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Historische Friedhöfe

Ab Mitte des 17. Jahrhunderts entstanden im Weichbild der "alten" Stadt zahlreiche, bis Ende des 19. Jahrhunderts als Begräbnisstätte genutzte Friedhöfe. Diese stellen stadtgeschichtlich und kulturell ein Zeugnis ersten Ranges dar.

1. Reformierter Friedhof

Reformierter Friedhof (Foto: G. Rothe)

Der ehemalige Friedhof der Reformierten Gemeinde in Braunschweig an der Sophien-/ Juliusstraße im westlichen Ringgebiet war von 1749 bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts Begräbnisstätte und gehört damit zu den ältesten Friedhofsanlagen der Stadt.

Reformierter Friedhof (Foto: G. Rothe)

Er enthält im ältesten südlichen Teil eine Reihe formal bemerkenswerter unter Denkmalschutz stehender Grabdenkmale.

Im Jahr 2005 wurde der Friedhof mit dem Ziel saniert, die historische Begräbnisstätte auch als stadtgeschichtliches Kulturgut zu erhalten und dem interessierten Bürger zugänglich zu machen.

Dazu sind die noch existierenden Strukturen der Grabanlagen herausgearbeitet und die vorhandenen Denkmale und Grabeinfassungen an ihrem ursprünglichen Ort belassen bzw. wieder hergerichtet worden.

Reformierter Friedhof (Foto: G. Rothe)

Die ältesten im südlichen Grabfeld stehenden Grabsteine wurden restauriert, in eine befestigte Platzfläche gestellt und das Mausoleum baulich instandgesetzt.

Die Anlage wurde teilweise neu eingezäunt und die ursprünglich abgetrennte Fläche an der Ecke Juliusstraße/Sophienstraße dem Friedhof wieder zugeordnet.

Das Wegenetz ist in seinen Hauptachsen, dem Zugangsweg und dem Mittelweg neu ausgebaut und die wegebegleitenden Linden ergänzt worden.

Reformierter Friedhof (Foto: G. Rothe)

2. Petrifriedhof

Der St.-Petri-Friedhof an der Goslarschen Straße im westlichen Ringgebiet gehört zu den ältesten noch vorhandenen Friedhofsanlagen im Stadtgebiet.

Seit 1638 ist die Fläche als Friedhof ausgewiesen. Er enthält formal bemerkenswerte Grabdenkmale und Ruhestätten bedeutender Bürger wie Wilhelm Bracke, Gottfried-Friedrich Tunica, Konrad Koch, Johann Degener und Katharina Degener u.a.

Der Petrifriedhof ist Baudenkmal und somit gemäß § 3 Nieders. Denkmalschutzgesetz geschützt.

Eigentümerin ist die Kirchengemeinde St.-Petri, seit 1977 besteht ein Nutzungsvertrag zwischen der Kirchengemeinde und der Stadt Braunschweig.

Nach der Sanierung in 2001 ist der Petrifriedhof seit März 2002 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Dabei hat sich die Öffnung nur eines Tores und das Hundeverbot im Sinne der Substanzerhaltung auf dem Friedhof bewährt.

Petrifriedhof (Foto: G. Rothe)

3. Ehemaliger Friedhof der St.-Martini-Gemeinde

Der ehemalige Friedhof der St.-Martini-Gemeinde an der Goslarschen Straße im westlichen Ringgebiet gehört zu den historischen Friedhofsanlagen im Stadtgebiet. Das Grundstück des ehemaligen Friedhofes der St.-Martini-Gemeinde Braunschweig wurde seit ca. 1909 nicht mehr belegt, die Ruherechte sind erloschen.

Ein Teil der Friedhofsfläche wurde für öffentliche Bauten in Anspruch genommen, der verbleibende Teil als öffentliche Grünfläche gestaltet.

Im Rahmen der erfolgten Sanierung 2009 wurde der Anlage unter Einbeziehung der historischen Grabdenkmale ihr ursprünglicher Charakter weitgehend zurückgegeben.

Als zentraler Eingang ist der vorhandene Torzugang hergerichtet worden. Das Tor zur Goslarschen Straße sowie die Pfeiler und Sandsteinmauern wurden saniert.

Asphaltierte Wege wurden großflächig zurückgebaut und die Anlage eingefriedet. Der historische Friedhof steht als qualitätvolle Grünanlage den Anwohnern zur Verfügung.

Eine Informationstafel am zentralen Eingang zum Friedhof gibt Auskunft über die Bedeutung der Anlage.







Hier liegt Johann Anton Leisewitz begraben.

Martinifriedhof (Foto: G. Rothe)

4. Garnisons-/Katharinenfriedhof

An der Westseite der Pockelsstraße zwischen Katharinenstraße und Rebenring befinden sich, eingerahmt von dem Hochschul- und Museumsbau, die verbliebenen Flächen des ehemaligen Garnison- und Katharinenfriedhofes.

Garnisonsfriedhof (Foto: A. Wüstefeld)

Der Begräbnisplatz wurde seit der Mitte des 18. Jahrhunderts von der Katharinengemeinde genutzt. Ein kleiner Teil der Gesamtfläche im Südosten diente bis in das 20. Jahrhundert hinein als Garnisonfriedhof, der 1753 erstmals als Begräbnisplätz für „Militärpersonen“ erwähnt wird.

Mit der Errichtung des Hauptfriedhofes an der Helmstedter Straße ging die Zahl der Bestattungen auf dem Katharinenfriedhof allmählich zurück.

Der größte Teil des Areals wurde nach dem Zweiten Weltkrieg für Universitätsbauten verwendet. Mit der Errichtung der Mensa auf der Westhälfte des Friedhofsgeländes wurde die verbliebene Fläche des Friedhofes in eine Parkanlage umgewandelt.

Garnisonsfriedhof (Foto: A. Wüstefeld)

Die Sanierung des Friedhofes in 2011 hat der Anlage unter Einbeziehung der verbliebenen historischen Grabmale und Kriegsgräber ihren ursprünglichen Charakter und die Würde des Ortes weitestgehend zurückgegeben und sie als qualitätvolle Grünanlage als Teil des Quartiers gestaltet.

Im Rahmen der Baumaßnahme wurden die Kriegsgräber dauerhaft bepflanzt und die Grabsteine gesichert oder erneuert, ein Teil des ausufernden Wegesystems zurückgebaut und die Anlage mit einem Zaun eingefriedet.