Preisträger 2026
Christian Linker erhält den Friedrich-Gerstäcker-Preis der Stadt Braunschweig
Der Autor Christian Linker wird für sein Buch „Wenn die Welt unsere wäre“, erschienen im dtv Verlag, mit dem mit 8.000 Euro dotierten Friedrich-Gerstäcker-Preis für Jugendliteratur der Stadt Braunschweig ausgezeichnet.
Der Friedrich-Gerstäcker-Preis für Jugendliteratur ist der älteste Jugendbuchpreis der Bundesrepublik Deutschland. Er wurde 1947 zum Andenken an den Braunschweiger Weltreisenden und Schriftsteller Friedrich Gerstäcker (1816–1872) gestiftet. Mit dem Preis würdigt die Stadt Braunschweig alle zwei Jahre ein in deutscher Sprache verfasstes Werk eines Schriftstellers oder einer Schriftstellerin. Die Auszeichnung ehrt Literatur, die jungen Menschen in sprachlich anspruchsvoller Form das Abenteuer der Begegnung mit fremden Welten nahebringt und Gedanken von Toleranz, Weltoffenheit sowie gesellschaftlicher Verantwortung vermittelt.
„Mit Christian Linker wird ein Jugendbuchautor ausgezeichnet, der unserer Stadt seit Jahren verbunden ist. Durch sein Mitwirken an der Braunschweiger Jugendbuchwoche und mit seinen Lesungen an Schulen leistet er einen wichtigen Beitrag zur Leseförderung. Dass er mit seinem Engagement junge Menschen unmittelbar zum Lesen anregt und für Literatur begeistert, entspricht in besonderer Weise dem Geist des Friedrich-Gerstäcker-Preises“, sagt Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum.
Die Begründung der Jury
„Linker gelingt es auf geschickte Art und Weise die auf den ersten Blick so unterschiedlichen Geschichten zu einem schlüssigen Ganzen zu verweben. Harald, der sich in den Wirren der Nachkriegszeit in einem Jugendverein zu engagieren beginnt, Jennifer, die in der DDR als IM die Kirchenkreise infiltriert, und Nadiem, der in der heutigen Zeit mit Rassismus und Vorurteilen konfrontiert wird.
Die Lesenden erhalten so auf eine authentische und lebendige Art und Weise Einblicke in die Lebensbedingungen der Nachkriegszeit, der DDR und des heutigen Deutschlands, ohne dass historische Informationen belehrend oder aufgezwungen wirken. Stattdessen fängt Linker die Atmosphäre der jeweiligen Zeit ein und lässt die Lesenden intensiv in die Geschichte eintauchen.
Die Charaktere sind nahbar, in sich schlüssig und entwickeln eine eigene Stimme, mit der sie ihre Geschichten erzählen. Der gelungene gelegentliche Einsatz von lyrischen Elementen verleiht dem Text auch auf der erzählerischen Ebene Tiefe.
Auf vielschichtige Weise wird so der Bedeutung von Vielfalt und Demokratie sowie der Frage, wer und was Deutschland eigentlich ist, nachgegangen. Das Buch verdeutlicht die Komplexität der Themen, ohne sich jedoch in Nebenhandlungen zu verlaufen, und lässt Raum für eigene Gedanken und Diskussionen.
Trotz oder gerade aufgrund der einfühlsamen Darstellungsweise, mit der ernste Themen angesprochen werden, ist "Wenn die Welt unsere wäre" vor allem ein Buch, das Hoffnung macht und zu eigenem Engagement aufruft.“
Die Jury 2026
Die Auswahl des Preistragenden erfolgt durch eine unabhängige Jury aus Fachleuten der Literatur- und Bildungslandschaft sowie Mitgliedern einer Jugendjury.
Der Jury für den Friedrich-Gerstäcker-Preis für Jugendliteratur 2026 gehören an: Christina Hausmann (Stadtbibliothek, Stadt Braunschweig), Julia Kronberg (Friedrich-Bödecker-Kreis Niedersachsen), Dr. Inger Lison (Institut für Germanistik, Technische Universität Braunschweig), Anke Märk-Bürmann (Akademie für Leseförderung Niedersachsen), Thomas Ostwald (Friedrich-Gerstäcker-Gesellschaft), Maria Porzig (Kulturinstitut, Stadt Braunschweig), Prof. Dr. Jan Standke (Institut für Germanistik, Technische Universität Braunschweig), Heike Ullmann (Buchhandlung Bücherwurm) inkl. der Jugendjury mit Bruno Böger, Elska Dorge, Marie Horstmann und Hannah Schäfer.
Preisverleihung am 3. Juni im Roten Saal
Die feierliche Preisverleihung findet am Mittwoch, 3. Juni, um 16 Uhr im Roten Saal des Schlosses statt. Die Veranstaltung wird von einem Bühnenprogramm mit Rap und Hip-Hop begleitet, in dessen Verlauf der Preisträger die Auszeichnung persönlich entgegennehmen wird.
Das prämierte Buch
dtv Verlag, 2025
ISBN : 978-3-423-74126-2
ab 14
Drei Jugendliche. Drei Stimmen, die sich nicht zum Schweigen bringen lassen.
Drei Jugendliche ringen um ihre Freiheit: Harry kämpft sich durch die Ruinen der Nachkriegszeit, Jennifer landet wegen ihrer Regimekritik im brutalsten Jugendwerkhof der DDR und in der heutigen Zeit sieht sich der Slam-Poet Nadiem bei seinem ersten großen Auftritt einem rechten Mob gegenüber. Jahrzehnte trennen diese Geschichten voneinander und doch verbindet sie neben einem familiären Geflecht der Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung, mit dem die drei Jugendlichen schnell an Grenzen stoßen – und der Mut, diese zu überwinden.
Eine bewegende, aufrüttelnde Auseinandersetzung damit, was es heißt, für Freiheit zu kämpfen.
Der Verlag
dtv gehört zu den größten unabhängigen Publikumsverlagen im deutschsprachigen Raum und ist regelmäßig auf den Spitzenplätzen der Bestsellerlisten vertreten. Jährlich erscheinen etwa 400 Titel.
1960 ursprünglich als reiner Taschenbuchverlag für Zweitveröffentlichungen gegründet, stellte dtv im September 1961 die ersten neun Titel vor: Nummer 1 – und seitdem ununterbrochen lieferbar – ist Heinrich Bölls ›Irisches Tagebuch‹. Heute bringt dtv rund 70 Prozent aller Neuerscheinungen als Erstveröffentlichungen heraus und publiziert in allen Formaten – vom Hardcover über das Paperback bis zum Taschenbuch und E-Book.
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