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Jasperallee 1

© Horn, W Foto 2014Jasperallee 1

Das aufwendig gestaltete Eckhaus Jasperallee 1, gleich hinter der Theaterbrücke, im Eingangsbereich der Jasperallee, wurde 1898 von dem Architekten Konstantin Uhde geplant und von dem Bauunternehmer Fröhlich und Baumkauff errichtet. Der Bauherr ist auch noch mehrere Jahre Eigentümer gewesen.  Zunächst wohnte dort der Kammerherr von Kutzschenbach. 1919 kaufte es der Fabrikant Alfred Tenzer, der Besitzer der Deutschen Degras (Gerberfett)- und Lederöl AG, (Lederöl wird zum Walken eingesetzt). Rätselhaft bleibt die Herkunft des Mühlensteins.

Ilse Peters  war ab Ende der dreißiger Jahre Sprechstundenhilfe bei dem Zahnarzt und Kieferchirurgen Dr. Richard Jäger in der Kaiser‑Wilhelm‑Straße 1, heute Jasperallee 1. Frau Peters weiß, dass Jäger den Mühlstein an seiner Hauswand angebracht hat ‑ Erinnerungsstück von einer Mühle, die irgendwo in Braunschweig oder woanders stand, aber nicht an der östlichen Okerumflut. Die Inschrift unter dem Mühlstein "Walkemühle 1897" weist auf das Geburtsjahr Jägers hin. Diesen Jäger, vermögend geworden durch viele Privatpatienten, schildert Frau Peter als klein und unscheinbar: "Er trug einen weißen Kittel mit militärischem Schnitt." Jäger habe damals zur Hautevolee von Braunschweig gehört. Er habe Ritterrüstungen, Zweihänderschwerter und später Drehorgeln gesammelt. Nach dem Krieg habe er sein Haus an eine studentische Verbindung verkauft.