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Rüningen

Mühlendorf an der Oker

© Stadt Braunschweig; Abteilung Geoinformation(1) St. Petri-Kirche, (2) Alte Schule, (3) Alte Fachwerkhäuser, (4) Kirche St. Hedwig, (5) Rüninger Mühle, (6) Ehemaliger Standort des Rüninger Turms

Rüningen ist erstmals im Jahre 780 als „Riungi“ im Güterverzeichnis des Klosters Fulda erwähnt. Im 12./13. Jahrhundert enstand die heute nicht mehr vorhandene Pfarrkirche St. Petri. Um 1450 wurde Rüningen als Pfahldorf in die Braunschweiger Landwehr einbezogen und mit einem Wartturm geschützt. Das Einwege- entwickelte sich rasch zum Haufendorf. Turm und Dorf wurden mehrfach zerstört und wieder aufgebaut.

Mit der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts veränderte sich die Bevölkerungsstruktur Rüningens sprunghaft. Die Entstehung neuer Gewerbe- und Wohngebiete führte zum Verlust der dörflichen Identität sowie historisch wertvoller bäuerlicher Architektur.

An die dörfliche Vergangenheit Rüningens erinnern die St. Petri-Kirche (1), ein neugotischer Backsteinbau aus dem Jahre 1876, die alte Schule (2) und Fachwerkhäuser (3) mit Bausubstanz aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die katholische Kirche St. Hedwig (4) wurde 1957 geweiht.

Die erstmals 1312 erwähnte Rüninger Mühle (5), ursprünglich vom Wasser der Oker angetrieben, gehört heute zu den modernsten industriellen Großmühlen Deutschlands. Der größte Teil des „Rüninger Turm“ genannten Zollhauses (6), eines Renaissancebaus von 1643, wurde bei dem Neubau eines Fachwerkhauses an der Nordwand des Gewandhauses am Altstadtmarkt wieder verwendet. Seit dem 1. März 1974 ist Rüningen in die Stadt Braunschweig eingemeindet.

Lage