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Chronologie

© Stadt Braunschweig, Abteilung Geoinformation„Ein Stadtplan für ein ganzes Jahrhundert“- Synoptische Karte 1913-2013

Entwicklung des kommunalen Stadtplans Braunschweig

Mit der preußischen Landesaufnahme, die Ende des 19. Jahrhunderts für die Vermessung und kartographische Darstellung der Landesflächen zuständig ist, werden auch die vermessungstechnischen Grundlagen für die Erstellung exakter Stadtpläne geschaffen. Sie dienen zunächst fachspezifischen Zwecken wie der Stadtsanierung und der Stadterweiterung. Später kommen Fragestellungen wie Industrieansiedlungen und die Anlage von Eisenbahnlinien hinzu. Heute werden viele ganz unterschiedliche Themen auf dem Stadtplan dargestellt. Zunehmend wecken die Stadtpläne auch das Interesse der Bevölkerung, sodass Stadtpläne vermehrt zur touristischen Darstellung der Stadt eingesetzt werden.

An ausgesuchten Beispielen zeigt diese Ausstellung wie sich der Wandel des Braunschweiger Stadtbildes seit 100 Jahren in den kommunalen Stadtplänen niedergeschlagen hat. Zugleich wird erlebbar, wie die Weiterentwicklung der kartographischen Techniken im Laufe der Zeit das Erscheinungsbild dieser Stadtkarten geprägt und verändert hat.

In Braunschweig sind mit dem Georg Westermann Verlag und dem Bollmann Bildkartenverlag zwei renommierte kartographische Unternehmen ansässig, die im Laufe der vergangenen 100 Jahre eine Reihe viel beachteter Stadtpläne veröffentlicht haben. Zahlreiche weitere private Verlage geben heute ebenfalls Stadtpläne für Braunschweig heraus. Diese Ausstellung fokussiert jedoch auf die eigenen Stadtplan-Editionen der Stadt Braunschweig. Diese unterhält seit 1880 eine Vermessungsabteilung (später Stadtvermessungsamt – heute Abteilung Geoinformation), in deren Zuständigkeit auch die Bearbeitung von Stadtplänen fällt. Die wichtigsten Meilensteine bezüglich der kommunalen Stadtpläne Braunschweigs sind:

  • 1880 erfolgt die Gründung einer Vermessungsabteilung im Tiefbauamt.
  • 1915 erarbeitet die Vermessungsabteilung einen Stadtplan im Maßstab 1:10.000. Herausgegeben wird dieser von der Firma F.R. Lange.
  • 1932 erstellt der Georg Westermann Verlag auf Anregung  der Vermessungsabteilung einen Stadtplan im Maßstab 1:10.000 auf der Grundlage der städtischen Rahmenkarten 1:3.000.
  • 1947 erfolgt die Umstellung der Kartenabbildung vom Soldner- auf das Gauß-Krüger-Koordinatensystem im 4. Meridianstreifen.
  • 1948 zeigt der Stadtplan des Georg Westermann Verlags Braunschweig nach dem zweiten Weltkrieg. Die Vermessungsabteilung deckte mit Karten im großen Maßstab 1:1.000 zunächst den Bedarf nach grundlegenden Karten für den Wiederaufbau.
  • 1949 wird das Vermessungsamt eigenständiges Amt der Stadtverwaltung.
  • 1956 wird vom Vermessungsamt durch Bearbeitung der sechsteiligen Stadtkarte 1:10.000 ein Stadtplan im Maßstab 1:20.000 geschaffen. Der erste Auflagendruck dieser zwölffarbigen Karte erfolgt 1957.
  • 1958 erscheint der Stadtplan 1:20.000 bereits in zweiter Auflage.
  • 1963 dienen entzerrte Luftbilder des gesamten Stadtgebiets und Umgebung im Maßstab 1:10.000 als Grundlage für die Fortführung des Stadtplans.
  • 1967 erscheint eine thematische Karte der 55 neuen statistischen Bezirke von Braunschweig auf der Grundlage des Stadtplans.
  • 1975 wird der Stadtplan im Norden um einen 2 km breiten Streifen erweitert, um das durch Eingemeindungen gewachsene Stadtgebiet vollständig darstellen zu können. Auf die Abbildung von Höhenlinien wird zu diesem Zeitpunkt verzichtet, auch die Farbgebung wird überarbeitet. Die Karte wird bis 1987 fortgeführt und in verschiedenen farblichen Varianten mehrfach aufgelegt.
  • 1988 erfolgt eine komplette Neubearbeitung des Stadtplans mit veränderter Kartengraphik. Damit wurde auf die neuen kartographischen Techniken der Foliengravur reagiert.
  • 1990 beginnt die digitale Erfassung des Stadtplans.
  • 1992 veröffentlicht das Vermessungsamt die erste Ausgabe des Stadtplans aus dem digitalen Datenbestand. Die Kartengraphik wird erstmals über eine Präzisionszeichen- und Gravuranlage hergestellt.
  • 1998 wird das Vermessungsamt umorganisiert und führt fortan den Namen Amt für Geoinformation.
  • 1999 wird der Stadtplan zusammen mit weiteren Karten und Luftbildern auf einer CD herausgegeben. Eine aktualisierte Version der CD erscheint 2003.
  • 2000 ist die digitale Kartentechnik so weit vorangeschritten, dass die Kartengraphik auf elektronischem Weg direkt auf die Druckplatten belichtet wird. Eine mechanische Ausgabe des Kartenbildes sowie reprotechnische Zusammenstellungen von Duckvorlagen sind nicht mehr notwendig.
  • 2002 wird der Stadtplan in den Internetauftritt der Stadt Braunschweig integriert.
  • 2002 wird das Amt für Geoinformation in den neu geschaffenen Fachbereich Stadtplanung und Umweltschutz integriert und heißt jetzt Abteilung Geoinformation.
  • 2005 erscheint der Stadtplan in einer überarbeiteten Neuauflage. Nun wird die Geländeoberfläche wieder mit Höhenlinien dargestellt.
  • 2013 wird die Umstellung der Kartenabbildung auf das UTM-Koordinatensystem zum Anlass genommen, den Stadtplan vollständig neu zu überarbeiten und mit einer neuen Kartengraphik mit verbesserter Lagegenauigkeit zu präsentieren.