wird umgestaltet und als Weihnachtsmarktfläche erschlossen: Die Weihnachtswerkstatt sowie 30 neue Stände finden hier Platz.

2008
Erstmals findet in Zusammenarbeit mit dem Dom St. Blasii die Weihnachtskulturwoche statt: ein buntes Programm für die ganze Familie mit Weihnachtsoratorium, festlicher Musik und Chorabenden zum Mitsingen.

Krippenskulptur - Josef (Braunschweig Stadtmarketing GmbH)

2009   
Der Burggraben wird in die Weihnachtsmarktfläche integriert: Die Weihnachtswerkstatt findet dort ihren neuen Platz und vier Stehflöße werden auf dem nachempfundenen Okerumflutgraben installiert. Die Burg Dankwarderode wird mit einer aufwendigen Lichtinstallation illuminiert. Der Künstler Magnus Kleine-Tebbe modelliert auf dem Markt neue Krippenskulpturen.

2010   
Die Krippe mit den neuen Skulpturen wird an der Münzstraße platziert, dicht an den Dom geschmiegt.

2011   
Die Bäume an der Münzstraße werden in das Beleuchtungskonzept des Marktes aufgenommen, jedes Jahr wird diese Illumination erweitert.

2013   
Die Fensterillumination in den Gebäuden rund um den Weihnachtsmarkt wird auf umweltfreundliche LED-Technik umgerüstet. Der Orkan Xaver sorgt dafür, dass der Weihnachtsmarkt erstmalig für einen Tag (5. Dezember) geschlossen werden muss.

 (Foto: Braunschweig Stadtmarketing GmbH / Peter Sierigk)

2014   
Die überdachten Flöße im Burggraben können online reserviert werden und erhalten Namen von bekannten Persönlichkeiten aus der Braunschweiger Welfendynastie: Heinrich, Mathilde, Otto und Beatrix.

2015   
Der Rathausbalkon wird an den Adventssonntagen zur Bühne: Blechbläser spielen in der Abenddämmerung Weihnachtslieder. Neue Informationstafeln in Form einer Kerze weisen den Besuchern den Weg.

2016   
Die Illuminierung der Bäume an der Münzstraße und auf dem Platz der Deutschen Einheit, die im Jahre 2011 begonnen wurde, ist abgeschlossen. Insgesamt 130 Kugeln und Sterne leuchten jetzt in den Platanen.
Der Weihnachtsmarkt befindet sich seit 60 Jahren auf dem Burgplatz. Der gesamte Weihnachtsmarkt wird mit Naturstrom betrieben. Es sind zwei neue Selfie-Points hinzugekommen. Einer befindet sich am Rande des Burgplatzes, der andere vor der Krippe an der Münzstr. vor dem Dom. Der zweite Selfie-Point ist saisonal und nur in der Weihnachtszeit vorhanden.

Quelle: Schaustellerverband Braunschweig e. V. H. E. Weber, Thomas Bronswyk, Stadt Braunschweig, Fachbereich Bürgerservice, Öffentliche Sicherheit, Braunschweig Stadtmarketing GmbH