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Hannah Black: Dede, Eberhard, Phantom

Dede, Eberhard, Phantom (Foto: Courtesy Hannah Black)

Hannah Blacks künstlerische Arbeit nimmt die Form von Performances, Installationen oder Film- und Videoarbeiten an. Für den Kunstverein Braunschweig ist das titelgebende Video-Essay Dede, Eberhard, Phantom entstanden. Das Videomaterial strukturiert sich entlang dreier Interviews und Themenstränge – zwei historisch fundierte und ein fiktiver –, die der Organisation von Wahrnehmung gewidmet sind. Die Befragten sprechen so persönlich wie eindringlich über ihre Begegnungen mit jenen schwer greifbaren Persönlichkeiten, auf die der Titel verweist. Dabei spiegelt sich in der formalen Anlage des Videos das für jede Figur festgelegte sensorische Regime wider. In dem mit Dede assoziierten Strang beschreibt Ramey Ward, die Tochter der wegweisenden Hollywood-Filmeditorin Dede Allen, das Leben und die Karriere ihrer Mutter, sowie ihre Beziehung. Diese Sequenzen werden zur Editierung – dem Schneiden, Verbinden oder Trennen – der zwei weiteren Stränge herangezogen. Eberhard wiederum bezieht sich auf eine Ausstellung, die der Künstler Clemens von Wedemeyer 2014 im Kunstverein Braunschweig realisierte. Diese basierte auf von Wedemeyers Recherchen über die Geschichte des Gebäudes, das in den 1930er Jahren ein Sprachinstitut unter der Leitung von Eberhard Zwirner, dem Großvater des Galleristen David Zwirner, beherbergte. Diese Sequenzen verweisen auf den spezifischen Kontext des Kunstverein Braunschweig, sowie der Institutionalisierung von Kunst im Allgemeinen. Kernelement des Videos ist ein Interview mit Raymond Pinto, Performer einer Broadway-Produktion des Musicals Phantom der Oper und manchmal Ersatzdarsteller der Hauptrolle, der versteckt über die funktionalen Aspekte der Inszenierung und seiner Rolle in dieser berichtet. Die Videoarbeit wird von installativen Elementen begleitet, die auf Holzrastern basieren. Hannah Black (*1981 in Manchester, UK, lebt in New York City) absolvierte 2013 einen MFA in Art Writing am Goldsmith College London und im Jahr darauf das Whitney Independent Study Program in New York. Soloprojekte realisierte Hannah Black unter anderem im mumok, Wien, in der Chisenhale Gallery, London (beide 2017), in Eden Eden, Bortolozzi, Berlin oder im Performance Space, New York (beide 2019). Kuratorinnen: Jule Hillgärtner, Nele Kaczmarek



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