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Breitbandausbau - kabellos: Mobilfunk

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Der Mobilfunk ist aus dem Lebensalltag nicht mehr wegzudenken. Die Leistungsfähigkeit der Mobilfunktechnik entwickelt sich rasant, sodass der Mobilfunk zu einer Schlüsseltechnologie der digitalen Transformation in Wirtschaft und Gesellschaft geworden ist. Sie ist durch die weltweite Pandemie noch bedeutender geworden.

Stand in Braunschweig

In Braunschweig gibt es keine "weißen Flecken" bei der Mobilfunkversorgung, d.h. es gibt keine Gebiete, in denen keine Versorgung mit einer mobilen und breitbandigen Sprach- und Datenübertragung (3G oder besser) durch mindestens ein öffentliches Mobilfunknetz besteht. Eine interaktive Karte über die Netzabdeckung der jeweiligen Mobilfunkbetreiber finden Sie auf der Seite der Bundesnetzagentur (Öffnet in einem neuen Tab)

Weitere Links zu Netzabdeckungen von den jeweiligen Betreibern finden Sie unter dem Reiter „Informationen und Downloads“.

 

Mobilfunkstrategie des Bundes

Die Bundesregierung hat 2019 eine Mobilfunkstrategie (Öffnet in einem neuen Tab) beschlossen, die vom damaligen Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) vorgelegt wurde. Darin sind die Ausbauverpflichtungen für Mobilfunkanbieter festgehalten. Das betrifft den erheblichen Zubau von neuen Mobilfunkmasten oder die Umrüstungen von Mobilfunkmasten von 4G auf 5G. 3G wurde Mitte 2021 abgeschaltet, da die UTMS-Frequenzen für den 5G-Ausbau gebraucht werden. Ziel der Mobilfunkstrategie ist es, eine flächendeckende Versorgung mit mobilen Sprach- und Datendiensten (LTE/4G) zu gewährleisten. 

Damit der Bau der Mobilfunkmasten vorangetrieben wird, sollen vereinfachte Genehmigungsverfahren und mehr mögliche Standorte durchgesetzt werden.

Mobilfunk 4G/LTE

Die vierte Generation (4G) oder auch LTE (Long Term Evolution) genannt, wurde im Jahr 2010 eingeführt und folgt auf die vorigen Standards GSM (2G) und UMTS (3G).

Bei der LTE-Entwicklung ging es neben der weiteren Steigerung der Übertragungsraten auch um eine zukunftsfähige und flächendeckende Mobilfunkversorgung, damit alle Regionen gleichermaßen von den Vorzügen der Digitalisierung profitieren können – nicht nur in den großen Ballungszentren, sondern gerade auch in ländlichen Regionen.

Gegenüber älteren Genrationen bietet 4G schnellere Download- und Upload-Geschwindigkeiten (300 Mbit/s im Download und 50 Mbit/s im Upload möglich), reduzierte Latenzzeiten
(= Reaktionszeiten) und klarere und qualifizierte Sprach- und Videoanrufe. 

Mobilfunk 5G

Seit 2019 wurde die fünfte Mobilfunkgeneration (5G) eingeführt. Dies ist der Nachfolger von GSM (2G), UMTS (3G) und LTE (4G).

Diese Technologie setzt neue Maßstäbe. Der Unterschied zu den anderen Generationen sind folgende Punkte:

- höhere Datenraten;

  • Mit 5G lassen sich bis zu 10 GBit (= 1,25 Gigabyte) pro Sekunde übertragen. Ein durchschnittlicher Internetzugang in Deutschland ermöglicht derzeit Datenübertragungen von 50 bis 100 MBit (=6,25 MByte bzw. 12,5 MByte) pro Sekunde.

- schnellere Reaktionszeit,

  • Die Latenz (= Reaktionszeit) in einem 5G-Netz liegt unter 5 Millisekunden (ms). Bei 4G (LTE) liegt dieser Wert zwischen 15 und 80 ms.

- höhere Zuverlässigkeit,

  • Die Ausfallraten von 5G sind sehr gering, d.h. eine Zuverlässigkeit von bis zu 99,999 %.

- höhere Nutzermobilität,

  • Das 5G-Netz bietet bei einer Geschwindigkeit bis zu 500km/h eine zuverlässige Verbindung, welcher bei 4G bei 100-300km/h liegt.

- höhere Netzkapazität

  • Bis zu einer Million Endgeräte können auf einer Fläche von einem Quadrat-Kilometer eingesetzt werden.

- bessere Datensicherheit

  • Die Datensicherheit wird z.B. über Kryptografie gewährleistet. Das bedeutet, dass die Internationale Mobilfunk-Teilnehmerkennung im 5G-Netz nicht offen gesendet wird. Die Ausführungen im Netz sind demnach anonym.

Anwendungsbereiche

Mit der Einführung von 5G wird vor allem dem industriellen Sektor neue Möglichkeiten geschaffen, wie bei der intelligenten Vernetzung oder bei der Realisierung von Echtzeit-Anwendungen. 5G bietet das Potenzial, in Bereichen wie der Intelligenten Mobilität, in der Industrie 4.0, bei Intelligenten Versorgungsnetzen, in der smarten Logistik, im Bereich E-Health und in der digitalisierten Landwirtschaft zu einem Katalysator neuer Produktivitätssteigerungen zu werden.

Der neue Mobilfunkstandard ermöglicht eine Vernetzung unserer Gesellschaft und von Geräten, welches sich auch im privatem Leben bemerkbar macht. In den Großstädten grenzen die 4G-Bandbreiten oft an ihre Grenzen, da viele NutzerInnen mit hohen digitalen Bandbreiten versorgt werden möchten, beispielsweise bei Großveranstaltungen oder auf Plätzen und Orten mit hoher Aufenthaltsqualität. 5G dagegen wird in solchen Fällen auch die Versorgung gewährleisten können. Ein weiterer Vorteil sind der mögliche Austausuch von ultra-hochauflösenden Bildern, Videostreams und das Online-Gaming, welches von unterwegs als auch von zu Hause genutzt werden können.

Des Weiteren werden durch den Standard 5G im Bereich des Gesundheitswesens, sowohl für den Patienten bzw. Patientin als auch für Krankenhäuser und Arztpraxen, neue Möglichkeiten geschaffen. Je umfassender und schneller Informationen über einen Patienten vorliegen, desto größer sind die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung. Beispielsweise sind Fernoperationen, -untersuchungen, Sprechstunden per Internet und der Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Diagnostik realisierbar.

Zudem können sich ArbeitnehmerInnen darauf verlassen, dass unter anderem auch komplexe Videokonferenzen ohne Unterbrechungen funktionieren und vernetztes Arbeiten in Echtzeit möglich ist.

Gesundheit und Strahlenschutz

Bereits seit Ende des 20. Jahrhunderts erforschen anerkannte Institute und Universitäten die gesundheitlichen Auswirkungen des Mobilfunks. Nach derzeitigem Kenntnisstand gibt es keine wissenschaftlich belastbaren Hinweise auf eine Gefährdung von Menschen, Tieren und Pflanzen durch hochfrequente elektromagnetische sowie niederfrequente und statische elektrische und magnetische Felder unterhalb der Grenzwerte. Bei der Aufstellung oder Änderung von Bebauungsplänen wird auf dieser Grundlage eine Abwägung eventueller gesundheitlicher Auswirkungen von Mobilfunkanlagen sowie anderer planerischer Aspekte vorgenommen.

Für Interessierte empfehlen sich die Informationen der Bundesnetzagentur (Öffnet in einem neuen Tab).

Studienuntersuchungen

Es wurden bereits über 1.500 Studien mit Effekten von Funkstrahlung durchgeführt und gesundheitliche Auswirkungen auf den Menschen und auf die Tierwelt untersucht. Einen Überblick über die bisherigen Studien gibt das EMF-Portal (Öffnet in einem neuen Tab) der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Besonders drei große Studien werden weltweit immer wieder hervorgehoben:

die Interphone-Studie (Öffnet in einem neuen Tab),

die Danish-Studie (Öffnet in einem neuen Tab),

die Million-Woman-Studie (Öffnet in einem neuen Tab)

Bei diesen wurden größere Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlicher Handynutzung verglichen. In keiner der Studien konnte ein signifikanter Zusammenhang zwischen Handynutzung und Krebs nachgewiesen werden.

Die kompletten Auswirkungen auf den Menschen und die Umwelt werden weiter untersucht.

Für weitere Informationen über die Wirkung von elektromagnetischen Feldern steht die Internetseite des Bundesamtes für Strahlenschutz (Öffnet in einem neuen Tab) zur Verfügung.

5G-Reallabor in der Region Braunschweig-Wolfsburg

Die Bundesregierung unterstützt die Erprobung und Anwendung von 5G in realer Umgebung und initiiert daher Leuchtturmprojekte. 
Die Städte Braunschweig und Wolfsburg bilden eine von bundesweit sechs Modellregionen, die besonders begünstigt werden. Die weiteren Modellregionen befinden sich in Hamburg, Aachen und Kaiserslautern sowie in der Lausitz und in Nordbayern. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert, welches im Rahmen des 5G-Innovationsprogramms erfolgt. Der Haushaltsausschuss des Bundestages gab die notwendigen Gelder in Höhe von 44 Millionen Euro frei. Alleine zwölf Millionen Euro fließen in die Region Braunschweig-Wolfsburg. Die Laufzeit umfasst drei Jahre vom 05.12.2019 bis 31.12.2022.

Es sollen unter realen Bedingungen der praxisnahe Bedarf sowie die Einsatzmöglichkeiten von 5G als Schlüsseltechnologie im Kontext Smart City/Smart Region erforscht werden. In insgesamt 12 Teilprojekten finden innerhalb der Anwendungsfelder Mobilität (Straße, Schiene, Luft), eHealth und Smart Construction sowie technologieorientierte Querschnittsaktivitäten die Erprobungen statt. In Braunschweig liegt der Fokus auf der Forschung und Transformation, in Wolfsburg auf der Anwendung und dem Betrieb.
Die Entstehung eines 5G-Reallabor wird durch die öffentliche 5G-Infrastruktur in denen Forschungsinfrastrukturen und kommunale Infrastrukturen integriert sind, bereitgestellt und einem breiten Expertenkreis aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung zur Verfügung gestellt.

Als ein Baustein zur Erreichung der oben aufgeführten Ziele wird als projektberatendes Gremium ein Beirat eingesetzt. In dem Beirat ist auch die Stadtverwaltung vertreten. Sie stellt bei dem Vorhaben Infrastruktur und Daten zu Verfügung.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrts (DLR) (Öffnet in einem neuen Tab).