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„Mein Blick“: Herlinde Koelbl stellt in der halle267 in Braunschweig aus

Braunschweig, 29. April 2022 - Stadt Braunschweig, Referat Kommunikation

Aus der Reihe „Faszination Wissenschaft" Emmanuelle Charpentier.© Herlinde Koelbl

Mit der Fotoausstellung "Mein Blick" präsentiert die halle267 – städtische galerie braunschweig (Hamburger Straße 267) vom 8. Mai bis 10. Juli 2022 einen eindrucksvollen Einblick in das herausragende Werk der Fotografin Herlinde Koelbl.  Zu sehen sind Fotografien aus den verschiedenen Serien Koelbls von den Anfängen 1980 bis zu ihren aktuellsten Werken, darunter "Angela Merkel Portraits 1991 – 2021", das Projekt "Haare" sowie "Jüdische Portraits". Koelbl fotografiert Menschen im Kontext sozialer, politischer und historischer Prozesse und entwirft eindrückliche Skizzen unserer Gesellschaft. 

"Wir freuen uns ganz besonders, dass Herlinde Koelbl als eine der renommiertesten deutschen Fotokünstlerinnen eine eigens von ihr für die halle267 kuratierte Ausstellung präsentiert", sagt Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum. "Eine Künstlerin mit ihrer Expertise und ihrem Renommee ist eine bedeutende Auszeichnung für unsere städtische Galerie." 

In mehr als 40 Jahren ihres Schaffens fotografierte sie rund um den Globus und stellte in Galerien und Museen von Tokio, Sydney über Ankara und Wien bis New York und Quebec aus. Ihre Langzeitstudie "Spuren der Macht – Die Verwandlung des Menschen durch das Amt", für die sie 15 Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft fotografierte und interviewte, brachte ihr große nationale und internationale Anerkennung. Ihre Bilder, insbesondere von Angela Merkel, sind zu einem Bestandteil des deutschen Bildergedächtnisses geworden. Für ihre Arbeiten wurde sie mit zahlreichen hoch angesehenen Preisen ausgezeichnet. 

Nach einem Modestudium in München begann die Autodidaktin erst nach der Geburt ihrer Kinder mit der Fotografie. "Als ich die Fotografie entdeckte, war es wie ein Ankommen. Ich wusste, ich hatte das Richtige für mich gefunden", schreibt Koelbl im Vorwort zu ihrem Buch "Mein Blick". Dabei bildet sie nie nur die Oberfläche ab, sondern versucht auch immer das Wesen des Porträtierten wiederzugeben. 

Ein nicht unwesentlicher Bestandteil ihres Schaffens und ebenfalls in Form von Fotografien und einer Videoinstallation in der Ausstellung vertreten ist ihre Reihe "Faszination Wissenschaft". In dieser bat die Fotokünstlerin die portraitierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler darum, die Quintessenz ihrer Forschung auf die Hand zu notieren. So wird die Faszination von Wissenschaft im Wortsinn greifbar. 

Wenn Herlinde Koelbl bei ihren Arbeiten auch oft auf die Persönlichkeit der Personen in den Bildern durch Zitate hinweisen möchte, hat sie sich bei ihrem Projekt "Haare" weniger auf das Wesen ihrer Modelle bezogen, sondern viel mehr auf das, was mit den Haaren ausgedrückt werden soll. So entsteht ein interessantes und abwechslungsreiches Spiel mit kurzen und langen Haaren verschiedenster Varianten und Herkunft. 

Mit der Reihe "Jüdische Portraits" geht die Künstlerin tief auf die Erfahrungen bedeutender deutsch-jüdischer Persönlichkeiten ein, die den Völkermord durch die Nationalsozialisten überlebt haben. Mit diesen Portraits und ergänzenden Zitaten zeigt Koelbl wie in vielen ihrer Arbeiten die Menschen im Kontext sozialer, politischer und historischer Prozesse. 

Neben wichtigen politischen Figuren in "Spuren der Macht – Die Verwandlung des Menschen durch das Amt", wurden auch viele kulturell bedeutende Persönlichkeiten von der Fotografin porträtiert. Zu ihren Modellen gehören beispielsweise der Schriftsteller Günther Grass der Künstler Joseph Beuys, der Modedesigner Wolfgang Joop und Filmregisseur Woody Allen. 

Herlinde Koelbl hat sich jedoch nicht nur der Fotografie von Personen verschrieben. Mit den "Metamorphosen" wird die Ausstellung um ein Projekt ergänzt, welches nicht von Menschen handelt, sondern Makroaufnahmen von Blumen und Natur zeigt. 

Unterstützt wird die Ausstellung von der Stiftung Niedersachsen und der Öffentlichen Versicherung.

Die Ausstellung ist ab Sonntag, 8. Mai zu sehen und dienstags bis freitags von 15 bis 19 Uhr und am Wochenende von 11 bis 17 Uhr geöffnet. (Christi Himmelfahrt geschlossen, Pfingstsonntag geöffnet) 

Weitere Informationen und das Begleitprogramm zur Ausstellung finden Sie hier. (Öffnet in einem neuen Tab)

Bilder der Ausstellungseröffnung