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Veranstaltungskalender


Vernissage "Weltanschauungen"

Die Galerie Hugo 45 lädt zur sechsten Vernissage des Jahres 2019 ein! Zu Gast ist Jens Rausch aus Hamburg, der bereits schon einmal in einer Gemeinschaftsausstellung seine Werke zeigte.

In seiner ersten Einzelausstellung in der Hugo 45 zeigt Rausch einen kleinen Querschnitt durch seine bedeutensten Werkserien der letzten Jahre.
Der Maler mit hessischen Wurzeln beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit dem Thema Wald. Davon zeugt auch dessen Werkserie "Nachtschatten", in denen der Künstler den Betrachter mit nächtlichen Inszenierungen eines Waldes konfrontiert. Sind es hier noch die Eigenerfahrung und Sozialisationsmuster, mit denen derer den Betrachter spielerisch einlädt, seinen ganz eigenen Wald zu betreten, erweitert Jens Rausch in seinen jüngeren Arbeiten dieses künstlerischen Konzept. Zumeist lässt er aus Asche oder Ruß, mit diversen Oxiden, Wald auf Leinwand oder Papier stets aufs neue erwachsen. Überhaupt scheint es so, als antizipiere der Künstler die aktuellen Geschehnisse immer wieder durch Materialität und sein künstlerisches Konzept des Werdens und Vergehens. So erinnert seine Werkserie der Experimentierfelder an jene Bilder, die wir nun des Öfteren im Zusammenhang mit den Ernteausfällen aufgrund der sogenannten Heißsommer erleben. Auch seine neueste Werkserie "Bergen" greift das Thema des Klimawandels auf subtile Art auf: Hier lässt Jens Rausch durch Materialien wie Grafit, Kalk und Eisen, also jene, die einst selbst Berg waren, neue Gebirge entstehen, um sie prozesshaft gleichzeitig wieder durch Auf- und Abschichtungen erodieren zu lassen, aufzuwölben oder aufzufalten. Dabei nutzt Jens Rausch geologische Terminologien quasi als seine ganz persönliche Arbeitsanleitung. Es entstehen 'Faltengebirge', 'Gebirgsbildungen' und 'Hochebenen'. Etwas anders gestalten sich seine Schmelzwasserarbeiten: Sie zeugen von alten fotografischen Erlebnissen im Gebirge, welches Rausch mit Grafit – und eben Schmelzwasser – zurück auf die Leinwand holt. Er greift dabei auf alte Postkartenmotive zurück und gibt seinen Werken Titel, die einst unbeschwerte Grüße übersendeten. In Zusammenspiel mit Material und Grüßen wie 'Wir genießen den letzten Schnee. Viele liebe Grüße!' treten diese je nach Lesart mitunter auch mahnend in Erscheinung.
Es sind durchaus keine düsteren Aussichten, die uns der Künstler aufzeigt. Es sind lediglich seine ganz eigenen Weltanschauungen, die er durch Material, Prozess und künstlerisches Einwirken zu dem werden lässt, wie wir unsere Welt betrachten können – im Davor wie im Danach, im Äußeren wie im Inneren und so individuell wie die Blickwinkel des Betrachters.

Jens Rausch wurde 1976 in Fulda/Hessen geboren. Er lebt und arbeitet in Hamburg. Seine Arbeiten wurden in mehreren Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland gezeigt. 2015 wurde er für den Wesselinger Kunstpreis nominiert. Er nahm an „Artist in residence“ Programmen in Island, Georgien und der Schweiz teil.

Vernissage: 21.09.2019 | 19 Uhr
Ausstellung: 21.09. – 13.10.2019

Informationen

Rubriken:
Ort:
Galerie Hugo 45
Veranstalter:
Galerie Hugo 45
Eintritt:
frei


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