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Ausstellungen

Cheyney Thompson

Cheyney Thompson, Pedestal 9, 2011, Holz, Laminat, Dissertation, 35,5 x 35,5 x 91 cm, Courtesy Raucci/Santamaria Gallery Naples, Foto: E. Velo

Vom 8. Dezember 2012 bis 10. Februar 2013 präsentiert der Kunstverein Braunschweig die erste institutionelle Ausstellung des in New York lebenden Künstlers Cheyney Thompson (geb. 1975 in Baton Rouge). Eigentlich als Maler bekannt erarbeitete Thompson für die Ausstellung eine völlig neue Werkreihe: zu sehen sind erstmals 17 großformatige Sockelskulpturen und einige Zeichnungen, die am Computer entstanden sind.

Schon seit einiger Zeit rücken zusehends skulpturale Arbeiten in den Fokus seines Schaffens und ergänzen sein OEuvere an konzeptuellen Gemälden, die in den USA bereits große Bekanntheit erlangt haben. Mit Hilfe eines parametrischen Designprogramms fertigte Thompson Pläne für sogenannte pedestal sculptures – Sockelskulpturen an. Sie sind zwar in ihrer jeweiligen Form gänzlich unterschiedlich, weisen jedoch stets exakt die gleichen Gesamtflächenmaße von 3200 Quadratzoll auf. Diese Zahl ist allerdings nur eine von mehreren Parametern, die Thompson zur Gestaltung der Objekte verwendete. Schon lange beschäftigt sich Thompson kritisch mit gängigen Computerprogrammen, die zur Gestaltung von Architektur, urbanem Raum und Design genutzt werden. Bereits in den 1960er Jahren entwickelte der Franzose Pierre Bézier einen Algorithmus – als Béziersche Kurve bekannt – auf dem noch heute viele solcher Systeme basieren.

Zugleich kennzeichnet diese mathematische Formel den Anfang einer Tendenz, Objekte digital zu konzipieren und zu realisieren, die derzeit im sogenannten Parametrismus ihren Höhepunkt findet. So verwendete auch Thompson ein parametrisches Designprogramm für seine jüngsten Sockelskulpturen und legte Regeln fest, die nur 17 Formen tatsächlich erfüllen konnten. Eine Bedeutungsverschiebung vollzieht sich, denn die eigentliche Funktion des Sockels verliert zugunsten der Form an Bedeutung: nun heißt es vielmehr „function follows form“.

Dabei hinterfragen die am Computer entwickelten Objekte nicht nur die Funktion eines Sockels, sondern gleichermaßen die Bedingungen, die aus einem Objekt ein Kunstwerk werden lassen. Der eigentlich unscheinbare Unterbau zur Präsentation von Exponaten wird funktionsbefreit und exponiert selbst zur Skulptur und zugleich Basis für eine Untersuchung des „Überbaus“: Als Kunstobjekt ist die Sockelskulptur Projektionsfläche nicht nur eines ästhetischen, sondern gleichermaßen auch ökonomischen Interesses. In seinen Werken thematisiert Thompson seit langem Produktionsprozesse sowie Rezeption und Distribution von Kunst. Zentrale Aspekte bilden dabei immer wieder die grundlegenden Elemente wie Farbe, Form oder Oberfläche. 2011 fertigte Thompson eine Art Reader mit seinen bisherigen künstlerischen
Analysen und deren Quellen an, die er nun auf die Oberflächen der neuesten Sockelskulpturen drucken ließ.

Termine und Informationen

Die Veranstaltung liegt in der Vergangenheit (08.12.2012 - 10.02.2013)



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