Wilhelm-Raabe-Literaturpreis Preisträgerin 2011
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Preisträgerin 2011

 (Foto: Susanne Schleyer)

Die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff erhielt den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2011.

 

Der mit 30.000,- € dotierte Wilhelm-Raabe-Literaturpreis, gestiftet von Stadt Braunschweig und Deutschlandfunk, ging an Sibylle Lewitscharoff für ihren Roman „Blumenberg“ (erschienen 2011 im Suhrkamp Verlag).

Die Jury des Wilhelm-Raabe-Literaturpreises, die am 6. Oktober tagte, setzte sich zusammen aus:

Prof. Dr. Gerd Biegel (Präsident der Internationalen Raabe-Gesellschaft),

Dr. Julia Encke (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung), Thomas Geiger (Literarisches Colloqium Berlin),

Dr. Anja Hesse (Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, Stadt Braunschweig),

Richard Kämmerlings (Die Welt),

Kristina Maidt-Zinke (Süddeutsche Zeitung),

Dr. Michael Schmitt (3Sat Kulturzeit),

Prof. Dr. Renate Stauf (TU Braunschweig),

Dr. Hubert Winkels (Deutschlandfunk).

Die Begründung der Jury lautete:

"Sibylle Lewitscharoff entwirft in ihrem Roman „Blumenberg“ eine biografische Fantasie über den berühmten deutschen Philosophen, die die herkömmlichen Pfade realistischen Erzählens mit provokantem Übermut verlässt. Die Erscheinung eines Löwen, der, für andere unsichtbar, zu seinem stummen Begleiter wird, führt den Gelehrten und damit auch den Leser an die Grenzen eines rein rationalen Weltzugangs. Mit erfinderischer Sprachgewalt und subtiler Komik wird die Lebensform des zurückgezogenen Denkers den Unzulänglichkeiten und Gefährdungen der menschlichen Existenz entgegengesetzt, die sich in den Lebensläufen seiner auf unterschiedliche Weise scheiternden Schüler offenbaren. Sibylle Lewitscharoff verknüpft die Bewegungen des geistigen Zentralgestirns und seiner Trabanten zu einem in der zeitgenössischen deutschen Literatur einzigartigen Erzählkosmos, der sich am Ende ebenso befreiend wie verstörend ins Jenseitige weitet."

Sibylle Lewitscharoff, 1954 in Stuttgart geboren, lebt in Berlin. Für ihr Werk wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis 1998 für Pong und dem Preis der Leipziger Buchmesse 2009 für den Roman Apostoloff. 2011 erhielt sie den Ricarda-Huch-Preis und den Kleist-Preis.

Der Wilhelm-Raabe-Literaturpreis wird jährlich vergeben. Er wird an besonders herausragende Neuerscheinungen aus dem jeweiligen Jahr vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Rainald Goetz, Jochen Missfeldt, Ralf Rothmann, Wolf Haas, Katja Lange-Müller und Andreas Maier.

Der Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig, Dr. Gert Hoffmann, und der Intendant von Deutschlandradio, Dr. Willi Steul, stimmten dem Vorschlag der Jury zu und überreichten Sibylle Lewitscharoff den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2011 am 6. November im Rahmen eines Matinee-Festaktes im Kleinen Haus des Braunschweiger Staatstheaters.

Ab Januar 2012 ist der Begleitband zum Wilhelm Raabe-Literaturpreis (Suhrkamp Verlag) erhältlich.

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