Reiterstandbilder
Über die Reiterstandbilder
Der Kartenausschnitt zeigt die ursprüngliche Lage und die Ausmaße des ehemaligen Residenzschlosses (3) am Bohlweg im Stadtgrundriss aus der Zeit um 1885. Auf dem davor gelegenen Schlossplatz sind auch die Standorte der Reiterstandbilder der Herzöge Carl Wilhelm Ferdinand (1) und Friedrich Wilhelm (2) eingetragen.
Die Reiterstandbilder zeigen die beiden Herzöge Carl Wilhelm Ferdinand (1735-1806) in fürstlicher Kleidung mit Ordensstern, Dreispitz und Degen sowie Friedrich Wilhelm (1771-1815) in der von ihm selbst entworfenen Husarenuniform mit schirmloser Mütze. Carl Wilhelm Ferdinand starb nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt, Friedrich Wilhelm in den Befreiungskriegen gegen Napoleon I.
Der Entwurf zu dem Standbild von Carl Wilhelm Ferdinand stammt von Anton Dominik Ritter von Fernkorn und Franz Pönninger, beide aus Wien. Der Entwurf zu dem Standbild von Friedrich Wilhelm stammt von Ernst Hähnel aus Dresden. Die Ausführung als Treibarbeit in Kupfer auf einem Eisenskelett übernahm ab 1869 Georg Howaldt in Braunschweig. Die Reiterstandbilder wurden 1874 vor dem Nord- und Südflügel des herzoglichen Residenzschlosses aufgestellt und eingeweiht.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie von 1945-1960 in der Ruine des Schlosses untergebracht, in der Buntmetalldiebe sie erheblich beschädigten. Nach Restaurierungsarbeiten erhielten sie 1973 an der Kurt-Schumacher-Straße am Übergang zum Löwenwall einen neuen Standort. 1992 wurden die Standbilder erneut umfassend restauriert. 2007 kehrten sie wieder an ihren ursprünglichen Standort vor dem Schloss zurück.
Zu diesem Thema
Lage
Der Schlossplatz in Geschichte und Gegenwart
Schlossplatz
Der Schlossplatz ist in seiner heutigen Gestalt die jüngste Platzanlage der Innenstadt Braunschweigs. Seine wechselhafte Geschichte reicht jedoch weit zurück. Das heutige Umfeld um das ehemalige Residenzschloss gehörte ursprünglich zum Weichbild Hagen. Im Mittelalter entstanden hier ein Hof des Templerordens sowie ein Stadthof des Zisterzienserklosters Riddagshausen. Mit Bezug auf die Farben der Mönchskleidung erhielt der Hof des Klosters Riddagshausen den Namen „Grauer Hof“. Mit der Reformation ging er in herzoglichen Besitz über und fungierte nach 1671 als Nebenresidenz der welfischen Herzöge.
Ab 1717 wurde auf dem Grundstück ein barockes Residenzschloss errichtet. Dieser Bau war um einen tiefen Ehrenhof zum Bohlweg angelegt und erhielt an diesen angelehnt den Namen „Grauer Hof“. Im Revolutionsjahr 1830 brannte das Gebäude während eines Bürgeraufstands gegen Herzog Karl II. ab. Ein Schlossneubau erfolgte bereits 1831-1838 nach Entwürfen des Architekten Carl Theodor Ottmer. Seine Pläne zur Schaffung eines repräsentativen Schlossplatzes blieben jedoch unausgeführt.
Die kleinteilige Fachwerkbebauung gegenüber der Residenz wurde im späten 19. Jahrhundert durch Gründerzeitbauten weitgehend ersetzt. Der Schlossvorplatz war vom Bohlweg durch einen Gitterzaun abgetrennt. Mit der Abdankung Herzog Ernst Augusts im November 1918 endete die Epoche höfischer Repräsentation.
Im Zweiten Weltkrieg erlitten das Schloss und die Bebauung am Bohlweg starke Zerstörungen. Nach dem umstrittenen Abbruch der Schlossruine von 1960 wurde eine Parkanlage angelegt. Weiterhin erfolgten der autogerechte Ausbau des Bohlwegs und der Georg-Eckert-Straße. 1974/75 entstand in Richtung Süden mit dem Horten-Kaufhaus ein dominanter Solitärbau.
In den Jahren 2005-2007 wurden schließlich die Schlossarkaden mit Rekonstruktion der stadtseitigen Fassaden des Ottmerschen Residenzschlosses errichtet. Damit entstand an alter Stelle der neue Schlossplatz.
Residenzschloss
Nach der Eroberung Braunschweigs durch welfische Truppen im Jahr 1671 dauerte es mehrere Jahrzehnte bis zum Bau eines Residenzschlosses in der alten Landeshauptstadt. Ab 1717 ließ Herzog August Wilhelm am Bohlweg einen Schlossneubau errichten. Er erhielt seinen Namen nach dem zuvor hier gelegenen Grauen Hof des ehemaligen Zisterzienserklosters Riddagshausen. Das von dem Baumeister Hermann Korb gestaltete Barockschloss öffnete sich mit einem tiefen Ehrenhof zum Bohlweg.
Nach dem Brand des Grauen Hofes im Revolutionsjahr 1830 veranlasste Herzog Wilhelm den Neubau des Residenzschlosses im Stil des Spätklassizismus. Der Architekt Carl Theodor Ottmer schuf 1831-1838 einen dreiflügligen Monumentalbau mit Schaufront zum Bohlweg. Blickfang ist der nach antiken Vorbildern gestaltete Säulenportikus mit der von dem Dresdner Bildhauer Ernst Rietschel geschaffenen Quadriga. Die von Ottmer vorgesehenen Kolonnaden zur Einfassung des Vorplatzes wurden nicht ausgeführt.
Ein erneuter Brand zerstörte 1865 große Teile des Schlossinneren und die Quadriga. Darauf folgte die unveränderte Wiederherstellung. Nach der Abdankung Herzog Ernst Augusts im Jahr 1918 konnte das Schloss zu musealen und kulturellen Zwecken genutzt werden. Mit der Einrichtung einer SS-Junkerschule unter den Nationalsozialisten (1935) war ein unheilvoller Weg vorgezeichnet. Im Verlauf des 2. Weltkriegs wurde das Schlossgebäude stark zerstört, es verblieb nur noch eine Ruine, die nach heftigen Kontroversen 1960 zugunsten der Schaffung einer Parkanlageabgebrochen wurde.
In Zusammenhang mit dem Bau des Einkaufszentrums Schloss-Arkaden erfolgte 2005-2007 im Vorfeld ebenfalls kontrovers diskutierte Rekonstruktion des Schlossbaus mit den äußeren stadtseitigen Fassaden. Dabei konnten zahlreiche Werkstücke des ursprünglichen Bauwerks wiederverwendet werden. Das neue Schloss beherbergt heute u. a. Stadtbibliothek und Stadtarchiv sowie ein Schlossmuseum.
Reiterstandbilder
Die Reiterstandbilder zeigen die beiden Herzöge Carl Wilhelm Ferdinand (1735-1806) in fürstlicher Kleidung mit Ordensstern, Dreispitz und Degen sowie Friedrich Wilhelm (1771-1815) in der von ihm selbst entworfenen Husarenuniform mit schirmloser Mütze. Carl Wilhelm Ferdinand starb nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt, Friedrich Wilhelm in den Befreiungskriegen gegen Napoleon I.
Der Entwurf zu dem Standbild von Carl Wilhelm Ferdinand stammt von Anton Dominik Ritter von Fernkorn und Franz Pönninger, beide aus Wien. Der Entwurf zu dem Standbild von Friedrich Wilhelm stammt von Ernst Hähnel aus Dresden. Die Ausführung als Treibarbeit in Kupfer auf einem Eisenskelett übernahm ab 1869 Georg Howaldt in Braunschweig. Die Reiterstandbilder wurden 1874 vor dem Nord- und Südflügel des herzoglichen Residenzschlosses aufgestellt und eingeweiht.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie von 1945-1960 in der Ruine des Schlosses untergebracht, in der Buntmetalldiebe sie erheblich beschädigten. Nach Restaurierungsarbeiten erhielten sie 1973 an der Kurt-Schumacher-Straße am Übergang zum Löwenwall einen neuen Standort. 1992 wurden die Standbilder erneut umfassend restauriert. 2007 kehrten sie wieder an ihren ursprünglichen Standort vor dem Schloss zurück.
