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Stadtplan 1975

Stadtplan 1975

Kartentechnik und Gestaltung der Karte

Die Technik zur kartographischen Bearbeitung der Stadtpläne blieb seit den 1950er Jahren unverändert. Daran wurde beim Braunschweiger Vermessungsamt bis in die 1980er Jahre festgehalten.

Die Kartengraphik wurde ebenso nicht verändert. Lediglich beim Karteninhalt ist auffällig, dass auf die Darstellung der Geländeoberfläche mittels Höhenlinien verzichtet wurde. Die Farbe der bebauten Flächen wurde aufgehellt, was eindeutig der Lesbarkeit der aufgedruckten Kartenschrift zu Gute kommt. Die Fernverkehrsstraßen – in kräftigerem Gelb dargestellt – treten nun deutlich aus dem Kartenbild hervor.

Seit Mitte der 1960er Jahre wurden in der Innenstadt zahlreiche Straßen in Fußgängerbereiche umgewandelt. Im Stadtplan wurden Fußgängerzonen jedoch erst ab der Ausgabe 2005 mit einer eigenen graphischen Darstellung abgebildet.

Die Karte als Spiegel der Stadtgeschichte

© © Stadt Braunschweig, Abteilung Geoinformation, 2013Ausstellungstafel Zeitpläne

Im Jahre 1974 wurden 22 Umlandgemeinden in die Stadt Braunschweig eingemeindet. Der Stadtplan macht deutlich, dass in den neuen Stadtteilen viele Straßen die gleichen Namen trugen wie schon die im alten Stadtgebiet vorhandenen Straßen. Um solche Mehrfachbenennungen zu vermeiden, wurden 1975 per Ratsbeschluss mit Wirkung zum 1. Januar 1976 insgesamt fast 300 Straßen umbenannt.

In der Innenstadt wurde mit der Umgestaltung des Radeklints und dem Anschluss der Lange Straße an die Celler Straße der Kerntangentenring komplettiert. Der Karrenführerplatz wurde überbaut, und auf dem Gelände des Schlosses wurde der Schlosspark angelegt. Südlich des Parks verbindet die Georg-Eckert-Straße bereits den Bohlweg mit dem Magniviertel. Der Anschluss an die Museumstraße ist als Planung dargestellt. Auf dem ehemaligen Bahngelände südlich des alten Bahnhofs ist die geplante Theodor-Heuss-Straße schon im Stadtplan gekennzeichnet.

Von Salzgitter kommend ist die Bundesstraße 490 als autobahnähnliche Straße dargestellt. Östlich der Gartenstadt mündet sie in den neuen Tangentenring, der von der Salzdahlumer Straße bis nach Lehndorf fertiggestellt ist.

Bereits in den 1960er Jahren wurde mit dem Bau von sogenannten Trabantenstädten eine Suburbanisierung ins Umland begonnen. So ist der Stadtteil Heidberg schon vollständig bebaut im Stadtplan von 1975 dargestellt. Die Weststadt – noch ohne Namen – ist zum Großteil fertiggestellt. Nur im Nordwesten dieses Stadtteils sind die Straßen noch ohne Bebauung verzeichnet.

Mit der Siedlung Kanzlerfeld ist seit ihrer Planung in den 1960er Jahren ein neues Wohngebiet entstanden. Am Rande vieler der eingemeindeten Orte sind meist ebenfalls neue Baugebiete sichtbar.