Chronik
Der Braunschweiger Weihnachtsmarkt blickt auf eine über 500-jährige Tradition zurück. In dieser Zeit änderte sich sein Standort häufig: Während er anfangs auf dem Altstadtmarkt stattfand, wechselten die Händler zu Beginn des 20. Jahrhunderts für viele Jahre auf den Kohlmarkt. Nach dem Krieg war er sogar einmal in den Ruinen der Markthalle zu finden, als es nach der Zerstörung im Inneren noch keine Läden gab. Seit 1956 findet der Weihnachtsmarkt auf dem Burgplatz statt.
Chronik Braunschweiger Weihnachtsmarkt
1505
Maximilian I., späterer deutscher Kaiser, verleiht der Stadt das Recht, einen Jahrmarkt zur veranstalten. Den Beginn dieses Marktes schreibt die königliche Urkunde auf den 9. Dezember fest, einen Tag nach Mariä Empfängnis – damit hat Braunschweig schon sehr früh einen Markt in der Vorweihnachtszeit. Der erste Markt findet 1505 auf dem Altstadtmarkt statt, wo Kaufleute mit Waren aller Art Handel trieben. Hier gibt es Seide und Tuche aus Italien und England sowie exotische Waren aus Übersee wie Pfeffer, Ingwer, Nelken und Muskat.
Frühes 20. Jahrhundert
Der Weihnachtsmarkt findet viele Jahre auf dem Kohlmarkt statt. Die Braunschweiger Dichterin Ricarda Huch (1864–1947) schreibt in ihren Kindheitserinnerungen: „Reizvoll wie die Braunschweiger Messe war, erreichte sie doch nicht den unvergleichlichen Zauber des ‚Christmarktes‘. Die Zwetschgenkerle, die Lämmchen mit den steifen Holzbeinen, die durch die Abenddämmerung und über den bleichen Schnee hin schimmernden kleinen Lichter, die alten verhüllten Riesentürme an Sankt Martini, das vereinigte sich zu einem märchenhaften Bilde. Von den vielen Tannen, die an die Kirchenmauern angelehnt waren, ging ein würziger ahnungsvoller Geruch aus.“
1930
Die Stadt Braunschweig hält den Markt auf dem Schlosshof ab, „da infolge des steigenden Verkehrs der Kohlmarkt von der Polizeibehörde nicht mehr freigegeben wurde.“ (Braunschweigische Landeszeitung, 1930)
1933-1934
Der Weihnachtsmarkt findet auf dem Schlossplatz statt.
1935 bis 1938
Der Weihnachtsmarkt zieht auf den Hagenmarkt. Ab 1937 findet ein Teil des Marktes zusätzlich auf dem Burgplatz statt, da der Andrang zu groß für nur einen Platz geworden war.
Die Dauer des Marktes variiert zwischen sieben und 14 Tagen. Neue Besonderheit ist der Festzug vom Nordbahnhof zum Hagenmarkt am Eröffnungstag des Weihnachtsmarktes mit dem Weihnachtsmann sowie einigen Einzelhändlerinnen, Einzelhändlern und Gewerbetreibenden.
1939 bis 1942 und 1945
Ein Teil des Weihnachtsmarktes bleibt auf dem Hagenmarkt, während der andere Teil vom Burgplatz in die Markthalle am Hagenmarkt zieht.
1946
Der erste Weihnachtsmarkt nach dem 2. Weltkrieg findet auf dem Hagenmarkt statt.
1950
Der Weihnachtsmarkt findet auf dem Burgplatz und dem Hagenmarkt zugleich statt. 120 Beschickerinnen und Beschicker nehmen teil.
1956
Der Weihnachtsmarkt zieht vollständig auf den Burgplatz.
1973
Die Stadt erweitert die Marktfläche um den Bereich vor den Torbögen zwischen Burg Dankwarderode und Dom St. Blasii.
1977
Erstmals schmücken Lichterketten die Gassen des Weihnachtsmarktes.
1983
Stadtdirektor Dr. Udo Kuhlmann veranlasst die Fensterilluminierung der umliegenden Gebäude mit elektrischen Kerzen. Außerdem werden die Gebäude von außen angestrahlt.
1987
Der Schaustellerverband fertigt Tore für die Eingangsbereiche an.
1991
Oberstadtdirektor Dr. Jürgen Bräcklein legt die Dauer des Marktes auf vier Wochen fest.
1995
Die Stadt erweitert die Weihnachtsmarktfläche um den Domplatz.
1996
Nach Umgestaltung der Marktfläche auf dem Burgplatz bleibt der Burglöwe als Braunschweiger Wahrzeichen von nun an sichtbar und erreichbar.
2001
Erstmals findet die Weihnachtswerkstatt für Kinder statt.
2003
Der Schaustellerverband holt einen der größten massiven Holznussknacker Deutschlands nach Braunschweig. Heute ist „Bruno“ ein idealer Treffpunkt oder ein origineller Fotohintergrund für die Besucherinnen und Besucher.
2006
Die Stadt überträgt die Durchführung des beliebten Marktes der Braunschweig Stadtmarketing GmbH, einer hundertprozentigen Tochter der Stadt. Der Platz der Deutschen Einheit wird umgestaltet und als Weihnachtsmarktfläche erschlossen: Die Weihnachtswerkstatt sowie 30 neue Stände finden hier Platz.
2008
Erstmals findet in Zusammenarbeit mit dem Dom St. Blasii die Weihnachtskulturwoche statt: ein buntes Programm für die ganze Familie mit Weihnachtsoratorium, festlicher Musik und Chorabenden zum Mitsingen.
2009
Das Stadtmarketing integriert den Burggraben in die Weihnachtsmarktfläche: Auf dem nachempfundenen Burgmühlengraben finden die Weihnachtswerkstatt und vier neue Stehflöße ihren Platz. Eine aufwendige Lichtinstallation illuminiert die Burg Dankwarderode. Der Künstler Magnus Kleine-Tebbe modelliert auf dem Markt neue Krippenskulpturen.
2010
Die Krippe mit den neuen Skulpturen steht von nun an an der Münzstraße, dicht an den Dom geschmiegt.
2011
Das Stadtmarketing nimmt die Bäume an der Münzstraße ins Beleuchtungskonzept des Marktes auf und erweitert diese Illumination in den folgenden Jahren.
2013
Die Fensterillumination in den Gebäuden rund um den Weihnachtsmarkt wird auf umweltfreundliche LED-Technik umgerüstet. Der Orkan Xaver sorgt dafür, dass der Weihnachtsmarkt erstmalig für einen Tag (5. Dezember) schließen muss.
2014
Besucherinnen und Besucher können die überdachten Flöße im Burggraben online reservieren. Zusätzlich erhalten die Flöße Namen von bekannten Persönlichkeiten aus der Braunschweiger Welfendynastie: Heinrich, Mathilde, Otto und Beatrix.
2015
Der Rathausbalkon wird an den Adventssonntagen zur Bühne: Blechbläser spielen in der Abenddämmerung Weihnachtslieder. Neue Informationstafeln in Form einer Kerze weisen den Besucherinnen und Besuchern den Weg auf dem Markt.
2016
Die Illuminierung der Bäume an der Münzstraße und auf dem Platz der Deutschen Einheit, die im Jahre 2011 begonnen wurde, ist abgeschlossen. Insgesamt 130 Kugeln und Sterne leuchten jetzt in den Platanen.
Der Weihnachtsmarkt befindet sich seit 60 Jahren auf dem Burgplatz. Das Stadtmarketing betreibt mittlerweile den gesamten Weihnachtsmarkt mit Naturstrom und installiert in diesem Jahr zwei neue Selfiepoints. Einer befindet sich am Rande des Burgplatzes, der andere vor der Krippe an der Münzstraße. Dieser Selfiepoint ist saisonal und nur in der Weihnachtszeit vorhanden.
2017
Das Stadtmarketing setzt einen dritten Selfiepoint vor dem Eingang am Platz der Deutschen Einheit/Ecke Langer Hof. Die Schaustellerinnen und Schausteller schenken die Getränke auf dem Weihnachtsmarkt nur noch in Mehrwegbechern aus.
2019
Stadtmarketing und Schaustellerverband setzen weitere Maßnahmen zur Vermeidung von Plastikmüll um und nutzen für den Verzehr von Speisen und Getränken ab sofort weitestgehend nachhaltiges Einweggeschirr, beispielsweise aus nachwachsenden Rohstoffen, Abfall- oder Nebenprodukten und Mehrweggeschirr.
2020
Als Maßnahme zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie können 2020 viele Veranstaltungen nicht stattfinden. Das Veranstaltungsverbot betrifft auch den Braunschweiger Weihnachtsmarkt, der erstmalig komplett abgesagt wird. Um die Marktbeschickerinnen und -beschicker zu unterstützen, stellt das Stadtmarketing eine Übersicht der Stände zusammen, die mit ihrem Angebot auf dem Weihnachtsmarkt gewesen wären und für ihre Artikel einen Bestell- und Abhol- bzw. Lieferservice anbieten.
2021
Der Braunschweiger Weihnachtsmarkt kann wieder stattfinden. 115 Ständen und eine stimmungsvolle Weihnachtsbeleuchtung bringen trotz der durch die Corona-Pandemie unsichere und schwierige Zeit Adventsstimmung auf die Plätze rund um den Dom St. Blasii und die Burg Dankwarderode. Die Entwicklung der Pandemie und die daraus resultierenden rechtlichen Vorgaben machen eine Reduzierung der Gästezahl, Zugangsbeschränkungen, detaillierte Hygienekonzepte, teils auch kurzfristige Anpassungen, notwendig. So gibt es vier definierte Gastronomieflächen, die nur von Gästen genutzt werden dürfen, die gemäß der Landesverordnung geimpft und negativ getestet sind.
Um Menschenansammlungen oder längere Aufenthalte in Innenräumen zu vermeiden, findet kein Musikprogramm auf dem Markt sowie kein Kinderprogramm statt. Die Weihnachtskulturwoche, das weihnachtliche Kulturprogramm des Braunschweiger Doms, kann jedoch angeboten werden.
Wegen einer von der Landesregierung im Rahmen der Pandemiebekämpfung verordneten Weihnachtsruhe muss der Braunschweiger Weihnachtsmarkt am 23. Dezember vorzeitig schließen.
2022
Endlich kann der Weihnachtsmarkt wieder in seiner bekannten Form stattfinden. Das Stadtmarketing bietet auch das Kinderprogramm wieder an.
Vor dem Hintergrund der Energiekrise und erweiterten Überlegungen zum Energiesparen reduziert das Stadtmarketing die Illuminierung des Burggrabens, verzichtet auf die Fensterbeleuchtung der umliegenden Gebäude und schränkt insgesamt die Beleuchtungsdauer ein. Außerdem verpflichten sich alle Standbetreiberinnen und -betreiber zur zukünftigen Nutzung von energiesparender LED-Technik.
2023
Wegen der Sturmwarnung „Zoltan“ schließt der Weihnachtsmarkt vorsorglich am 21. Dezember um 16:00 Uhr. Am nächsten Tag können alle Stände ohne Schäden wieder öffnen.
2024
Aufgrund einer Baustelle auf dem Burgplatz muss Bruno zum ersten Mal seinen Stammplatz verlassen und begrüßt nun vor dem Rathaus die Besucherinnen und Besucher des Weihnachtsmarktes.
Der Verlag Merian nimmt den Braunschweiger Weihnachtsmarkt in die Liste der zehn schönsten Weihnachtsmärkte in Norddeutschland auf.
Der Künstler Magnus Kleine-Tebbe arbeitet die Figuren der Weihnachtskrippe neu auf und entfernt Alterungsspuren. Nun erstrahlen sie im neuen Glanz.
Ein Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt am 20. Dezember erschüttert auch die Marktkaufleute, Besucherinnen und Besucher in Braunschweig. Stadtmarketing und Schaustellerverband rufen eine spontane Spendenaktion auf dem Braunschweiger Weihnachtsmarkt ins Leben. Insgesamt kommen 17.135,70 Euro an Spenden für Braunschweigs Partnerstadt Magdeburg zusammen.
Quelle
Schaustellerverband Braunschweig e. V. H. E. Weber, Thomas Bronswyk, Stadt Braunschweig, Fachbereich Bürgerservice, Öffentliche Sicherheit, Braunschweig Stadtmarketing GmbH
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