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Drei High-Tech-Start-ups wollen nach dem W.IN weiter durchstarten

Coldsense, InfinityGate und Patero haben ihre Geschäftsmodelle im zwölfmonatigen Accelerator der Wirtschaftsförderung optimiert

Mit der Coldsense Technologies GmbH, der InfinityGate  UG und der Patero GmbH haben drei weitere Braunschweiger Start-ups das einjährige Accelerator-Programm für Wachstum und Innovation (W.IN) der Braunschweig Zukunft GmbH abgeschlossen. Alle drei Start-ups haben ihr Geschäftsmodell während des zwölfmonatigen Betreuungszeitraums angepasst und weiterentwickelt. Nun wollen sie ihren Kundenstamm ausbauen und sich dauerhaft am Markt durchsetzen.

Das Einzigartige am W.IN ist das Mentorennetzwerk, in dem sich aktuell 14 Unternehmen aus Braunschweig und der Region engagieren. „Alle unsere Mentoren konnten etwas zu unserer Entwicklung beitragen“, so Stephan Bansmer, der Coldsense Technologies gemeinsam mit David Burzynski und Juan Velandia führt. Die Ausgründung aus dem Niedersächsischen Zentrum für Luft- und Raumfahrt der TU Braunschweig, die ursprünglich auf die Früherkennung und Vermeidung von Vereisungen an Flugzeugen spezialisiert war, hat ihr Geschäftsmodell mittlerweile auf die Lebensmittelindustrie ausgerichtet. Coldsense stattet heute beispielsweise Kühlräume mit seiner Technologie aus, verhindert Vereisungen und steigert so deren Energieeffizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit. Dennoch ist das Start-up nach wie vor am Forschungsflughafen ansässig und profitiert weiterhin von den engen Netzwerken in diesem internationalen High-Tech-Cluster. „Der Wissenschaftsstandort Forschungsflughafen ist grandios“, so Bansmer. Die Umstellung des Geschäftsmodells sei schmerzhaft und wohltuend zugleich gewesen, habe aber letztlich zum Erfolg geführt. 

Dieser Einschätzung stimmten Henning Schiel und Mirco Jahn bei der Abschlussveranstaltung zum zwölfmonatigen Accelerator-Programm voll und ganz zu. Die beiden Gründer der Patero GmbH waren mit dem Ziel gestartet, Mobiltelefone so zuverlässig abhörsicher zu machen, dass Behörden, Journalisten und andere Geheimnisträger effektiv geschützt werden können.

„Wir haben festgestellt, dass unsere Basis-Technologie schneller und einfacher auch für die Absicherung von IoT-Geräten und Industrie-Netzwerken eingesetzt werden kann”, so Henning Schiel. Somit konzentriert sich Patero mit seiner quantencomputerresistenten Kryptographie nun vorrangig auf die Sicherheit vernetzter Maschinen und Geräte in kritischen Infrastrukturen wie zum Beispiel Krankenhäusern und Smart City. „Als Gründer muss man sein Geschäftsmodell flexibel den Bedürfnissen des Marktes anpassen, um auch wirtschaftlich erfolgreich zu sein”, so Schiel. Patero ist es mit dieser Anpassung gelungen, auch Kunden im Ausland zu erreichen und baut derzeit einen eigenen Standort in den Vereinigten Staaten auf. „Risikobewusstsein und Investitionsbereitschaft in neue Technologien sind in den USA deutlich größer als in Deutschland und hier in der Region“, so Schiel.

Das dritte Start-up, die InfinityGate UG, hat in der abgelaufenen Betreuungsrunde sein Geschäftsmodell vom Software-Produkt hin zur Software-Dienstleistung umgestellt. Bot das junge Unternehmen anfangs noch seine Virtual-Reality-Software vor allem Produktherstellern an, die damit Prototypen fotorealistisch darstellen und eine neue Art der Produktgestaltung nutzen konnten, liegt der Schwerpunkt heute auf der Visualisierung ganzer Häuser. Für Bauherren oder Kaufinteressenten erstellen Christian Klein Torres und Henry Schindel mit ihrem Team ein 3D-Abbild des Gebäudes, sodass diese es im virtuellen Raum begehen und die Einrichtung planen können. „Der W.IN hat uns bei der Schärfung unseres Geschäftsmodells echt nach vorn gebracht“, so das Fazit von Christian Klein Torres bei der Abschlussrunde. 

„Wir freuen uns über die positive Entwicklung aller drei Start-ups während ihrer Zeit bei uns im W.IN. Unsere Mentoren aus der regionalen Wirtschaft leisten mit ihrem unternehmerischen Know-how dazu einen entscheidenden Beitrag, für den ich mich sehr herzlich bedanke“, so Gerold Leppa, Geschäftsführer der Braunschweig Zukunft GmbH. „Wir werden den Kontakt zu den Gründungsteams aufrechterhalten und unterstützen sie auch weiterhin bei Fragen zur Standortsuche und durch Vermittlung von Kontakten.“ Die InfinityGate UG hat ihren Firmensitz beispielsweise in den städtischen Technologiepark am Rebenring verlegt, in dem zahlreiche weitere Start-ups beheimatet sind.

Die Kooperationspartner im W.IN
AGIMUS GmbH, AITEC GmbH, AL-Elektronik Distribution GmbH, Arbeitgeberverband Region Braunschweig e. V., borek.digital, fme AG, Gramm, Lins & Partner GbR, HDS Consulting GmbH, msg DAVID GmbH, M-Venture, Robert Bosch Elektronik GmbH, Sport-Thieme GmbH, Streiff & Helmold GmbH, wirDesign communication AG

Weitere Informationen zum W.IN unter www.braunschweig.de/win

v.l.n.r.: Stephan Bansmer, David Burzynski und Juan Velandia haben gemeinsam die Coldsense Technologies GmbH gegründet. Das junge Unternehmen verhindert mit seiner Technologie unter anderem Vereisungen in Kühlräumen und steigert so deren Energieeffizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit.© Coldsense Technologies GmbH
Mirco Jahn (links) und Henning Schiel zielten mit ihrer Sicherheitstechnologie anfangs auf Mobiltelefone ab. Inzwischen haben sie ihr Geschäftsmodell auf die Sicherheit vernetzter Maschinen und Geräte in kritischen Infrastrukturen wie zum Beispiel Krankenhäusern und Smart City ausgerichtet.© Patero GmbH
Christian Klein Torres (links) und Henry Schindel visualisieren mit ihrer InfinityGate UG Häuser mithilfe von Virtual Reality, sodass Bauherren oder Kaufinteressenten diese im virtuellen Raum begehen können.© Braunschweig Zukunft GmbH/Peter Sierigk