Das Lernen der Zukunft gestalten

Jeder kennt ihn, den blauen Diercke Weltatlas. Er ist eines von vielen Produkten der Westermann Gruppe, mit denen junge Generationen seit Jahrzehnten aufwachsen und die Welt entdecken. Mit einer steigenden Anzahl digitaler Produkte stellt der Braunschweiger Verlag die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern inzwischen noch stärker in den Mittelpunkt. Erst vor kurzem erhielt Westermann dafür vom Bildungsministerium die Auszeichnung „Digitaler Ort Niedersachsen“. Doch wo genau liegen für einen traditionellen Schulbuchverlag eigentlich die Herausforderungen bei der digitalen Transformation?

© Westermann Gruppe / Max HeiseSo oder so ähnlich sieht es inzwischen in vielen modernen Klassenzimmern aus.

Vor kurzem ist der DigitalPakt Schule des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Kraft getreten. Mit ihm wollen Bund und Länder gemeinsam für eine bessere Ausstattung der Schulen mit digitaler Technik sorgen. Bei dieser Entwicklung an vorderster Front: Die Westermann Gruppe. 1838 von Georg Westermann als Verlagsbuchhandlung in Braunschweig gegründet, ist sie seit langem einer der größten deutschen Anbieter für Bildungsmedien und als solcher bei der Digitalisierung der Klassenzimmer vor ganz eigene Herausforderungen gestellt: „Wir müssen neue Angebote für Lehrkräfte und Schüler entwickeln, die sehr einfach zu nutzen sind und zugleich möglichst individuell eingesetzt werden können“, erklärt mir Dr. Regine Meyer-Arlt, zuständig für Unternehmenskommunikation bei der Westermann Gruppe. „Genau da bieten digitale Medien sehr viele Möglichkeiten.“

© Westermann Gruppe, kyas photographyDas interaktive Lehrwerk Denken und Rechnen vereint vielfältige Aufgabenformate und fokussierten Lernspaß.

Kein Selbstzweck, sondern sinnvolle Ergänzung

Digitale Bildungsmedien ermöglichen eine viel individuellere Differenzierung im Unterricht: „Eine Lehrkraft kann damit ganz genau sehen, wie ein Kind arbeitet und wo es Schwierigkeiten hat“, erklärt mir Dr. Thomas Huk, Gruppenleiter für digitale Entwicklungen im Grundschulbereich bei Westermann. „Mit 20 Kindern in einer Klasse ist es analog schwierig, individuell zu analysieren und zu fördern. Mit unserer Online-Diagnose kann man hingegen ganz genau sehen, wo ein Kind Probleme hat und entsprechend reagieren.“ Statt klassischem Frontalunterricht mit einheitlichen Lehrmaterialien für alle Schüler, kann mit digitalen Medien viel flexibler auf die individuellen Bedürfnisse eingegangen werden. Das gilt für alle Altersgruppen, deshalb bietet Westermann digitale Lern- und Unterrichtsformate nicht nur für allgemeinbildende Schulen an, sondern auch für die berufliche Ausbildung.

© Westermann GruppeMit GEORG wird die Berufliche Bildung für Auszubildende effizienter gestaltet: lernortunabhängig, selbsterklärend und mit unterschiedlichen Lernmethoden für ein individuelles Lernen.

Digitale Medien sind also weder Selbstzweck, noch sollen sie den analogen Unterricht komplett ersetzen: „Das Analoge ist nach wie vor wichtig, denn vor allem in jungen Jahren gelangt Wissen sprichwörtlich durch die Hand in den Kopf. Digitales und Print schließen sich überhaupt nicht aus, sondern ergänzen einander“, erzählt Iris Kalvelage, Key Account Manager Digital im Vertrieb von Westermann. Im Zuge dessen habe sich auch der Kontakt zur Kundschaft intensiviert: „Wir gehen weiterhin in die Fachkonferenzen oder bilden Lehrkräfte in unseren Medienzentren fort“, erklärt sie mir. „Aber besonders bei digitalen Produkten machen wir auch sehr gute Erfahrungen mit Online-Fortbildungen und Webinaren.“ Zur digitalen Kommunikation gehören auch rege Communities in den sozialen Netzwerken, in denen sich Schüler, Eltern und Lehrkräfte mit dem Verlag austauschen und konstruktive Kritik üben. Derlei Feedback fließe schneller in die Weiterentwicklung eines digitalen Mediums ein, als es bei klassischen Schulbüchern möglich ist.

Pioniere der digitalen Bildung

Die Digitalisierung der Klassenzimmer hat Westermann allerdings auch nicht kalt erwischt, denn die Möglichkeiten der Informationstechnologie nutzt der Verlag in Grundzügen bereits seit 1992: Damals erschien der Vorläufer des Portals Alfons Online, einer Software zur Förderung der Grundschulkinder in Deutsch, Mathe und Englisch. Seit rund 20 Jahren gibt es darüber hinaus das Online-Portal Antolin, mit dem die Kinder durch Quizfragen zu gelesenen Büchern erfolgreich von Lesemuffeln in Bücherwürmer verwandelt werden. Seitdem haben sowohl Alfons als auch Antolin etliche Evolutionsstufen durchwandert und verschiedene Preise erhalten. „Lesekompetenz ist mit das Wichtigste, was man in der Grundschule lernt“, bekräftigt Dr. Huk. „Der überwiegende Teil der Schulen nutzt daher Antolin.“

© Westermann GruppeAlfons Online, eine Software zur Förderung der Grundschulkinder in Deutsch, Mathe und Englisch.

Auch der bekannte Diercke Weltatlas liegt in digitaler Form für Tablets vor und profitiert davon gleich doppelt: Zum einen können Veränderungen wie Grenzverläufe oder Namensänderungen in kurzer Zeit in die Abbildungen einfließen. Zum anderen eröffnet er spielerische Möglichkeiten wie das korrekte Benennen von Städten und Flüssen durch Ausblenden der entsprechenden Daten oder das Schätzen von Entfernungen. 

© Westermann GruppeAuf den Diercke Weltatlas muss niemand verzichten. Seine digitale Version bietet viele sinnvolle Zusatzfunktionen.

Dieser als „Gamification“ bezeichnete Ansatz zur spielerischen Motivation ist das Kernelement vieler Lernsoftwares wie auch des Online-Portals Alfons. Mit mehr als 2.400 Aufgaben in Mathe, Deutsch und Englisch können Punkte gesammelt und mit ihnen ein virtuelles Zimmer eingerichtet werden. Über 100.000 solcher Zimmer haben sich Kinder bisher eingerichtet, mit denen sie sich untereinander messen und durch dieses kreative Belohnungssystem zum Lernen animiert werden. Und das ist nur ein kleiner Teil der vielen innovativen Digitalprodukte der Westermann Gruppe, die beweisen: Klassische Bildung und abwechslungsreicher Spaß sind dank digitaler Bildungsmedien längst kein Gegensatz mehr.

© Westermann GruppeDas Online-Portal Alfons setzt auf spielerische Motivation.

Text: Stephen Dietl, 18.12.2019