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Bienrode

Mühlendorf an der Schunter

(1) Ehemalige Wassermühle (2) Kirche „Zur Heiligen Dreifaltigkeit“© Stadt Braunschweig; Abteilung Geoinformation

Bienrode wird erstmals im Jahre 1031 als Ibanroth (von „Iban“, Genitiv des altniederdeutschen Männernamens „Ibo“, und „roth“, Rodungssiedlung) urkundlich erwähnt. Der während der älteren Ro-dungsperiode im 9. Jahrhundert am Rande der Schunteraue entstandene Ort besaß nach erhaltenen Unterlagen aus den Jahren 1546 bzw. 1754 drei Acker-, vier Kotsassenhöfe, drei Brinksitzerhäuser und eine Wassermühle (1). In seinem Zentrum stand die vor 1200 erbaute romanische Kirche (2), deren Turm als Flucht- und Befestigungsturm im Schuntergrenzbereich diente.

Am 11. Dezember 1311 verkauften die Brüder Ludolf, Balduin, Heinrich und Georg von Wenden das Dorf „Byenrode“ samt Wassermühle an das Zisterzienserkloster Riddagshausen. Politisch gehörte Bienrode im 13. Jahrhundert zum Gebiet „Papenteich“, dessen Herrschaftsrechte im Jahre 1708 an das Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel fielen.

Der Bau der Bahnstrecke Braunschweig-Gifhorn, 1894, und der Autobahn Berlin-Dortmund, 1934, sowie Aufbau und Betrieb des Flugzeugmontagewerkes NIMO Niedersächsische Motorenwerke, 1936/37, veränderten die Sozialstruktur des Ortes. Durch den stetig fortschreitenden Abbruch und Umbau der alten Bausubstanz hat Bienrode seinen Charakter als Bauerndorf verloren. Als einziges Baudenkmal ist heute nur noch die ursprünglich im 12. Jahrhundert im romanischen Stil gebaute und im 19. Jahrhundert erneuerte und umgestaltete Kirche erhalten geblieben. Bienrode wurde 1974 in die Stadt Braunschweig eingemeindet.

Lage