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Frequenzen erholen sich weiter

Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung verzeichnen im zweiten Quartal positive Tendenzen in der Innenstadt

Gemeinsame Pressemitteilung der Braunschweig Zukunft GmbH und der Braunschweig Stadtmarketing GmbH vom 4. August 2022

Die Passantenfrequenzen in der Braunschweiger Innenstadt lagen im zweiten Quartal 2022 deutlich über den beiden von der Corona-Pandemie geprägten Vorjahren, aber noch unter dem Niveau von 2019. Die Leerstände gehen zurück. 

Im April zeigten sich die Unterschiede zu den von umfangreichen Kontaktbeschränkungen geprägten Jahren 2020 und 2021 am deutlichsten: Die Frequenzen im April 2022 übertrafen die der Vorjahre um weit mehr als 100 Prozent. Mit rund 2,78 Millionen Bewegungen lag der April 2022 dennoch unter dem April 2019 mit 3,5 Millionen Bewegungen. 

Im Mai setzte sich diese Erholung mitsamt einer stärkeren Annäherung an die Werte vor der Pandemie fort: Erstmals überschritt der Mai-Wert wieder die Marke von drei Millionen und lag damit um weniger als 200.000 Frequenzen unter dem Mai 2019. 

Obwohl im Juni auch schon 2020 und 2021 vergleichsweise moderate Einschränkungen galten, hebt sich der Juni 2022 mit 3,37 Millionen Bewegungen noch einmal deutlich von den Vorjahreswerten ab, die unter der Drei-Millionen-Schwelle lagen. Die Lücke zu den 2019er-Werten beträgt noch rund 9,44 Prozent, wobei sich hier auch Effekte ausgeweiteter Home-Office-Regelungen auswirken.

„Über das gesamte zweite Quartal betrachtet, liegen die Frequenzen dieses Jahr rund 50 Prozent über den Werten von 2020 und 2021 und spiegeln eine deutliche Belebung der Innenstadt wider“, so Tobias Grosch, Bereichsleiter beim Stadtmarketing, das die Frequenzen per laserbasierter Messung rund um die Uhr erfasst. „In Einzelhandel und Gastronomie gab es kaum noch Einschränkungen, viele Berufstätige machen sich wieder auf den Weg ins Büro und vor allem haben viele Veranstaltungen, die in den Vorjahren aufgrund der Pandemie ausgefallen sind, wieder stattgefunden. Mit dem Stadtgarten, dem Stadtstrand und den Bewegungsangeboten für Kinder und Jugendliche sowie der bereits beendeten Rollschuhdisco setzen wir auch die ersten Projekte aus dem Landesprogramm „Perspektive Innenstadt!“ um. Das alles wirkt sich positiv auf die Frequenzen aus, auch wenn sie im zweiten Quartal noch unter der Schwelle von zehn Millionen Bewegungen lagen, die wir vor der Pandemie übertroffen haben.“ 

Leerstände nach Winteranstieg wieder auf Vorjahresniveau

Mit regelmäßigen Erhebungen versucht die Braunschweig Zukunft GmbH zudem einen Überblick über die Entwicklung der Leerstände in der Innenstadt zu ermöglichen. Demnach lag die Zahl der leer stehenden Flächen innerhalb der Fußgängerzone im Juni mit 23 wieder auf dem Niveau von September 2021. Zwischenzeitlich stiegen die Leerstände bis März 2022 auf 29 an. „Burgpassage und Welfenhof sind hier nicht mit betrachtet, da es sich um aktuelle Entwicklungsvorhaben handelt, wo eine Anmietung derzeit nicht möglich ist“, so Sebastian Hallmann, Bereichsleiter bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Braunschweig Zukunft. Der Blick auf die gesamte Innenstadt, also das Gebiet innerhalb der Okerumflut, ergab im Juni insgesamt 49 Leerstände. 

„Die Erfassung und Beurteilung leerstehender Flächen ist nicht immer eindeutig möglich. Der Großteil der Objekte befindet sich in Privatbesitz, in vielen Fällen besteht kein direkter Kontakt zu den Eigentümerinnen und Eigentümern. Von außen ist nicht immer klar ersichtlich, ob bereits eine Nachnutzung absehbar ist“, so Hallmann.

Insgesamt sei zu beobachten, dass freiwerdende Einzelhandelsflächen häufiger gastronomische Nachnutzungen erfahren, aktuell z. B. am Kohlmarkt. Zudem gewinne das Thema Nahversorgung an Bedeutung, wie der neue Bio-Supermarkt in der Friedrich-Wilhelm-Straße, der geplante Asia-Supermarkt im Konrad-Koch-Quartier und der angekündigte Ankermieter im Welfenhof belegten.

„Die Zeiten sind nach wie vor herausfordernd, insbesondere im Einzelhandel sind verlässliche Prognosen angesichts von Inflation, sinkender Konsumlaune und instabilen Lieferketten schwierig. Dennoch belegen die aktuellen Zahlen eine Belebung der Innenstadt in den letzten Monaten. Das ist eine wichtige Entwicklung für die ansässigen Betriebe und die Innenstadt insgesamt“, so Hallmann. „Mithilfe des niedersächsischen Förderprogramms ‚Perspektive Innenstadt!‘ arbeiten Stadtmarketing, Verwaltung und Wirtschaftsförderung aktuell daran, diese Belebung durch eine gesteigerte Aufenthaltsqualität und die Schaffung von Besuchsanlässe weiter zu fördern.“

Weitere Infos sowie Daten und Fakten zur Entwicklung der Innenstadt unter www.braunschweig.de/innenstadtentwicklung (Öffnet in einem neuen Tab) 

Im zweiten Quartal 2022 lagen die Passantenfrequenzen in der Braunschweiger Innenstadt deutlich über den beiden von der Corona-Pandemie geprägten Vorjahren, aber noch unter dem Niveau von 2019.© Braunschweig Stadtmarketing GmbH

Laserbasierte Frequenzmessung
Seit Ende September 2016 erfasst das Stadtmarketing, unterstützt durch den Arbeitsausschuss Innenstadt Braunschweig e. V. und die Schloss-Arkaden, die Frequenzen in der Innenstadt an sechs Standorten digital: Damm, Hutfiltern, Langer Hof, Schuhstraße, Poststraße und Sack. Seit Ende März 2019 ergänzt ein Lasergerät in der Neuen Straße die Messungen und seit Mitte Juni 2021 ein weiteres in der Friedrich-Wilhelm-Straße. Für die Erfassung nutzt das Stadtmarketing die Technik der LASE PeCo Systemtechnik GmbH. Mit der lasergesteuerten Technik lassen sich rund um die Uhr nahezu echtzeitbasierte Daten erfassen. Dabei werden Besucherinnen und Besucher, die mehrere Messpunkte passieren, mehrfach gezählt, sodass der Frequenzbegriff nicht mit der Besucheranzahl gleichzusetzen ist. Die Technik ist gesundheitlich unschädlich und da das Messverfahren keine personenbezogenen Daten erhebt, ist sie auch datenschutzrechtlich unbedenklich. Seit April 2019 sind die Messdaten öffentlich einsehbar unter www.hystreet.com (Öffnet in einem neuen Tab).

Über den Innenstadtdialog
Als Reaktion auf den Strukturwandel in den Innenstädten haben die Stadt Braunschweig und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Braunschweig Zukunft im Oktober 2020 den Dialog zur Zukunft der Braunschweiger Innenstadt initiiert. Über öffentliche Dialogforen und verschiedene digitale Beteiligungsangebote haben Händlerinnen und Händler, Gastronominnen und Gastronomen, Kultur- und Kreativschaffende, Sozialpartnerinnen und -partner sowie Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit sich in den Innenstadtdialog einzubringen. Der Innenstadtdialog initiiert, begleitet und reflektiert Maßnahmen zur Stärkung der Braunschweiger Innenstadt, die teils auch im Rahmen der Landesförderprogramme „Perspektive Innenstadt!“ und „Resiliente Innenstädte“ umgesetzt werden. Alle Infos unter: www.braunschweig.de/innenstadtentwicklung (Öffnet in einem neuen Tab)