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„Wird anders. Bleibt gut.“: Maßnahmen zur Stärkung der Innenstadt werden vorangetrieben

Strategisches Rahmenkonzept liefert Leitbild und Handlungsansätze für die Innenstadtentwicklung

Beim fünften Dialogforum zur Zukunft der Braunschweiger Innenstadt stellte die CIMA Beratung + Management GmbH das von der Wirtschaftsförderung beauftragte strategische Rahmenkonzept vor. Es ist Voraussetzung für die Teilnahme am geplanten Landes-Förderprogramm „Resiliente Innenstädte“ und soll nun den Ratsgremien zum Beschluss vorgeschlagen werden. Unterdessen treiben Stadtverwaltung, Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung zahlreiche Projekte voran, um die Attraktivität und Angebotsvielfalt der Innenstadt zu steigern. Mehrere Investitionen schaffen zudem neue Angebote in der Innenstadt.

Das Stadtmarketing und der Arbeitsausschuss Innenstadt Braunschweig e. V. (AAI) wollen mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm zahlreiche Besuchsanlässe schaffen. Die beliebten Programmwochenenden mit verkaufsoffenem Sonntag wie der modeautofrühling und das trendsporterlebnis sollen nach zwei von der Pandemie geprägten Jahren wieder viele Menschen anziehen. Mithilfe des Förderprogramms „Perspektive Innenstadt!“ sollen darüber hinaus zusätzliche Angebote wie „Stadtgärten“ und ein „Stadtstrand“ entstehen. Auch eine Neuauflage von „Braunschweig bittet zu Tisch“, dem bereits 2015 ausgerichteten „Dinner in White“, ist in Vorbereitung. Zudem will das Stadtmarketing die digitale Präsenz der Braunschweiger Innenstadt ausbauen und den Innenstadtbesuch im Rahmen eines „Gamification“-Projekts mit digitalen, spielerischen Elementen anreichern.  

Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Dr. Anja Hesse verkündete beim Dialogforum einen Erfolg bei der kulturellen Nutzung von Leerständen. So konnte der „Tanzkoop“, einer Initiative von in Braunschweig lebenden Tänzerinnen und Tänzern sowie Choreografinnen und Choreografen, ein leerstehendes Ladenlokal am Waisenhausdamm als neues Tanzstudio vermittelt werden. Neben der Vermittlung unterstützte das Kulturdezernat diese Nachnutzung durch die Bereitstellung der Kaution für die Anmietung. 

Auch städtebaulich tut sich in Braunschweigs Innenstadt einiges. Die Bauarbeiten am Schlosscarree, das die Volksbank BraWo als Eigentümerin umfassend saniert und umgestaltet, sind in vollem Gange. Laut Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer sollen sie voraussichtlich 2025 abgeschlossen werden. Schon 2023 könnte der ebenfalls laufende Umbau des Welfenhofs durch die Deutsche Immobilien Opportunitäten AG beendet sein. Ankermieter soll hier ein Lebensmittelmarkt werden. Die Verwaltung erwartet, dass diesen Investitionen weitere Immobilienprojekte folgen werden, die neue Angebote in der Innenstadt schaffen. Ab 2023 ist zudem die Sanierung der Tiefgarage des Welfenhofs geplant.  

Ein weiteres Projekt ist die neue Wegeverbindung vom Klint im Magniviertel zum Löwenwall. Leuer betonte, dass die Verbindung der Innenstadt mit den umliegenden Erholungsräumen wichtig für die Aufenthaltsqualität sei. Die Bauarbeiten laufen auch hier und sollen schon im Mai dieses Jahres abgeschlossen sein.

Mehr Aufenthaltsqualität soll auch durch mehr Grün unmittelbar in der Innenstadt erzeugt werden. Holger Herlitschke, Dezernent für Umwelt, Stadtgrün, Sport und Hochbau, stellte elf geplante Standorte für sogenanntes „mobiles Grün“ vor. Das können zum Beispiel Pflanzkübel sein, die mit Sitzgelegenheiten kombiniert werden. Darüber hinaus soll auch der Schlossplatz mehr Grün erhalten. Weitere Beiträge zur Verbesserung von Mikroklima und Aufenthaltsqualität stellen geplante Pocket Parks dar, die an der Kannengießerstraße und dem Bäckerklint realisiert werden sollen. 

Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum: „Ich freue mich, dass bereits zahlreiche Projekte angestoßen wurden. Wichtig ist auch der Mix aus kurzfristig wirksamen Maßnahmen, wie z. B. attraktiven Veranstaltungen, und mittel- bis langfristigen Projekten wie Begrünungen und städtebaulichen Verbesserungen. Ich lade darüber hinaus die ansässigen Unternehmen, Händlerinnen und Händler, Gastronominnen und Gastronomen, Kreativschaffende sowie alle Bürgerinnen und Bürger ein, eigene Projektideen in den Innenstadtdialog einzubringen. Das Projekt Groß.Form.Art ist ein gutes Beispiel für ein privates Projekt, das wir in diesem Rahmen unterstützen konnten. Zudem sind auch die Immobilieneigentümer und -eigentümerinnen aufgerufen, die Innenstadt aktiv mitzugestalten. Die Stärkung der Innenstadt bleibt eine Gemeinschaftsaufgabe für uns alle.“

Rahmenkonzept als Basis für die Teilnahme am zweiten Landes-Förderprogramm „Resiliente Innenstädte“

Das von der CIMA Beratung + Management GmbH erstellte strategische Rahmenkonzept trägt den Titel „Die vielfältige Innenstadt. Ein Ort für alle.“ Es greift Projekte aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) sowie die bisher, unter anderem im Rahmen des Innenstadtdialogs, entwickelten Maßnahmen auf und führt sie strategisch zusammen. Das Konzept wurde unter Beteiligung zahlreicher Akteurinnen und Akteure erarbeitet, auch Bürgerinnen und Bürger konnten sich zum Beispiel über die Website WikiMap einbringen. Es erfasst die Innenstadt als ökonomischen, ökologischen und sozialen Ort und legt für alle drei Handlungsfelder Ziele und Leitlinien fest. 

Im Handlungsfeld Ökonomie steht die Multifunktionalität der Innenstadt im Fokus. Da sich der Handel als lange Zeit maßgeblicher Frequenzbringer in einem Strukturwandel befindet, sollen ergänzend zur Funktion als Einkaufsstadt die Bereiche Gastronomie, Kunst und Kultur sowie Freizeit und Erlebnis weiterentwickelt werden, um die Anziehungskraft der Innenstadt zu stärken. Von dieser Anziehungskraft soll wiederum auch der Handel profitieren. Eine zentrale Rolle soll auf diesem Weg die geplante Kulturraumzentrale spielen, indem sie (Zwischen-)Nutzungen und Leerstandsbespielungen initiiert sowie Kunst im innerstädtischen öffentlichen Raum fördert. 

Im Handlungsfeld Ökologie sieht das Rahmenkonzept vor, die natürliche Umwelt stärker einzubeziehen. So bietet die Nähe zur Oker Potenzial zur Steigerung der Aufenthaltsqualität. Beispiele sind das ISEK-Projekt "Okerstufen" im Friedrich-Wilhelm-Viertel und der Pocket-Park an der Kannengießerstraße. Für eine Verbesserung des Mikroklimas sollen zusätzliche Begrünungen und Entsiegelungen sorgen. 

Das dritte Handlungsfeld Soziales beschreibt die Innenstadt als identitätsstiftenden Begegnungsraum, der in der Stadtgesellschaft eine wichtige Funktion für Teilhabe, Inklusion und Kommunikation hat. Projekte wie die für das Förderprogramm „Perspektive Innenstadt!“ vorgesehene Einrichtung eines Familiencafés mit Beteiligungsetage für Kinder und Jugendliche sollen dazu beitragen, dieses Begegnungspotenzial zu heben.   

Maßgebliche Voraussetzung für die Umsetzung der im Konzept dargestellten Handlungsansätze und Leitprojekte ist die Aufnahme in das Förderprogramm „Resiliente Innenstädte“. 

Weitere Infos zum Innenstadtdialog und zu den geplanten Projekten und Maßnahmen sind unter www.braunschweig.de/innenstadtentwicklung zu finden. 

Über die Mailadresse innenstadtdialogbraunschweigde können Interessierte weiterhin Fragen und Anmerkungen einsenden.

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